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Wissenschaftliche Chiropraktik unter dem Mikroskop

Das Titelbild ist in der Mitte geteilt. Links sieht man eine leuchtende, stilisierte Wirbelsäule vor einem dunklen, kosmisch wirkenden Hintergrund mit abstrakten Symbolen – sie steht für die eher mystische, esoterische Seite der Chiropraktik. Rechts beugt sich ein Arzt im weißen Kittel in einem modernen, technisch wirkenden Raum über einen Patienten und legt ihm beruhigend die Hand auf die Schulter; im Hintergrund sind Monitore zu sehen. Oben steht groß „Chiropraktik unter dem Mikroskop“, unten der Untertitel „Was wirklich belegt ist – und was gefährlicher Mythos bleibt“.

Einrenken ohne Esoterik? So weit ist die wissenschaftliche Chiropraktik wirklich


Chiropraktik polarisiert wie kaum eine andere Behandlungsmethode: Für die einen ist sie die rettende Hand bei Rückenschmerzen, für die anderen esoterische Spielerei mit potenziellen Risiken. Genau zwischen diesen Polen bewegt sich die Frage, ob und in welchem Bereich wir von wissenschaftlicher Chiropraktik sprechen können – und wo Mythen und Marketingversprechen dominieren.


Bevor wir einsteigen: Wenn du Lust auf mehr solcher tiefen, aber gut erklärten Wissenschafts-Deep Dives hast, abonniere gern meinen monatlichen Newsletter – dort gibt es regelmäßig neue Analysen aus Medizin, Wissenschaft und Gesellschaft.


Die Geschichte der Chiropraktik ist ein bisschen wie eine Staffel „Science vs. Spirituality“: Sie beginnt mit einer fast mystischen Heilsbehauptung im 19. Jahrhundert und endet heute in Leitlinien, Gerichtssälen und Universitätsseminaren. Schauen wir uns an, was von der ursprünglichen Idee übrig geblieben ist, was nachweislich wirkt – und was besser in den historischen Giftschrank der Medizingeschichte gehört.


Eine Profession zwischen Vitalismus und Leitlinie


Die Chiropraktik entstand nicht im Labor, sondern im Kopf eines „Magnetic Healers“: D.D. Palmer soll 1895 mit einem Handgriff das Gehör eines Hausmeisters wiederhergestellt haben – daraus leitete er ab, dass verschobene Wirbel (Subluxationen) 95 % aller Krankheiten verursachen. Eine kühne These, höflich formuliert.


Anstatt sich Schritt für Schritt aus physiologischer Forschung zu entwickeln, wurde Chiropraktik als fertige Weltformel präsentiert: Wirbel verschoben → Nerv blockiert → Lebensenergie gestört → Krankheit. Diese Lebensenergie nannte Palmer „Innate Intelligence“, eine Art göttliche Intelligenz, die den Körper steuert und über das Nervensystem fließt. Das klingt eher nach spiritueller Kosmologie als nach Neurophysiologie.


Spannend ist: Parallel zu diesem vitalistischen Erbe hat sich die moderne Chiropraktik längst ein zweites Gesicht zugelegt. Heute finden wir chiropraktische Behandlungen in Versorgungsleitlinien zu Rückenschmerzen, in Universitätscurricula und sogar in Masterstudiengängen. In vielen Ländern sind Chiropraktor:innen fest in die Regelversorgung eingebunden.


Das Ergebnis ist eine Disziplin mit gespaltener Persönlichkeit: Auf der einen Seite die historisch-esoterische Lehre von Subluxationen als Ursache aller Krankheiten, auf der anderen Seite evidenzbasierte Therapieformen für ganz bodenständige Probleme wie Rückenschmerzen, Nackenschmerzen und gewisse Kopfschmerzen. Diese innere Spannung zu verstehen, ist der Schlüssel, um seriöse von fragwürdiger Chiropraktik zu unterscheiden.


Von „Innate Intelligence“ zur wissenschaftlichen Chiropraktik


Um einschätzen zu können, was die Chiropraktik heute leisten kann, müssen wir ihre Grundideen einmal sezierend betrachten.


Die klassische Lehre geht davon aus, dass eine immaterielle Kraft – die „Innate Intelligence“ – über das Nervensystem fließt und durch Wirbelfehlstellungen gestört werden kann. Daraus entstand das berühmte „Bone out of place“-Modell: Ein Wirbel ist minimal verschoben, drückt auf einen Nerv, behindert den Fluss dieser Lebensenergie und löst so Krankheiten aus – nicht nur Rückenschmerzen, sondern theoretisch alles von Asthma bis Bluthochdruck.


Aus Sicht der modernen Physiologie ist das gleich doppelt problematisch:


  • Die „Innate Intelligence“ ist als Kraft weder messbar noch naturwissenschaftlich definiert.

  • Radiologische und anatomische Untersuchungen zeigen kaum die statischen „Wirbel aus der Bahn“, die dieses Modell verlangt – und schon gar nicht in einem Ausmaß, das einen Spinalnerv so komprimieren würde, dass innere Organe erkranken.


Deshalb hat sich in den letzten Jahrzehnten ein neues Verständnis durchgesetzt. Viele akademische Einrichtungen verabschieden sich explizit von der vitalistischen Subluxationslehre und sprechen stattdessen von „segmentaler Dysfunktion“ oder „Hypomobilität“:


Nicht ein magischer Energiefluss, sondern fehlende Beweglichkeit und veränderte neurophysiologische Reflexe stehen im Mittelpunkt. Manipulation soll dann vor allem Schmerz modulieren, Muskelspannung beeinflussen und Beweglichkeit verbessern.


Ein internationales Bündnis führender Ausbildungsstätten (ICEC) formulierte das so deutlich, dass es fast schon einem inneren Kulturkampf gleichkommt: Die Lehre der vertebralen Subluxation als Krankheitsursache sei nicht evidenzbasiert und dürfe, wenn überhaupt, nur noch historisch gelehrt werden. Kurz gesagt: Die Universitäten ziehen die Notbremse – und schieben die metaphysischen Bestandteile der Lehre sauber aus dem Bereich der wissenschaftlichen Chiropraktik hinaus.


Der Bürgerkrieg der Chiropraktik: „Straights“ vs. „Mixers“


Diese akademische Kurskorrektur verursacht innerhalb der Profession eine Art Dauer-Bürgerkrieg.


Die „Straights“ sehen sich als Bewahrer des ursprünglichen Palmer-Erbes. Ihre Mission: Subluxationen finden und mittels „Adjustments“ korrigieren, damit die „Innate Intelligence“ wieder frei fließen kann. Diagnosen im schulmedizinischen Sinn spielen oft eine Nebenrolle, der Fokus liegt ausschließlich auf der Wirbelsäule. Andere Therapieformen wie Physiotherapie oder Training lehnen sie als „Vermischung“ ab.


Die „Mixers“ dagegen versuchen, Chiropraktik als Spezialdisziplin des Bewegungsapparats in das moderne Gesundheitssystem einzubetten. Sie akzeptieren das biopsychosoziale Modell von Schmerzen, nutzen Bildgebung, orthopädische und neurologische Diagnostik und kombinieren Manipulation mit Übungen, Edukation und anderen physikalischen Therapien.


Für Patient:innen ist dieser Konflikt nicht nur akademisch. Je nachdem, in welche Praxis man gerät, bekommt man entweder:


  • eine strikt vitalistische Welterklärung, in der fast jede Beschwerde zur „Subluxation“ wird,oder

  • eine eher physiotherapeutisch geerdete, leitlinienorientierte Behandlung von Rückenschmerz & Co.


Wenn du selbst Erfahrungen mit Chiropraktik gemacht hast – eher „energetisch“ oder eher „physiomedizinisch“? Teile deine Eindrücke gern später in den Kommentaren, das hilft auch anderen, Angebote besser einzuordnen.


Was die Evidenz wirklich sagt: Rückenschmerz, Nacken, Kopf


Kommen wir zum harten Kern: Was kann Chiropraktik nachweislich?

Die beste Datenlage gibt es für Beschwerden des Bewegungsapparats, vor allem für unspezifische Rückenschmerzen. Leitlinien wie die des American College of Physicians ordnen die spinale Manipulation als eine von mehreren nicht-medikamentösen Optionen ein – neben Wärme, Massage oder Akupunktur.


Bei akuten Rückenschmerzen (unter sechs Wochen) zeigt sich in systematischen Reviews:


  • Manipulation ist etwas schmerzlindernd,

  • aber nicht klar besser als Placebo oder andere physikalische Maßnahmen,

  • und die Effekte sind eher klein bis moderat.


Bei chronischen Rückenschmerzen sieht es besser aus:


  • Hier ist Manipulation in etwa so wirksam wie Physiotherapie, Bewegungstherapie oder „Standardmedizin“.

  • Besonders sinnvoll erscheint sie als Teil eines Pakets: also kombiniert mit Übungen, Edukation und aktiver Lebensstiländerung statt als alleinige „Einrenk-Kur“.


Die deutsche Nationale Versorgungsleitlinie zum unspezifischen Kreuzschmerz spricht der manuellen Therapie deshalb eine „Kann-Empfehlung“ aus – mit der klaren Einschränkung, dass passive Maßnahmen wie Manipulation nicht allein stehen sollten, um Patienten nicht in eine passive Rolle zu drängen.


Ähnlich ist die Lage bei Nackenschmerzen und bestimmten Kopfschmerzformen (zervikogener Kopfschmerz, Migräneprophylaxe):


  • Manipulation – oder sanftere Mobilisation – kann Beschwerden reduzieren,

  • funktioniert aber am besten, wenn sie mit gezieltem Training kombiniert wird.

  • Interessanterweise zeigen Studien, dass die Manipulation der Brustwirbelsäule bei Nackenschmerzen ähnlich effektiv sein kann wie die der Halswirbelsäule – bei potenziell geringerem Risiko.


Kurz: Dort, wo es um muskuloskelettale Schmerzen geht und Chiropraktik auf Augenhöhe mit Physiotherapie und Training angewendet wird, finden wir solide Evidenz. Hier beginnt der Bereich, in dem man guten Gewissens von wissenschaftlicher Chiropraktik sprechen kann – vorausgesetzt, Diagnose, Kontraindikationen und Begleitmaßnahmen stimmen.


Wenn Chiropraktik mehr verspricht: Asthma, Koliken & Co.


Kritisch wird es immer dann, wenn Chiropraktik aus diesem „Kerngebiet Wirbelsäule“ ausbricht und beginnt, innere Erkrankungen oder Kinderkrankheiten zu behandeln.


Die Idee dahinter ist oft die sogenannte somatoviszerale Reflex-Hypothese: Reize aus Muskeln und Gelenken beeinflussen über das Nervensystem die inneren Organe. Das ist physiologisch nicht völlig abwegig – nur folgt daraus nicht automatisch, dass ein Wirbel-Adjustment Asthma, Bluthochdruck oder chronische Otitis heilen kann.


Systematische Reviews kommen hier zu einem ernüchternden Ergebnis:


  • Für Asthma verbessern sich subjektive Parameter wie Lebensqualität,

  • objektive Lungenfunktionswerte bleiben aber unverändert.

  • Bei kindlicher Kolik finden neuere, besser verblindete Studien keinen klaren Vorteil gegenüber Placebo oder gar keiner Behandlung.


Ein Teil des beobachteten Effekts lässt sich gut als „Placebo by Proxy“ erklären: Eltern fühlen sich unterstützt, sind weniger gestresst, interpretieren das Verhalten ihres Kindes positiver – und berichten dadurch von Verbesserungen, auch wenn die Intervention objektiv wenig verändert.


Besonders heikel ist die pädiatrische Chiropraktik. Wenn auf Basis fragwürdiger Evidenz Medikamente reduziert oder notwendige ärztliche Kontrollen aufgeschoben werden, kann es gefährlich werden.


Das hat z.B. Australien 2024 zu einem klaren Schritt veranlasst: Die Aufsichtsbehörde setzte ein Verbot spinaler Manipulation bei Kindern unter zwei Jahren wieder in Kraft, weil der Nutzen nicht belegt, mögliche Risiken aber vorhanden sind. Ein deutliches Signal, dass Regulierung immer weniger bereit ist, spekulative Anwendungen an vulnerablen Gruppen zu tolerieren.


Wenn dir jemand verspricht, mit ein paar Griffen Asthma, Allergien oder „das Immunsystem“ deines Kindes zu regulieren, ist Skepsis sehr angebracht. Hier überwiegt der Mythos – und er kann im schlimmsten Fall gefährlich werden.


Risiko Halswirbelsäulenmanipulation: Wie selten ist „selten“?


Kaum ein Thema entzweit Chiropraktik, Neurologie und Öffentlichkeit so stark wie die Frage: Kann das „Einrenken“ der Halswirbelsäule einen Schlaganfall auslösen?


Biologisch plausibel ist das durchaus: Die Vertebralarterien ziehen durch die Querfortsätze der Halswirbel, machen auf Höhe des Atlas eine scharfe Kurve und werden bei starker Rotation oder Streckung strapaziert. Ein Riss in der Gefäßwand (Dissektion) kann einen Thrombus bilden, der ins Gehirn wandert und dort einen ischämischen Schlaganfall verursacht.


Epidemiologische Studien liefern allerdings ein ambivalentes Bild:


  • Große Analysen aus Kanada und den USA fanden zwar einen Zusammenhang zwischen Schlaganfällen im vertebrobasilären Stromgebiet und einem kurz zuvor erfolgten Besuch beim Chiropraktor –

  • aber denselben Zusammenhang auch mit einem Besuch beim Hausarzt.


Die naheliegende Erklärung: Viele Betroffene haben bereits eine beginnende Dissektion, verspüren ungewohnte Nacken- und Kopfschmerzen und suchen Hilfe – ganz egal, ob beim Chiropraktor oder in der Hausarztpraxis. Das Ereignis tritt dann zeitlich nach der Behandlung auf, ist aber nicht zwingend durch die Behandlung verursacht.


Auf der anderen Seite existieren zahlreiche gut dokumentierte Fallberichte, in denen junge, ansonsten gesunde Menschen direkt nach einer HWS-Manipulation neurologische Ausfälle entwickelten. Statistisch extrem selten, ja – aber für die Betroffenen katastrophal.


Juristisch ist die Sache klarer als medizinisch: Der Bundesgerichtshof verlangt bei Eingriffen, die im Extremfall zu einer schweren Behinderung wie einem Schlaganfall führen können, eine ausführliche Aufklärung – selbst wenn das Risiko sehr gering ist. In neueren fachlichen Stellungnahmen zur Chiropraktik gilt der Hinweis auf ein potenzielles Schlaganfallrisiko inzwischen als Standard der informierten Einwilligung.


Für Patient:innen heißt das:


  • Eine seriöse Praxis wird dich über dieses sehr seltene, aber gravierende Risiko informieren.

  • Du darfst jederzeit nach Alternativen fragen – z.B. Mobilisationstechniken oder vorwiegend thorakale Manipulation, kombiniert mit Übungen.

  • Wenn du plötzlich neuartige, starke Nacken- oder Kopfschmerzen hast, ist ärztliche Abklärung wichtiger als der schnelle „Ruck“.


Deutsches Spezialproblem: Chiropraktor, Chiropraktiker, Chirotherapeut


In Deutschland kommt zur inhaltlichen Debatte eine ordentliche Portion Bürokratie-Chaos hinzu.


Rein rechtlich gibt es hier kein Berufsgesetz „Chiropraktik“. Stattdessen fällt alles unter das alte Heilpraktikergesetz. Das führt zu einer paradoxen Situation:


  • Chiropraktor:innen mit international anerkanntem Hochschulstudium (4–6 Jahre, nach WHO-Standards) müssen die allgemeine Heilpraktikerprüfung ablegen, um überhaupt behandeln zu dürfen.

  • Chiropraktiker:innen sind meist Heilpraktiker mit sehr unterschiedlich langen Fortbildungen in chiropraktischen Techniken – von wenigen Wochenenden bis zu längeren Kursen, ohne einheitlichen Standard.

  • Dazu kommen Chirotherapeut:innen, also Ärzt:innen mit einer vergleichsweise kurzen Zusatzweiterbildung in Manueller Medizin.


Für Patient:innen klingt das alles fast gleich, steht aber für völlig unterschiedliche Qualifikationsniveaus.


Ein Versuch, hier Klarheit zu schaffen, scheiterte 2023 vor dem Bayerischen Verwaltungsgerichtshof: Chiropraktor:innen wollten eine sektorale Heilpraktikererlaubnis speziell für ihre Fachrichtung – analog zu Physiotherapie oder Psychotherapie. Das Gericht lehnte ab mit der Begründung, Chiropraktik sei kein hinreichend klar umrissenes Berufsbild und die umfassende Heilpraktikerprüfung diene der Gefahrenabwehr für die „Volksgesundheit“.


Gleichzeitig entstehen an der Dresden International University akademische Studiengänge in Chiropraktik. Das ist ein Schritt in Richtung Professionalisierung, ändert aber vorerst nichts an der rechtlichen Einstufung.

Die Folge ist eine unübersichtliche Landschaft, in der Qualifikationsniveau und Berufsbezeichnung nicht intuitiv zusammenpassen. Wenn du dich behandeln lassen möchtest, lohnt sich deshalb ein genauer Blick:


  • Wo wurde die Person ausgebildet (Universität, akkreditierter Studiengang, Wochenendkurs)?

  • Gehört sie einem Fachverband mit klaren Qualitätsstandards an?

  • Arbeitet sie eher leitlinienorientiert oder mit Heilsversprechen für alle möglichen Organerkrankungen?


Transparenz ist hier kein Luxus, sondern Voraussetzung für Patientensicherheit.


Auf dem Weg zu einer wissenschaftlichen Chiropraktik


Wie könnte eine zukunftsfähige, wirklich wissenschaftliche Chiropraktik aussehen?


Erstens: Fokus auf den Bewegungsapparat. 

Die Evidenz ist am stärksten für Rückenschmerzen, Nackenschmerzen und bestimmte Kopfschmerzformen. Hier kann Chiropraktik im Team mit Physiotherapie, Sportmedizin, Schmerzpsychologie und Hausarztmedizin sinnvoll eingebettet werden.


Zweitens: Abschied von Vitalismus und Allheilanspruch. 

Konzepte wie „Innate Intelligence“ oder Subluxationen als Ursache fast aller Krankheiten gehören klar in den historischen Teil der Ausbildung – nicht in die moderne Praxis. Sie sind wissenschaftlich nicht haltbar und erschweren die Integration in die reguläre Versorgung.


Drittens: Sicherheitskultur und Aufklärung stärken. 

Das bedeutet: sorgfältige Differentialdiagnostik, Zurückhaltung bei riskanten Techniken, enge Kooperation mit Ärzt:innen und transparente Aufklärung über seltene, aber schwerwiegende Risiken.


Viertens: Klare Berufsprofile und Regulierung. 

In Ländern wie Deutschland braucht es langfristig eine Trennung zwischen hochschulisch ausgebildeten Fachleuten und kurzgeschulten Anbietern, damit Patient:innen wissen, mit wem sie es zu tun haben.


Fünftens: Interdisziplinarität leben. 

Eine moderne Chiropraktik, die sich als Teil der konservativen muskuloskelettalen Medizin versteht, kann ein wertvoller Baustein im Kampf gegen die enorme Last von Rücken- und Nackenschmerzen sein – wenn sie ihre Grenzen kennt und andere Fachdisziplinen nicht als Gegner, sondern als Partner sieht.


Wenn dich solche Schnittstellen zwischen Wissenschaft, Gesundheitspolitik und Gesellschaft interessieren, schau gern auch bei der Community vorbei – dort gibt es Videos, Diskussionen und Updates:



Und jetzt bist du dran: Welche Erfahrungen hast du mit Chiropraktik gemacht? Wurdest du eher evidenzbasiert beraten oder mit großen Heilsversprechen konfrontiert? Wenn dir dieser Artikel geholfen hat, das einzuordnen, lass gern ein Like da und teile deine Gedanken in den Kommentaren – damit mehr Menschen fundierte Entscheidungen über ihre Gesundheit treffen können.


Quellen:


  1. Chiropractic – Wikipedia (Überblick über Geschichte und Praxis) - https://en.wikipedia.org/wiki/Chiropractic

  2. Third Model of Chiropractic Care – TrustHope Wellness (Modellstrahl „Straights/Mixers“) - https://www.trusthopewellnesscare.com/third-model-of-chiropractic-care/

  3. The Subluxation – Historical Perspectives Part II - Chiro.org (Historie des Subluxationsbegriffs) - https://chiro.org/Subluxation/Subluxation_Historical_Perspectives_II.shtml

  4. Innate intelligence | Research Starters – EBSCO (Konzept „Innate Intelligence“) - https://www.ebsco.com/research-starters/history/innate-intelligence

  5. Historical overview and update on subluxation theories – PubMed Central - https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC3342797/

  6. Somatic Dysfunction and the Phenomenon of Visceral Disease Simulation – Chiro.org - https://chiro.org/Subluxation/Visceral_Disease_Simulation.shtml

  7. ICEC Position Statement – CMCC (Abgrenzung von vitalistischer Subluxationslehre) - https://www.cmcc.ca/documents/international-chiropractic-education-collaboration-position-statement.pdf

  8. Clinical and Professional Chiropractic Education: Position Statement – Macquarie University - https://www.mq.edu.au/__data/assets/pdf_file/0007/1178800/Education-position-statement-22062020.pdf

  9. Noninvasive Treatments for Acute, Subacute, and Chronic Low Back Pain – ACP Guideline - https://www.acpjournals.org/doi/10.7326/M16-2367

  10. Overview of Cochrane Reviews zu Rückenschmerztherapien – PubMed - https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/40139265/

  11. Benefits and harms of spinal manipulative therapy for chronic low back pain – BMJ - https://www.bmj.com/content/364/bmj.l689

  12. Spinal manipulative therapy for chronic low-back pain – Cochrane Review - https://www.cochrane.org/evidence/CD008112_spinal-manipulative-therapy-chronic-low-back-pain

  13. A systematic review of systematic reviews of spinal manipulation – NIH - https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC1420782/

  14. Low back pain and sciatica in over 16s – NICE Guideline - https://www.nice.org.uk/guidance/ng59/chapter/recommendations

  15. Nationale Versorgungsleitlinie Nicht-spezifischer Kreuzschmerz – AWMF - https://register.awmf.org/assets/guidelines/nvl-007l_S3_Kreuzschmerz_2017-03-abgelaufen.pdf

  16. Chiropractic care for children: Controversies and issues – PubMed Central - https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC2794701/

  17. Efficacy of chiropractic manual therapy on infant colic – PubMed - https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23158465/

  18. Assessing the evidence for chiropractic manipulation in paediatric health conditions – PubMed Central - https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC2722516/

  19. Chiropractic care for patients with asthma: Systematic Review – ResearchGate - https://www.researchgate.net/publication/41657498_Chiropractic_care_for_patients_with_asthma_A_systematic_review_of_the_literature

  20. Chiropractic Care in Children: A Review of Evidence and Safety – NIH - https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC12138143/

  21. Chiropractic Board reinstates interim policy (Verbot HWS-Manipulation bei Babys, Australien) - https://www.chiropracticboard.gov.au/News/2024-06-17-Chiropractic-Board-reinstates-interim-policy.aspx

  22. The potential dangers of neck manipulation & risk for dissection and stroke – NIH - https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC6016850/

  23. Systematic Review and Meta-analysis of Chiropractic Care and Cervical Artery Dissection – NIH - https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC4794386/

  24. Risk of Vertebrobasilar Stroke and Chiropractic Care – NIH - https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC2271108/

  25. VGH München, Urteil v. 23.11.2023 – 21 B 19.2105 (sektorale Heilpraktikererlaubnis) - https://www.gesetze-bayern.de/Content/Document/Y-300-Z-BECKRS-B-2023-N-48883?hl=true

  26. Berufsrecht der Heilpraktiker – Landesanwaltschaft Bayern - https://www.landesanwaltschaft.bayern.de/media/themenbereiche/gewerbe_und_berufe/2024-05-08_heilpraktikererlaubnis.pdf

  27. DIU Dresden – Chiropraktik-Studiengänge - https://www.mygermanuniversity.com/de/universities/Dresden-International-University/subject/chiropractic

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