Wissenschaftliche Meldungen
Vitamin C aus der Nahrung stärkt die Haut von innen – neue Daten zur Kollagenbildung
28.12.25, 11:38
Medizin, Ernährung

Vitamin C aus der Nahrung erreicht jede Hautschicht – und zeigt messbare Effekte
Eine neue Untersuchung der University of Otago legt nahe, dass Vitamin C aus der Ernährung nicht nur im Blut ansteigt, sondern sich auch in der Haut selbst deutlich erhöht – und dort mit messbaren Veränderungen der Hautstruktur und -funktion einhergeht. Im Kern geht es um eine Frage, die in der Hautpflege seit Jahren mitschwingt: Reicht „Vitamin C draufschmieren“ – oder ist der Weg über die Ernährung biologisch wirksamer? Die Daten sprechen klar dafür, dass die Versorgung über den Blutkreislauf eine zentrale Rolle spielt.
Was die Forschenden konkret gefunden haben
Die Arbeit, veröffentlicht im Journal of Investigative Dermatology, beschreibt eine auffallend enge Beziehung zwischen Vitamin-C-Konzentrationen im Blutplasma und den Vitamin-C-Werten in der Haut. Nach Angaben des Teams war diese Kopplung stärker, als sie es bei anderen Organen zuvor beobachtet hatten. Zusätzlich berichten die Forschenden, dass Vitamin C aus dem Blut in alle untersuchten Hautschichten gelangt – also nicht nur in tiefere Bereiche, sondern auch in die äußeren Lagen, die für Barriere und Erneuerung entscheidend sind.
Parallel dazu wurden funktionelle Parameter erfasst, die auf eine „robustere“ Haut hindeuten: Die Hautdicke nahm zu, was die Autorinnen und Autoren als Hinweis auf gesteigerte Kollagenbildung interpretieren. Außerdem zeigten Messungen, die die Regeneration der Oberhaut abbilden sollen, Anzeichen einer verstärkten Erneuerung der äußersten Hautschicht.
So lief die Studie ab – und warum Kiwis im Mittelpunkt standen
Die Studie bestand aus zwei Teilen. In einer Phase wurde die Beziehung zwischen Plasma-Vitamin-C und Haut-Vitamin-C anhand von Hautgewebe untersucht, das im Rahmen elektiver Operationen gewonnen wurde. Der zweite Teil war eine Ernährungsintervention an zwei Standorten: in Christchurch (Neuseeland) und in Deutschland, jeweils mit gesunden Teilnehmenden; insgesamt waren es laut der Meldung 24 Personen, verteilt auf beide Länder.
In dieser Intervention sollten die Teilnehmenden über acht Wochen täglich zwei besonders Vitamin-C-reiche Gold-Kiwis (in der Meldung als SunGold bzw. Kiwi Gold bezeichnet) essen. Die Idee dahinter ist pragmatisch: Kiwis liefern zuverlässig hohe Vitamin-C-Mengen in einem „natürlichen Paket“. Die Forschenden betonen allerdings, dass ähnliche Effekte prinzipiell auch mit anderen vitamin-C-reichen Lebensmitteln plausibel seien, etwa Zitrusfrüchten, Beeren, Paprika oder Brokkoli – entscheidend sei die regelmäßige Zufuhr.
Ein Detail ist dabei wichtig für die Einordnung: In der ScienceDaily-Zusammenfassung taucht an einer Stelle die Einheit „Mikrogramm“ auf. Das wirkt sehr wahrscheinlich wie ein Schreib- oder Redaktionfehler, denn sowohl die Empfehlungen der Forschenden als auch typische Vitamin-C-Gehalte solcher Portionen bewegen sich in der Größenordnung von Milligramm; in den Aussagen aus Otago wird als gut erreichbarer Zielwert rund 250 Milligramm pro Tag genannt.
Ernährung schlägt Creme – aber nicht aus „Magie“, sondern wegen Physik und Biologie
Vitamin C ist wasserlöslich und durchdringt die äußere Hautbarriere nur begrenzt. Das erklärt, warum selbst hochwertige Seren häufig von Formulierung, Stabilität und Hautzustand abhängen – und warum Effekte nicht immer konsistent sind. Die Studie stützt die Sichtweise, dass der Körper Vitamin C über den Blutweg sehr effizient in die Haut transportieren kann. Aus biologischer Perspektive ist das plausibel: Vitamin C ist ein zentraler Kofaktor für die Kollagensynthese und spielt außerdem eine Rolle beim Umgang mit oxidativem Stress, etwa durch UV-Belastung. Wenn die Haut in der Lage ist, Vitamin C aus dem Blut gezielt aufzunehmen, wäre eine gleichmäßige Versorgung „von innen“ ein logischer Hebel.
Wie belastbar sind die Ergebnisse?
Die gemeldeten Effekte sind interessant, aber man sollte sie nicht überdehnen. Die Teilnehmerzahl ist überschaubar, und die Intervention nutzt ein spezifisches Lebensmittel statt einer streng standardisierten Vitamin-C-Gabe. Außerdem können Obst und Gemüse neben Vitamin C weitere bioaktive Stoffe liefern, die ebenfalls Hautparameter beeinflussen könnten. Hinzu kommt ein potenzieller Interessenkonflikt: Die Forschung wurde nach Angaben der Meldung auch durch Zespri International (ein großer Kiwi-Vermarkter) mitfinanziert, zusätzlich zu universitärer Förderung. Das macht die Daten nicht automatisch falsch, erhöht aber die Pflicht zur sorgfältigen Replikation durch unabhängige Gruppen.
Was das praktisch bedeuten könnte
Wer seine Hautgesundheit unterstützen will, muss nicht zwingend zu exotischen Produkten greifen. Die Botschaft dieser Arbeit ist bodenständig: Eine konstant gute Vitamin-C-Zufuhr scheint messbar in der Haut anzukommen. Entscheidend ist dabei die Regelmäßigkeit, weil der Körper Vitamin C nicht langfristig speichert. Ob daraus langfristig weniger Falten, bessere Wundheilung oder ein stärkerer UV-Schutz entstehen, ist mit dieser Studie allein noch nicht abschließend beantwortet – dafür bräuchte es größere, länger laufende Studien mit klaren Kontrollgruppen und standardisierten Messprotokollen.
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