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Das Schweigen der Menge: Wie der Bystander-Effekt im Alltag über Leben und Tod entscheidet

Das Bild zeigt eine belebte, dunkle Fußgängerpassage. In der Mitte läuft ein junger Mann mit roter Jacke und ernstem Gesichtsausdruck telefonierend nach vorn, während direkt hinter ihm ein anderer Mann reglos am Boden liegt. Um sie herum gehen zahlreiche Menschen mit gesenktem Kopf an ihren Smartphones vorbei, ohne hinzusehen. Über der Szene steht in großen gelben Buchstaben der Satz: „DAS SCHWEIGEN DER MENGE TÖTET.“

Das Bild oben wirkt wie ein Schlag in die Magengrube: Ein Mann liegt am Boden, bewusstlos, die Menge läuft vorbei, die Blicke aufs Handy gesenkt. Darüber der Satz: „Das Schweigen der Menge tötet.“Genau darum geht es in diesem Artikel – um den Bystander-Effekt im Alltag.


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Was hinter dem Bystander-Effekt im Alltag steckt


Der Bystander-Effekt beschreibt ein paradoxes Phänomen: Je mehr Menschen einen Notfall beobachten, desto unwahrscheinlicher ist es, dass der einzelne hilft. Eigentlich würden wir das Gegenteil erwarten. „Viele Leute“ bedeutet doch „viel Sicherheit“, oder?


Die Sozialpsychologie sagt: nicht unbedingt. In der Gruppe werden aus potenziellen Helfenden plötzlich Zaungäste. Verantwortung verdünnt sich wie ein Tropfen Tinte in einem Glas Wasser. Jeder denkt: „Die anderen sehen das doch auch. Wenn es wirklich schlimm wäre, hätte schon längst jemand etwas getan.“ Und genau dieser Gedanke pflanzt sich durch die Menge fort – bis am Ende niemand handelt.


Dabei ist der Bystander-Effekt im Alltag selten spektakulär dramatisch wie im Film. Er zeigt sich auf leisen Frequenzen: im Bus, wenn jemand rassistisch beleidigt wird; im Büro, wenn Kolleg:innen lächerlich gemacht werden; online, wenn ein Shitstorm über eine Person hereinschwappt und die meisten schweigend weiter scrollen. Der Effekt ist wie eine unsichtbare Architektur der kollektiven Passivität, die um uns herum gebaut wird, ohne dass wir sie bemerken.


Um zu verstehen, warum wir so oft nichts tun, müssen wir zurück zu einem Fall, der zum Symbol geworden ist – und dessen Mythos lange stärker war als die Fakten.


Kitty Genovese und der Mythos der kalten Großstadt


1964 wird die 28-jährige Kitty Genovese in New York brutal angegriffen und später ermordet. Berühmt wird jedoch nicht nur das Verbrechen, sondern vor allem eine Schlagzeile der New York Times: „37 Who Saw Murder Didn’t Call the Police“. Die Botschaft: Dutzende respektable Nachbar:innen hätten den Angriff beobachtet, aber niemand habe geholfen.


Aus dieser Geschichte entsteht die ikonische Erzählung von der kalten, entmenschlichten Großstadt – und die Geburtsstunde der modernen Bystander-Forschung. Zwei junge Psychologen, Bibb Latané und John Darley, fragen sich: Wie kann eine ganze Nachbarschaft so herzlos sein? Ihre Experimente werden Lehrbuchklassiker.


Erst Jahrzehnte später zeigt eine historische Rekonstruktion, wie verzerrt das ursprüngliche Bild war:Es gab keine 38 Menschen, die minutenlang tatenlos aus dem Fenster starrten. Viele hörten nur Schreie, sahen nichts, interpretierten das Geschehen als Streit oder Betrunkenengegröle. Einige griffen ein: Ein Nachbar rief dem Täter zu, eine Frau lief zu Kitty, hielt sie in den Armen, bis der Krankenwagen kam. Es wurden sogar Notrufe abgesetzt – nur war das damalige System so ineffizient, dass Hilfe zu spät kam.


Das ist wichtig, weil es den Fokus verschiebt: vom „bösen Charakter“ der Zuschauenden hin zu den Bedingungen der Situation. Nicht: „Die Menschen waren Monster.“ Sondern: „Die Lage war mehrdeutig, das System schlecht, die Informationen unklar.“


Und trotzdem war dieser Fall der Funke, der eine riesige Forschungstradition entzündete. Denn die Frage blieb: Warum handeln Menschen nicht – selbst wenn sie keine kalten Egoisten sind?


Wie unser Kopf im Notfall entscheidet


Latané und Darley hatten eine radikale Idee: Vielleicht liegt das Problem weniger im Charakter, sondern in der Struktur der sozialen Situation. Also bauten sie Experimente, die heute wie kleine Theaterstücke unseres Alltags wirken.


In einem berühmten Versuch sitzen Studierende in einem Wartezimmer und füllen Fragebögen aus. Plötzlich quillt dichter Rauch aus einem Lüftungsschacht. Wenn eine Person allein ist, steht sie meist nach kurzer Zeit auf, geht zur Tür, meldet das Problem. Sitzen mehrere Leute im Raum, wird es bizarr: Alle schauen kurz hoch, husten, reiben sich die Augen – und arbeiten weiter. Vor allem, wenn eingeweihte Schauspieler so tun, als sei alles normal. Rauch? Ach, wird schon nichts sein.


Hier schlägt pluralistische Ignoranz zu: Alle sind unsicher, aber niemand will „überreagieren“. Weil niemand Panik zeigt, interpretieren alle die Situation als harmlos. Die Gruppe definiert die Realität neu – ein psychologisches „Okay, dann ist es wohl nicht so schlimm“.


In einem anderen Experiment hören Proband:innen über eine Gegensprechanlage, wie ein vermeintlicher Teilnehmer einen epileptischen Anfall bekommt und um Hilfe stammelt. Glauben sie, allein verantwortlich zu sein, helfen die meisten schnell. Glauben sie, dass noch fünf andere mithören, fällt die Hilfsbereitschaft drastisch ab. Verantwortung diffundiert, wie in einer Kette von „Ich dachte, jemand anderes macht das“.


Aus ihren Daten destillierten Latané und Darley ein Fünf-Stufen-Modell, das jede Hilfeleistung durchlaufen muss:


  1. Ereignis bemerken – Wer auf das Handy starrt oder Kopfhörer trägt, bekommt den Notfall vielleicht gar nicht mit.

  2. Als Notfall interpretieren – „Ist das gerade Spaß oder ernst?“ Ambiguität ist Gift.

  3. Verantwortung übernehmen – „Warum ausgerechnet ich?“

  4. Sich kompetent fühlen – „Weiß ich überhaupt, was ich tun muss?“

  5. Entscheidung zur Tat – „Was, wenn ich mich blamiere oder alles schlimmer mache?“


Scheitern wir an nur einer dieser Stufen, bleibt die Hilfe aus. Der Bystander-Effekt im Alltag ist also selten böser Wille – oft ist es ein vielschichtiger Prozess des inneren Aussortierens.


Emotionen, Gruppen – und die überraschend gute Nachricht


Spätere Forschung hat dieses Modell emotional aufgeladen. Jane Piliavin zeigte etwa in ihren legendären U-Bahn-Studien, dass ein Notfall eine starke körperliche Erregung auslöst: Herzklopfen, schwitzende Hände, Unbehagen. Dieses Arousal wollen wir reduzieren – und „helfen“ ist nur eine von mehreren Möglichkeiten.


Wir rechnen (oft unbewusst) mit Kosten und Nutzen:


  • Kosten des Helfens: eigene Gefahr, Ekel, Zeitverlust, Peinlichkeit, rechtliche Unsicherheit.

  • Kosten des Nicht-Helfens: Schuldgefühle, schlechtes Gewissen, sozialer Druck, das Weiter-Zusehen-Müssen.

  • Belohnungen des Helfens: Dankbarkeit, sozialer Respekt, ein gutes Selbstbild.


Wenn die Kosten des Helfens extrem hoch erscheinen (bewaffneter Täter, Infektionsrisiko) und man sich leicht aus der Situation entfernen kann, gewinnt leider oft die Flucht. Wenn wir das Opfer als „eine von uns“ erleben oder nicht wegkönnen – etwa im vollen Zug – steigt die Wahrscheinlichkeit, dass jemand eingreift.


Und hier kommt die gute Nachricht: Moderne Studien mit Überwachungskameras in echten Straßenkonflikten zeigen etwas Erstaunliches. In einer großen Analyse von knapp 220 gewalttätigen Auseinandersetzungen in Europa und Südafrika griffen in rund 90 % der Fälle mindestens eine, oft mehrere Personen ein. Intervention ist also eher die Norm als die Ausnahme – zumindest in klar gefährlichen Situationen.


Wie passt das zum klassischen Bystander-Effekt? Die Antwort: Gefahr kann den Effekt sogar umkehren.


Wenn eine Situation eindeutig bedrohlich ist – ein Tritt, ein Schlag, ein blutender Unfall – gibt es kaum Interpretationsspielraum. Niemand glaubt mehr, dass es „nur Spaß“ ist. Das Arousal ist so hoch, dass Wegschauen schwierig wird. Und plötzlich wird die Gruppe nicht zur Bremse, sondern zur Ressource: Menschen springen gemeinsam dazwischen, trennen Streitende, holen Hilfe. Der Pool potenzieller Helfender wächst.


Kurz gesagt: Wir sind in echten Krisen kooperativer, als unser Ruf vermuten lässt. Der Bystander-Effekt im Alltag ist am stärksten dort, wo Situationen unklar, peinlich oder „irgendwie unangenehm, aber nicht lebensbedrohlich“ wirken.


Vom Freezing zur Moral Injury: Was im Inneren der Zuschauer passiert


Trotzdem kennen viele dieses Gefühl: Man sieht etwas, fühlt, dass es falsch ist – und bleibt wie festgenagelt stehen. Warum?


Evolutionsbiologisch ist unsere erste Reaktion auf Gefahr oft nicht Kampf oder Flucht, sondern Freezing – erstarren und scannen. Im Tierreich kann das sinnvoll sein: Wer sich nicht bewegt, wird vielleicht nicht entdeckt. In einer modernen U-Bahn wirkt dieselbe Reaktion wie Passivität. Der Körper sagt „Stopp“, während der Kopf „Tu etwas!“ schreit.


Hinzu kommen unsere Empathiesysteme. Affective Empathie lässt uns den Schmerz anderer mitempfinden – manchmal so stark, dass wir selbst überflutet werden und uns zurückziehen, um unsere eigenen Gefühle zu regulieren. Kognitive Empathie – die Fähigkeit, die Lage rational aus der Sicht des Opfers zu verstehen – unterstützt dagegen eher zielgerichtetes Handeln.


Und dann ist da noch etwas, über das kaum gesprochen wird: die psychologischen Kosten des Nicht-Helfens. Wer eine schlimme Situation beobachtet und nichts (oder aus eigener Sicht zu wenig) tut, kann später enorm unter Schuld und Scham leiden. Dieses Phänomen wird als Moral Injury bezeichnet – eine Art moralische Verletzung des eigenen Selbstbildes. Man weiß: Ich habe gegen meine eigenen Werte gehandelt. Das kann langfristig zu Depressionen und Trauma-ähnlichen Symptomen führen.


Nicht zu helfen schadet also nicht nur dem Opfer – es kann auch uns selbst tief verletzen.


Der Bystander-Effekt im digitalen Alltag


Heute findet ein großer Teil unseres Lebens online statt – und damit auch der Bystander-Effekt. Cybermobbing, Shitstorms, Hasskommentare: Hinter jedem Bildschirm sitzen echte Menschen, aber die Situation fühlt sich abstrakt an.

Online verstärken sich mehrere Mechanismen:


  • Anonymität und Distanz: Wir sehen keine Tränen, keine zitternden Hände – nur ein Profilbild. Das dämpft Empathie.

  • Unsichtbare Mehrheit: In einem vollen Bus würden wir sehen, wenn andere entsetzt gucken oder eingreifen. In Kommentarspalten sehen wir oft nur die lautesten Hater – und das Schweigen der Masse wirkt wie Zustimmung.

  • Moral Disengagement: Wir reden uns ein, das sei „nur Spaß“, „Trolling“ oder „Drama“. Verantwortung geben wir an Plattformen und Admins ab: „Die werden schon was machen.“


Der Cyber-Bystander-Effekt ist also der Bystander-Effekt im Alltag 2.0 – nur, dass die Menge jetzt weltweit verteilt ist und wir uns in der anonymen Masse noch sicherer fühlen, nichts zu tun.


Gleichzeitig zeigen Studien, dass Interventionen ansteckend sind: Wenn eine Person klar widerspricht („Das ist nicht okay“), steigt die Wahrscheinlichkeit, dass andere folgen. Aus dem Schweigen der Menge kann so ein Chor werden, der Normen neu setzt.


Zivilcourage lernen: Praktische Strategien gegen das Schweigen


Die gute Nachricht: Zivilcourage ist trainierbar. Es reicht nicht, „einfach mutiger“ sein zu wollen. Wir müssen konkrete Handlungsoptionen einüben, die im Ernstfall automatisch abrufbar sind – ähnlich wie einen Notfallplan.


Ein vielfach erprobtes Konzept ist die „5D“-Strategie:


  • Direct (Direkt eingreifen): Täter ansprechen oder die Situation klar benennen – aber nur, wenn es sicher ist. Zum Beispiel: „Hören Sie bitte auf, diese Person zu beleidigen.“

  • Distract (Ablenken): Die Situation unterbrechen, ohne sie frontal anzugreifen. Im Bus jemanden scheinbar zufällig nach der Uhrzeit fragen, dazwischengehen, etwas „fallen lassen“. Online kann ein Themenwechsel oder ein Witz den Fokus von der Attacke weglenken.

  • Delegate (Delegieren): Andere gezielt einbeziehen: „Sie mit der roten Jacke, rufen Sie bitte die Polizei!“ oder im Chat: Admins markieren, Meldetools nutzen. Konkrete Ansprache durchbricht die Verantwortungsdiffusion.

  • Delay (Verzögern/Nachsorge): Wenn du im Moment nichts tun konntest: Geh später zum Opfer. „Ich habe gesehen, was passiert ist. Geht es dir gut?“ Online: schreib eine unterstützende Direktnachricht.

  • Document (Dokumentieren): Die Situation filmen oder Screenshots machen – aber das Material dem Opfer geben und nicht einfach posten. Die Person entscheidet, was damit passiert.


Gute Trainingsprogramme lassen diese Strategien in Rollenspielen durchspielen: Pöbeleien im Bus, sexistische Sprüche im Büro, rassistische Memes in Klassengruppen. Ziel ist, dass sich die ersten Worte nicht mehr fremd anfühlen, sondern wie eine eintrainierte Reaktion.


Rechtlich wird Zivilcourage in Deutschland übrigens unterstützt: Nach § 323c StGB macht sich strafbar, wer bei Unglücksfällen oder „gemeiner Gefahr oder Not“ keine zumutbare Hilfe leistet. Das Gesetz verlangt kein Heldentum – niemand muss sich bewaffneten Tätern entgegenstellen –, aber mindestens einen Notruf absetzen ist praktisch immer zumutbar.


Die COVID-19-Pandemie hat noch einmal gezeigt, wie sensibel die „Kosten-Nutzen-Rechnung“ ist: Aus Angst vor Ansteckung ging die Bereitschaft, Fremden z.B. bei einem Herzstillstand körperlich zu helfen, zunächst deutlich zurück. Gleichzeitig wurden neue Normen etabliert, etwa Leitlinien zur Herzdruckmassage ohne Mund-zu-Mund-Beatmung. Das zeigt: Gesellschaftliche Rahmenbedingungen können Zivilcourage hemmen – aber auch neu ermöglichen.


Was du konkret tun kannst


Was bedeutet das jetzt für dich, ganz praktisch – im Bus, auf der Straße, im Chat?


  • Erkenne den Mechanismus. Wenn du dich dabei ertappst zu denken „Bestimmt macht gleich jemand was“, dann ist das genau der Moment, in dem du selbst dieser „jemand“ sein kannst.

  • Mach es klein und konkret. Zivilcourage muss nicht heroisch sein. Schon ein „Geht es Ihnen gut?“ kann eine Situation kippen.

  • Hole dir Verbündete. Schau andere gezielt an, sprich sie an, teile Verantwortung: „Können Sie mir helfen?“

  • Nutze deine Stärken. Bist du eher ruhig? Dann bist du vielleicht stark in Delay und Document. Bist du schlagfertig? Dann liegt dir Direct oder Distract.

  • Auch online zählt dein Klick. Ein unterstützender Kommentar, ein „Melden“, eine private Nachricht – all das kann den Cyber-Bystander-Effekt im Alltag schwächen.


Am Ende läuft alles auf eine einfache, aber radikale Haltung hinaus: „Die Antwort auf die Frage ‚Wer hilft?‘ darf nicht ‚jemand anderes‘ sein. Sie beginnt bei mir – und ich hole mir Unterstützung.“


Wenn dir dieser Artikel geholfen hat, den Bystander-Effekt im Alltag besser zu verstehen, dann lass gern ein Like da und schreib in die Kommentare, welche Situationen dir im Kopf geblieben sind – und wie du heute vielleicht anders reagieren würdest.


Wenn du Lust auf weiteren Input zu Psychologie, Wissenschaft und Gesellschaft hast, schau auch gern bei unserer Community vorbei:



Gemeinsam können wir dafür sorgen, dass das Schweigen der Masse weniger oft tötet – und öfter jemand sagt: „Ich helfe.“


Quellen:


  1. Kitty Genovese – Case, Murder & Bystander – https://www.history.com/articles/kitty-genovese

  2. Murder of Kitty Genovese – https://en.wikipedia.org/wiki/Murder_of_Kitty_Genovese

  3. Bystander effect – https://en.wikipedia.org/wiki/Bystander_effect

  4. The Death of Kitty Genovese: A Case that Echoes to This Day – https://now.fordham.edu/politics-and-society/death-kitty-genovese-case-echoes-day/

  5. The Witness – Documentary on reinvestigating Kitty Genovese – https://www.pbs.org/independentlens/documentaries/witness/

  6. Bystander Effect In Psychology – https://www.simplypsychology.org/bystander-effect.html

  7. 15.4 John M. Darley and Bibb Latané – https://www.psy.miami.edu/_assets/pdf/rpo-articles/darley.pdf

  8. From Empathy to Apathy: The Bystander Effect Revisited – https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC6099971/

  9. Piliavin (1969) Subway Samaritan Study – https://www.simplypsychology.org/piliavin.html

  10. The Responsive Bystander – How Social Group Membership and Group Size Can Encourage as Well as Inhibit Bystander Intervention – https://www.researchgate.net/publication/23489266_The_Responsive_Bystander_How_Social_Group_Membership_and_Group_Size_Can_Encourage_as_Well_as_Inhibit_Bystander_Intervention

  11. Would I be helped? Cross-national CCTV footage shows that intervention is the norm in public conflicts – https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31157529/

  12. Social relations and presence of others predict bystander intervention: Evidence from violent incidents captured on CCTV – https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC6790599/

  13. The bystander-effect: a meta-analytic review on bystander intervention in dangerous and non-dangerous emergencies – https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/21534650/

  14. Stand By or Stand Up: Exploring the Biology of the Bystander Effect – https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC8692770/

  15. Moral Injury – PTSD: National Center for PTSD – https://www.ptsd.va.gov/professional/treat/cooccurring/moral_injury.asp

  16. Association between witnessing traumatic events and psychopathology in the South African Stress and Health Study – https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC4747238/

  17. Bystanders Join in Cyberbullying on Social Networking Sites – https://pubsonline.informs.org/doi/10.1287/isre.2022.1161

  18. Participant Role Behavior in Cyberbullying: Moral Disengagement Among College Students – https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC9341409/

  19. Moral disengagement and empathy in cyberbullying – https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10956178/

  20. Becoming an active bystander – University of Leeds – https://equality.leeds.ac.uk/support-and-resources/becoming-an-active-bystander/

  21. Active bystandership by youth in the digital era – https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10517072/

  22. The 5Ds of Bystander Intervention – Right To Be – https://righttobe.org/guides/bystander-intervention-training/

  23. Zivilcourage lernen – Bundeszentrale für politische Bildung – https://www.bpb.de/system/files/pdf/N41MTX.pdf

  24. § 323c StGB – Unterlassene Hilfeleistung – https://www.gesetze-im-internet.de/stgb/__323c.html

  25. Effects of the COVID-19 Pandemic on the Frequency of Bystander Intervention in Out-of-Hospital Cardiac Arrests – https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10781595/

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