Wissenschaftliche Meldungen
Winziger Chip löst zentrales Problem der Quantencomputer
26.12.25, 21:22
Physik, Technologie

Neuartiges On-Chip-Bauelement zur extrem präzisen Lasersteuerung
Ein internationales Forschungsteam hat ein neuartiges mikroelektronisches Bauelement vorgestellt, das die präzise Kontrolle von Laserfrequenzen direkt auf einem Chip ermöglicht. Die Entwicklung gilt als wichtiger Fortschritt für Quantentechnologien, insbesondere für Quantencomputer, die mit Atomen oder Ionen als Informationsträger arbeiten. Der Chip ist extrem klein – deutlich dünner als ein menschliches Haar – und lässt sich mit etablierten Halbleiterverfahren herstellen.
Laser spielen in vielen Quantencomputer-Architekturen eine zentrale Rolle. Sie werden genutzt, um einzelne Quantenbits gezielt anzusteuern, ihren Zustand zu verändern oder Messungen durchzuführen. Dafür müssen Frequenz und Phase des Lichts mit außerordentlicher Genauigkeit kontrolliert werden. Bislang geschieht das meist mit vergleichsweise großen, energieintensiven optischen Bauteilen, die sich nur schwer vervielfältigen lassen.
Der neue Chip ersetzt diese sperrigen Komponenten durch einen integrierten Ansatz. Er nutzt hochfrequente elektrische Schwingungen, um den Phasenverlauf eines Laserstrahls direkt auf dem Chip zu modulieren. Auf diese Weise lassen sich neue Laserfrequenzen sehr präzise erzeugen, ohne dass zusätzliche optische Geräte nötig sind. Messungen zeigen, dass der Energieverbrauch dabei um Größenordnungen geringer ausfällt als bei herkömmlichen Lösungen, während gleichzeitig weniger Wärme entsteht.
Warum Skalierung der Engpass der Quantencomputer ist
Die Bedeutung dieser Entwicklung liegt vor allem in der Skalierbarkeit. Leistungsfähige Quantencomputer der Zukunft sollen nicht aus einigen Dutzend, sondern aus Tausenden oder sogar Millionen Qubits bestehen. Jedes einzelne davon muss zuverlässig und unabhängig angesteuert werden. Schon heute ist absehbar, dass klassische optische Aufbauten diese Aufgabe weder platzsparend noch energieeffizient bewältigen können.
Indem die Lasersteuerung auf einen winzigen Chip verlagert wird, entsteht ein Baustein, der sich prinzipiell massenhaft vervielfältigen lässt. Besonders relevant ist dabei, dass der Chip mit gängigen CMOS-Fertigungsprozessen kompatibel ist – also mit denselben industriellen Verfahren, mit denen auch heutige Computerprozessoren produziert werden. Das senkt nicht nur die Kosten, sondern eröffnet auch die Möglichkeit, Quanten- und klassische Steuerelektronik enger zu integrieren.
Einordnung und offene Fragen
Trotz des technologischen Durchbruchs handelt es sich nicht um einen fertigen Quantencomputer. Der Chip löst vielmehr eines von mehreren grundlegenden Problemen auf dem Weg zu großen, praktikablen Quantenrechnern. Andere Herausforderungen – etwa die Stabilität der Qubits, Fehlerkorrektur oder die Kühlung der Systeme – bleiben weiterhin bestehen.
Dennoch zeigt die Arbeit, dass zentrale Schlüsselkomponenten der Quantentechnologie zunehmend miniaturisiert und industrialisiert werden können. Damit rückt eine Zukunft näher, in der Quantencomputer nicht mehr nur aus Laboraufbauten bestehen, sondern als komplexe, integrierte Systeme realisierbar werden.
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