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Wissenschaftliche Meldungen

Psychologie der Distanz: Weshalb sich viele vom Klimawandel weniger betroffen fühlen als andere

11.1.26, 11:45

Psychologie, Klima & Umwelt, Gesellschaft

Geteiltes Titelbild zum Klimawandel: Links eine dramatische Szene mit Waldbränden, Überschwemmung, zerstörten Autos und dunklem Gewitterhimmel, rechts ein entspanntes Paar im Liegestuhl vor einem Einfamilienhaus bei Sonnenschein. In der Mitte der Text: ‚Klimawandel? Betrifft mich doch nicht … oder etwa doch?‘ Unten der Hinweis auf Wissenschaftswelle.de.

Klimawandel ja – aber nicht für mich?


Ob Hitzewellen, Überschwemmungen oder Dürren: Die Folgen des Klimawandels sind in vielen Regionen längst spürbar. Dennoch glauben viele Menschen, dass vor allem andere davon betroffen sind – Menschen in anderen Ländern, zukünftige Generationen oder sozial schwächere Gruppen. Eine neue sozialpsychologische Studie zeigt nun, wie verbreitet diese Wahrnehmung ist und welche psychologischen Mechanismen dahinterstehen.


Die Forschenden beschreiben dieses Muster als eine Form der psychologischen Distanzierung. Der Klimawandel wird zwar als reales und ernstes Problem anerkannt, aber räumlich, zeitlich oder sozial von der eigenen Person weggerückt. Die Konsequenz: Die Bedrohung fühlt sich abstrakt an – und weniger handlungsrelevant.


Optimismusverzerrung als Schutzmechanismus


Zentral für diese Wahrnehmung ist ein bekannter psychologischer Effekt, die sogenannte Optimismusverzerrung. Menschen neigen dazu, negative Ereignisse eher bei anderen zu erwarten als bei sich selbst. Das gilt für Krankheiten, Unfälle – und offenbar auch für Klimarisiken.


In den Befragungen schätzten viele Teilnehmende die Wahrscheinlichkeit, selbst direkt von Klimafolgen betroffen zu sein, deutlich geringer ein als die Wahrscheinlichkeit für „andere“. Selbst dann, wenn sie gleichzeitig angaben, dass der Klimawandel eine ernsthafte Bedrohung darstellt. Diese gedankliche Trennung erlaubt es, Besorgnis zu empfinden, ohne sich persönlich akut bedroht zu fühlen.


Wenn Betroffenheit abstrakt bleibt


Die Studie zeigt außerdem: Je stärker Menschen den Klimawandel als Problem für andere Gruppen wahrnehmen, desto geringer ist oft der empfundene Handlungsdruck. Wer davon ausgeht, dass die gravierendsten Folgen weit entfernt oder erst in ferner Zukunft eintreten, ist weniger motiviert, das eigene Verhalten zu ändern oder politische Maßnahmen zu unterstützen.


Besonders ausgeprägt ist dieser Effekt dort, wo Klimarisiken nicht unmittelbar sichtbar sind. In Regionen ohne häufige Extremereignisse oder dort, wo Schäden bisher vor allem medial vermittelt werden, bleibt der Klimawandel für viele ein theoretisches Szenario – trotz wissenschaftlicher Warnungen.


Bedeutung für Klimakommunikation


Aus Sicht der Forschenden hat dieser Befund erhebliche Konsequenzen für die öffentliche Kommunikation über den Klimawandel. Appelle, die nur globale Zahlen oder ferne Katastrophen betonen, könnten unbeabsichtigt genau jene Distanz verstärken, die Handeln verhindert.


Stattdessen legen die Ergebnisse nahe, dass wirksamere Kommunikation stärker auf konkrete, lokale und persönliche Bezüge setzen sollte. Wenn Menschen nachvollziehen können, wie Klimafolgen ihr eigenes Leben, ihre Gesundheit oder ihre unmittelbare Umgebung betreffen, sinkt die psychologische Distanz – und die Bereitschaft zum Handeln steigt.


Keine Leugnung, sondern psychologische Selbstentlastung


Wichtig ist die Einordnung: Die Studie zeigt keine generelle Klimawandelleugnung. Im Gegenteil erkennen viele der Befragten das Problem ausdrücklich an. Die Distanzierung scheint vielmehr eine Form psychologischer Selbstentlastung zu sein – ein Weg, mit einer komplexen, bedrohlichen Realität umzugehen, ohne dauerhaft Angst oder Ohnmacht zu empfinden.


Genau darin liegt jedoch das Dilemma. Was kurzfristig emotional entlastet, kann langfristig gesellschaftliches Handeln ausbremsen. Der Klimawandel wird dann zwar verstanden, aber nicht als persönliche Herausforderung begriffen.


Einordnung und offene Fragen


Die Ergebnisse basieren auf Befragungsdaten und erlauben keine direkten Aussagen über individuelles Verhalten in realen Entscheidungssituationen. Auch kulturelle Unterschiede und soziale Rahmenbedingungen könnten die Wahrnehmung von Betroffenheit beeinflussen. Dennoch fügt sich die Studie gut in den bestehenden Forschungsstand zur Risikowahrnehmung ein.


Sie macht deutlich, dass die Klimakrise nicht nur ein physikalisches und politisches Problem ist, sondern auch ein psychologisches. Wer verstehen will, warum zwischen Wissen und Handeln so oft eine Lücke klafft, muss diese inneren Distanzierungsmechanismen ernst nehmen – und Wege finden, sie zu überwinden.

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Große Sprachmodelle im Härtetest: KI scheitert an echter Wissenschaft

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Künstliche Intelligenz

Realistische Szene im Hochland Boliviens mit fossilen Dinosaurier-Fußabdrücken im Vordergrund und einem fleischfressenden Dinosaurier, der durch seichtes Wasser läuft. Im Hintergrund eine karge, bergige Landschaft. Auf dem Bild steht der Text: „Sensationsfund in Bolivien! Über 16.600 Dinosaurier-Spuren entdeckt! Ein Blick in das Leben der Urzeit-Giganten!“

Über 16.600 Dinosaurier-Spuren: Rekordfund gibt Einblick in das Verhalten der Urzeitriesen

26.12.25, 19:53

Paläontologie

Illustration zu neuer Stoffwechselforschung: Leuchtende Mitochondrien werden im Labor aktiviert und symbolisieren erhöhten Kalorienverbrauch. Daneben ein übergewichtiger, schwitzender Mann vor Flammen als Metapher für gesteigerte Fettverbrennung. Großflächiger Text: ‚Fett weg durch Zell-Turbo?‘ und ‚Neue Wunderpille in Sicht?‘

Forschungsdurchbruch: Wirkstoff kurbelt Mitochondrien an – neuer Ansatz gegen Übergewicht?

26.12.25, 19:29

Medizin

Illustration eines menschlichen Kopfes im Profil mit leuchtend rot dargestelltem Gehirn und hervorgehobenen Blutgefäßen. Eine Lupe zeigt ein verengtes Blutgefäß mit Blutkörperchen. Auf dem Bild steht der Text: „Neue Studie zeigt: Schlechte Hirndurchblutung = höheres Demenz-Risiko! Warum sind unsere Gefäße so entscheidend?“

Neuer Ansatz zur Behandlung von Demenz: Lipid-Therapie zeigt vielversprechende Ergebnisse

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Medizin

Ein älterer Mann hält sich schmerzverzerrt an die Brust, im Hintergrund ein Rettungswagen mit Blaulicht, ein leuchtendes Gehirn-Symbol und eine EKG-Linie. Links liegt eine geöffnete Tablettendose mit verstreuten Pillen. Große Schlagzeile: „Tramadol – gefährlicher als gedacht?“ Darunter der Hinweis „Neue Studie deckt alarmierende Risiken auf!“ sowie Icons mit Texten zu Herzproblemen, mehr Krankenhausaufenthalten und Krampfanfällen.

Tramadol: Beliebtes Schmerzmittel mit unterschätzten Risiken?

26.12.25, 16:00

Medizin

Illustration eines riesigen kosmischen Filaments im Weltraum, in dem zahlreiche Spiralgalaxien entlang eines leuchtenden Materiefadens angeordnet sind und eine gemeinsame Rotationsbewegung zeigen. Das Filament erstreckt sich über hunderte Millionen Lichtjahre vor einem dunklen Sternenhintergrund. Auf dem Bild steht der Text: „Ein gigantisches Filament dreht sich! Hundert Millionen Lichtjahre lang – Galaxien rotieren synchronisiert! Das größte Rotationsrätsel des Universums!“

Riesiges rotierendes Galaxien-Filament entdeckt – Neues Puzzlestück im kosmischen Netz

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Astronomie, Kosmologie

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Rasanter Anstieg bei Artbeschreibungen – Vielfalt des Lebens größer als gedacht

26.12.25, 14:32

Biologie

Gelber autonomer Unterwasserroboter „Ran“ fährt mit eingeschaltetem Scheinwerfer unter einer dicken antarktischen Eisschicht durch eisige Unterwasserkanäle; über dem Motiv dramatische Schlagzeilen wie „Geheimnisse unter dem Eis“ und „Tiefsee-Roboter verschollen“, die auf eine brisante wissenschaftliche Entdeckung und einen Kontaktabbruch hinweisen.

U-Boot verschwindet unter antarktischem Eis – rätselhafte Strukturen entdeckt

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Klima & Umwelt

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Superkilonova: Haben Astronomen erstmals eine doppelte Sternexplosion beobachtet?

26.12.25, 10:35

Astronomie, Kosmologie, Physik

Facebook-Titelbild im quadratischen Format: Links ein nachdenklich blickendes Kind vor dunklem, rissigem Hintergrund. Rechts mehrere Kinder in unterschiedlich farbigen Puzzleteilen, die verschiedene Verhaltensweisen zeigen. Große Schlagzeile im Bild: „Das Aus für das Autismus-Spektrum?“ Darunter: „Vier Autismus-Typen entdeckt?“ und „Alles, was wir bisher dachten, könnte falsch sein!“. Visualisiert die neue Forschung zu unterschiedlichen Autismus-Subtypen.

Warum Autismus keine einheitliche Störung ist – neue genetische Hinweise

26.12.25, 10:23

Psychologie, Neurowissenschaft

Illustration eines Quantenexperiments: Leuchtende Laser treffen auf ultrakalte Atome in einem optischen Gitter, dargestellt als stufenförmig angeordnete Energieniveaus mit schwebenden Atomen. Daneben ein wissenschaftlicher Aufbau mit Optik und Detektoren. Großzügige, kontrastreiche Typografie mit dem Text „Quantensensation! Shapiro-Stufen in ultrakalten Atomen entdeckt!“. Visueller Eindruck von Präzision, Hightech und moderner Quantenforschung.

Ultrakalte Atome erklimmen eine Quanten-„Treppe“

26.12.25, 06:24

Physik

Zwei weiße Labormäuse im direkten Vergleich: links eine Maus in steriler Laborumgebung, rechts eine Maus in naturnaher Umgebung mit Gras, Holz und Sonnenlicht. Pfeil zeigt den Übergang von Labor zu Natur. Großer Text im Bild: „Angst geheilt ohne Medikamente?“ und „Forscher entdecken: Natur reduziert Angst in nur 7 Tagen“.

Wenn Labormäuse „verwildern“, verschwindet Angst erstaunlich schnell

25.12.25, 18:36

Medizin, Psychologie, Biologie

Illustration einer unreifen menschlichen Lunge mit leuchtend roten Blutgefäßen, die aktiv wachsen und sich verzweigen. Im unscharfen Hintergrund liegt ein Frühgeborenes in einem Inkubator auf der Intensivstation. Der Bildtext lautet: „Forscher aktivieren das Wachstum der Lunge – Ein neuer Ansatz für Frühgeborene“.

Forscher aktivieren das Wachstum der Lunge

25.12.25, 18:10

Medizin

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