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Wissenschaftliche Meldungen

Warum manche politische Gewalt gutheißen: Große West­europa-Studie vergleicht Radikale, Extremisten und Fundamentalisten

28.1.26, 17:34

Gesellschaft, Soziologie, Psychologie, Politik

Quadratisches Titelbild mit dramatischer, dunkler Farbgestaltung in Rot-, Orange- und Schwarztönen: Links ein vermummter Mann mit erhobener Faust, in der Mitte eine große geballte Faust vor rissigem Hintergrund, rechts ein betender Mann mit religiöser Kopfbedeckung. Darüber der Titel „Radikale, Extremisten, Fundamentalisten: Was sie ähnlich macht – und was nicht“. Zentral hervorgehoben die Frage „Wer rechtfertigt Gewalt?“. Unten das Logo und der Hinweis auf Wissenschaftswelle.de.

Radikale, Extremisten, Fundamentalisten: Was sie ähnlich macht – und was nicht


In öffentlichen Debatten werden „radikal“, „extremistisch“ und „fundamentalistisch“ oft wie austauschbare Etiketten benutzt. Eine neue vergleichende Studie aus West­europa hält dagegen und fragt systematisch: Welche Faktoren hängen mit diesen Haltungen zusammen – und wer von diesen Gruppen findet politische Gewalt überhaupt legitim? Das Forschungsteam um Marc Helbling (Universität Mannheim) hat dafür Umfragedaten aus Deutschland, Großbritannien und den Niederlanden ausgewertet und dabei erstmals in großem Maßstab verschiedene ideologische „Ränder“ mit neu entwickelten, validierten Messinstrumenten direkt miteinander verglichen.


Worum es in der Studie eigentlich geht: Einstellungen statt Taten


Die Studie schaut nicht auf tatsächliche Gewalttäterinnen und Gewalttäter, sondern auf Einstellungen, die politische Gewalt befürworten oder demokratische Grundprinzipien ablehnen können. Das ist ein wichtiger Unterschied: Zwischen einer Haltung und einer Handlung liegen viele Hürden wie soziale Normen, Gelegenheiten, Fähigkeiten und Kontrolle. Genau deshalb kann es gesellschaftlich relevant sein, wie verbreitet Gewaltlegitimation oder antidemokratische Überzeugungen in bestimmten Milieus sind, selbst wenn die meisten Menschen daraus keine Taten folgen lassen.


Die Begriffe sauber getrennt: Extremismus, Radikalismus, religiöser Fundamentalismus


Die Autorinnen und Autoren arbeiten mit einer klaren begrifflichen Trennung, die im Alltag oft verschwimmt. Extremismus beschreibt hier Einstellungen, die die freiheitlich-demokratische Grundordnung und den Rechtsstaat grundsätzlich infrage stellen. Religiöser Fundamentalismus teilt diese antidemokratischen Elemente, fokussiert aber auf Religion und die Vorstellung einer einzig „wahren“ Auslegung, die als unfehlbar gilt. Radikalismus wird davon abgegrenzt: Radikale akzeptieren zwar Verfahren der Demokratie, stellen aber grundlegende Werte liberaler Demokratien infrage – und das kann je nach Ausrichtung sehr unterschiedlich begründet werden, etwa rechtsradikal über ethnischen Nationalismus und Abwertung, linksradikal über eine sehr weit getriebene Gleichheitsidee, die individuelle Freiheit überlagern kann.


Ein gemeinsamer Kern: jung, männlich, eher niedriger Bildungsgrad – plus das Gefühl, nicht zu zählen


Über viele Länder und Gruppen hinweg findet die Studie auffällige Gemeinsamkeiten in den soziodemografischen und sozialpsychologischen Hintergründen. Häufiger vertreten sind jüngere Männer mit niedrigerem Bildungsniveau. Besonders zentral ist ein Motiv, das die Forschung als „Bedeutsamkeits-“ oder „Signifikanz“-Bedürfnis beschreibt: das Gefühl, nicht ernst genommen zu werden, nicht „zu zählen“, gesellschaftlich abgewertet oder übersehen zu sein. Das kann mit politischer Enttäuschung, sozialer Ausgrenzung, Diskriminierungserfahrungen oder wirtschaftlicher Ungleichheit zusammenhängen – und dann in Entfremdung, Isolation und dem Eindruck münden, materiell oder sozial abgehängt zu sein.


Wichtig ist dabei: Das sind statistische Zusammenhänge auf Gruppenebene, keine „Schablone“, mit der man einzelne Menschen erklären oder vorhersagen könnte. Viele Menschen erleben Benachteiligung oder Statusverlust, ohne daraus antidemokratische oder gewaltlegitimierende Einstellungen zu entwickeln. Die Studie beschreibt also eher Risikokonstellationen als Determinismus.


Unterschiede, die politisch wehtun: Geschlecht, Alter, Religion – und welche „Ränder“ gemeint sind


Trotz vieler Gemeinsamkeiten zeigt die Studie auch Unterschiede, die gegen pauschale Erzählungen sprechen. Frauen sind demnach eher bei linksradikalen Haltungen vertreten als bei rechtsradikalen. Beim Alter ist das Bild ebenfalls nicht überall gleich: Ältere Menschen sind insgesamt seltener fundamentalistisch, extremistisch oder linksradikal eingestellt – bei rechtsradikalen Einstellungen gilt das aber nicht in derselben Weise; dort sind Ältere nicht automatisch „weniger“ rechtsradikal als Jüngere.


Auch Religion wird differenziert betrachtet. Religiöse Menschen sind in den Daten insgesamt anfälliger für radikale, extremistische und fundamentalistische Einstellungen – und das gilt nicht nur für eine Konfession, sondern ähnlich für Christinnen und Christen (katholisch, protestantisch) wie für Musliminnen und Muslime. Eine spezifische Ausnahme wird ebenfalls berichtet: Protestanten sind in den Daten weniger häufig linksradikal eingestellt als andere Gruppen.


Der härteste Befund: Gewaltlegitimation ist bei „Extremisten“ um ein Vielfaches höher


Der deutlichste Trennstrich zwischen den Gruppen verläuft bei der Frage, ob politische Gewalt als gerechtfertigt angesehen wird. In der Gesamtbevölkerung liegt die Zustimmung zu verschiedenen Formen politischer Gewalt in der Studie im einstelligen Prozentbereich. Bei links- und rechtsextrem eingestuften Befragten liegt sie dagegen bei rund 60 Prozent. Religiöse Fundamentalisten zeigen zwar ebenfalls häufiger Gewaltlegitimation als die Gesamtbevölkerung, aber deutlich seltener als politische Extremisten: je nach Ausprägung etwa im Bereich von 10 bis 20 Prozent.


Auch hier gilt: Zustimmung ist nicht gleich Tat. Aber Zustimmung kann ein gesellschaftliches Klima schaffen, in dem Gewalt eher als „vertretbar“ erscheint, Mitläufer bestärkt werden oder radikalere Akteure Legitimation bekommen. Prävention heißt dann nicht nur „die wenigen Täter stoppen“, sondern auch die sozialen und psychologischen Bedingungen ernst nehmen, unter denen Gewalt als Option überhaupt attraktiv wirkt.


Was sich daraus ableiten lässt – und was nicht


Die Studie liefert vor allem zwei Dinge: erstens eine begrifflich und methodisch sauberere Vergleichsbasis, um Radikalismus, Extremismus und religiösen Fundamentalismus auseinanderzuhalten. Zweitens den Hinweis, dass viele der typischen „Treiber“ weniger mit einer einzelnen Ideologie zu tun haben, sondern mit sozialen Erfahrungen, Anerkennungsfragen und dem Gefühl, gesellschaftlich keinen Platz zu haben. Das ist unbequem, weil es Prävention nicht auf einfache Feindbilder reduziert.


Gleichzeitig muss man vorsichtig sein: Umfragedaten zeigen Zusammenhänge, aber sie beweisen nicht automatisch, was Ursache und was Folge ist. Wer sich politisch entfremdet fühlt, kann eher zu radikalen Positionen tendieren – radikale Positionen können aber auch Entfremdung verstärken. Und Messinstrumente, so gut sie validiert sind, bleiben Annäherungen an komplexe Einstellungen. Trotzdem ist die Stärke dieser Arbeit, dass sie systematisch vergleicht, statt alles in einen Topf zu werfen.

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Aktuelle Studien zeigen: COVID-19-Impfungen bleiben sinnvoll

26.12.25, 22:25

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Abgemagerte afrikanische Pinguine liegen reglos an einer felsigen Küste, ein geschwächter Pinguin steht daneben. Im Hintergrund ein Fischereischiff auf dunklem Meer, darüber die Schlagzeile „Massensterben der Pinguine – Hunger-Katastrophe in Afrika“.

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26.12.25, 21:37

Klima & Umwelt, Zoologie

Ein Weißwedelhirsch steht nachts im dunklen Wald, während Urinspur und Baumrinde unter ultraviolettem Licht violett und grün leuchten. Eine UV-Lampe beleuchtet den Waldboden, der Hirsch blickt aufmerksam in die Kamera. Auf dem Bild steht der Text: „Neue Studie schockt: Geheime UV-Signale bei Wildtieren entdeckt“.

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Winziger Chip löst zentrales Problem der Quantencomputer

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Warum manche Menschen gleiche Fehler wiederholen

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Psychologie, Medizin

Ein realistisches 1:1-Titelbild: Links ein humanoider KI-Roboter mit leuchtenden Augen, der mit einer Lupe Reagenzgläser und eine DNA-Helix untersucht; rechts ein überforderter menschlicher Wissenschaftler im Labor, der nachdenklich auf Forschungspapiere blickt. Im Hintergrund Formeln und wissenschaftliche Symbole. Große, kontrastreiche Schlagzeile im Bild: „KI im Realitätscheck! Warum KI noch KEINE echte Forschung betreibt! Neuer Test entlarvt die Schwächen der Sprachmodelle.“

Große Sprachmodelle im Härtetest: KI scheitert an echter Wissenschaft

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Künstliche Intelligenz

Realistische Szene im Hochland Boliviens mit fossilen Dinosaurier-Fußabdrücken im Vordergrund und einem fleischfressenden Dinosaurier, der durch seichtes Wasser läuft. Im Hintergrund eine karge, bergige Landschaft. Auf dem Bild steht der Text: „Sensationsfund in Bolivien! Über 16.600 Dinosaurier-Spuren entdeckt! Ein Blick in das Leben der Urzeit-Giganten!“

Über 16.600 Dinosaurier-Spuren: Rekordfund gibt Einblick in das Verhalten der Urzeitriesen

26.12.25, 19:53

Paläontologie

Illustration zu neuer Stoffwechselforschung: Leuchtende Mitochondrien werden im Labor aktiviert und symbolisieren erhöhten Kalorienverbrauch. Daneben ein übergewichtiger, schwitzender Mann vor Flammen als Metapher für gesteigerte Fettverbrennung. Großflächiger Text: ‚Fett weg durch Zell-Turbo?‘ und ‚Neue Wunderpille in Sicht?‘

Forschungsdurchbruch: Wirkstoff kurbelt Mitochondrien an – neuer Ansatz gegen Übergewicht?

26.12.25, 19:29

Medizin

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Neuer Ansatz zur Behandlung von Demenz: Lipid-Therapie zeigt vielversprechende Ergebnisse

26.12.25, 16:47

Medizin

Ein älterer Mann hält sich schmerzverzerrt an die Brust, im Hintergrund ein Rettungswagen mit Blaulicht, ein leuchtendes Gehirn-Symbol und eine EKG-Linie. Links liegt eine geöffnete Tablettendose mit verstreuten Pillen. Große Schlagzeile: „Tramadol – gefährlicher als gedacht?“ Darunter der Hinweis „Neue Studie deckt alarmierende Risiken auf!“ sowie Icons mit Texten zu Herzproblemen, mehr Krankenhausaufenthalten und Krampfanfällen.

Tramadol: Beliebtes Schmerzmittel mit unterschätzten Risiken?

26.12.25, 16:00

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Riesiges rotierendes Galaxien-Filament entdeckt – Neues Puzzlestück im kosmischen Netz

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Rasanter Anstieg bei Artbeschreibungen – Vielfalt des Lebens größer als gedacht

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Gelber autonomer Unterwasserroboter „Ran“ fährt mit eingeschaltetem Scheinwerfer unter einer dicken antarktischen Eisschicht durch eisige Unterwasserkanäle; über dem Motiv dramatische Schlagzeilen wie „Geheimnisse unter dem Eis“ und „Tiefsee-Roboter verschollen“, die auf eine brisante wissenschaftliche Entdeckung und einen Kontaktabbruch hinweisen.

U-Boot verschwindet unter antarktischem Eis – rätselhafte Strukturen entdeckt

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Dramatische Illustration einer vermuteten Superkilonova im Weltraum: Links verschmelzen zwei Neutronensterne unter intensiven Gravitationswellen, rechts explodiert eine helle Supernova mit blau-weißer Schockfront. Leuchtende Explosionen vor Sternenhintergrund. Eingeblendeter Text: ‚Superkilonova entdeckt? Zwei Explosionen – ein mysteriöses Signal!

Superkilonova: Haben Astronomen erstmals eine doppelte Sternexplosion beobachtet?

26.12.25, 10:35

Astronomie, Kosmologie, Physik

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Illustration eines Quantenexperiments: Leuchtende Laser treffen auf ultrakalte Atome in einem optischen Gitter, dargestellt als stufenförmig angeordnete Energieniveaus mit schwebenden Atomen. Daneben ein wissenschaftlicher Aufbau mit Optik und Detektoren. Großzügige, kontrastreiche Typografie mit dem Text „Quantensensation! Shapiro-Stufen in ultrakalten Atomen entdeckt!“. Visueller Eindruck von Präzision, Hightech und moderner Quantenforschung.

Ultrakalte Atome erklimmen eine Quanten-„Treppe“

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Wenn Labormäuse „verwildern“, verschwindet Angst erstaunlich schnell

25.12.25, 18:36

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Illustration einer unreifen menschlichen Lunge mit leuchtend roten Blutgefäßen, die aktiv wachsen und sich verzweigen. Im unscharfen Hintergrund liegt ein Frühgeborenes in einem Inkubator auf der Intensivstation. Der Bildtext lautet: „Forscher aktivieren das Wachstum der Lunge – Ein neuer Ansatz für Frühgeborene“.

Forscher aktivieren das Wachstum der Lunge

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