Wissenschaftliche Meldungen
Über 16.600 Dinosaurier-Spuren: Rekordfund gibt Einblick in das Verhalten der Urzeitriesen
26.12.25, 19:53
Paläontologie

Rekordfund in Bolivien: Tausende Dinosaurier-Spuren erzählen von Bewegung, Jagd und Wasser
Im Hochland von Torotoro Nationalpark haben Paläontologen eine Fundstelle dokumentiert, die in ihrer Dimension weltweit einzigartig ist. Mehr als 16.600 fossile Dinosaurier-Fußabdrücke wurden auf einer zusammenhängenden Fläche freigelegt und systematisch untersucht. Die Spuren stammen aus der späten Kreidezeit, also aus einer Phase kurz vor dem Massenaussterben der Dinosaurier vor etwa 66 Millionen Jahren, und eröffnen einen seltenen Blick auf das Verhalten dieser Tiere im Alltag.
Eine Momentaufnahme aus der späten Kreidezeit
Die Abdrücke konzentrieren sich auf ein ehemaliges Feuchtgebiet, das einst von flachen Seen, schlammigen Ufern und zeitweise überfluteten Ebenen geprägt war. In diesem Umfeld hinterließen vor allem zweibeinige, fleischfressende Dinosaurier ihre Spuren. Die enorme Dichte der Abdrücke macht deutlich, dass das Gebiet über längere Zeit intensiv genutzt wurde – möglicherweise als bevorzugte Route entlang des Wassers oder als Jagdrevier.
Spuren verraten mehr als nur Größe und Gewicht
Besonders aufschlussreich ist die Vielfalt der dokumentierten Spuren. Neben klaren Laufspuren finden sich abrupt endende Trittfolgen, enge Wendemanöver und unterschiedlich tief eingedrückte Abdrücke, die auf wechselnde Geschwindigkeiten schließen lassen. Einige Fährten zeigen, dass die Tiere offenbar stoppten, ihre Richtung änderten oder sich gruppenweise bewegten. Solche Details erlauben Rückschlüsse auf Verhalten, das sich aus Knochenfunden allein kaum rekonstruieren lässt.
Hinweise auf Schwimmen und Watbewegungen
Zu den spektakulärsten Befunden zählen sogenannte Schwimm- oder Watspuren. Dabei handelt es sich um langgezogene, flache Kratzmarken, die entstehen, wenn ein Dinosaurier mit den Füßen den Untergrund berührt, während sein Körper teilweise vom Wasser getragen wird. Diese Spuren deuten darauf hin, dass einige Tiere durch seichte Gewässer schwammen oder wateten – ein Verhalten, das bislang nur selten so eindeutig belegt werden konnte.
Jungtiere, Erwachsene und mögliche Routen
Die Spannweite der Abdrücke reicht von sehr kleinen bis zu über 30 Zentimeter langen Trittsiegeln. Das spricht dafür, dass sowohl Jungtiere als auch ausgewachsene Dinosaurier das Gebiet nutzten. Auffällig ist zudem die ähnliche Ausrichtung vieler Spurfolgen. Sie könnte darauf hinweisen, dass die Tiere regelmäßig entlang derselben Wege zogen – möglicherweise saisonal oder als Teil größerer Wanderbewegungen durch das damalige Südamerika.
Warum dieser Fund wissenschaftlich so bedeutend ist
Die bolivianische Fundstelle zeigt, dass Fossilien nicht nur einzelne Tiere dokumentieren, sondern ganze Verhaltensmuster konservieren können. Statt isolierter Skelette liefert der Boden hier eine Art Bewegungsprotokoll aus einer längst vergangenen Welt. Für die Paläontologie ist das ein seltener Glücksfall, der hilft, Dinosaurier nicht nur als statische Museumsobjekte zu begreifen, sondern als aktive, sich an ihre Umwelt anpassende Lebewesen.
Ein empfindliches Archiv der Erdgeschichte
Gleichzeitig macht der Fund deutlich, wie verletzlich solche Spuren sind. Erosion, landwirtschaftliche Nutzung und Bauarbeiten können fossile Abdrücke unwiederbringlich zerstören. Der langfristige Schutz des Areals gilt daher als entscheidend, um dieses außergewöhnliche Archiv der Erdgeschichte auch für künftige Forschung zu erhalten.
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