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Nanoplastik und Gesundheit: Wie unsichtbare Plastikteilchen unseren Körper erobern

Das Titelbild zeigt eine vergrößerte Darstellung von winzigen Plastikpartikeln, die in einer bläulichen Flüssigkeit schweben, ähnlich wie Sterne in einem dunklen Hintergrund. Im Vordergrund ist schemenhaft die Silhouette eines menschlichen Kopfes oder Körpers angedeutet, sodass deutlich wird: Die unsichtbaren Partikel aus der Umwelt gelangen bis in unseren Organismus.

Das Zeitalter des Plastiks: Wie aus sichtbarem Müll eine unsichtbare Bedrohung wird


Wir leben offiziell im Zeitalter des Plastiks. Seit den 1950er-Jahren haben wir rund 8,3 Milliarden Tonnen Kunststoff produziert – mehr als die Masse aller wild lebenden Tiere auf diesem Planeten. Jedes Jahr kommen über 400 Millionen Tonnen hinzu. Ein Großteil davon ist nach wenigen Monaten oder Jahren Müll, der nicht verschwindet, sondern sich nur verändert.


Lange haben wir dabei vor allem an die Bilder gedacht, die viral gehen: Meeresschildkröten, die sich in Netzen verfangen, Wale mit Plastiktüten im Magen, Strände voller Flaschen. Doch während wir auf diese sichtbaren Dramen starren, passiert im Hintergrund etwas viel Heimtückischeres: Der Müll zerfällt – und hört irgendwann auf, sichtbar zu sein.


Aus großen Teilen werden Mikroplastik-Partikel, und aus Mikroplastik wird noch kleineres Nanoplastik. Diese Teilchen sind so winzig, dass sie nicht nur durch die Umwelt wandern, sondern auch durch uns hindurch – und sich dabei in Geweben festsetzen, von der Lunge bis ins Gehirn.


Wenn du Lust auf mehr solcher tiefen, aber gut erklärten Wissenschafts-Storys hast: Abonniere gerne meinen monatlichen Newsletter, in dem ich genau solche Themen rund um Umwelt, Medizin und Technik vertiefe.


Was Nanoplastik eigentlich ist – und warum Definitionen mehr sind als Wortklauberei


Klingt banal, ist aber in der Wissenschaft ziemlich umkämpft: Was genau ist Nanoplastik?


Historisch wurde Mikroplastik als alles < 5 mm definiert. Dann merkten Forscher:innen: Das ist viel zu grob. Unter dem Mikrometerbereich geht die Party erst richtig los. Zwei Lager haben sich etabliert:


  • Streng nanotechnologisch: Nanoplastik sind Partikel kleiner als 100 nm. Hier treten typische Nanoeffekte auf – etwa veränderte Oberflächenchemie und spezielle Aufnahmewege in Zellen.

  • Umweltpragmatisch: Nanoplastik umfasst alle Partikel < 1000 nm (also < 1 µm). Das schließt die Lücke zum Mikroplastik und passt besser zum tatsächlichen Verhalten in Wasser und Boden.


Ein Konsens formt sich über eine verhaltensbasierte Definition: Nanoplastik sind Kunststoffpartikel von etwa 1–1000 nm, die sich wie Kolloide verhalten. Das heißt: Sie sedimentieren nicht einfach, sondern bleiben durch Brownsche Molekularbewegung in Schwebe, dominiert von Oberflächenkräften statt von Schwerkraft. Genau dieses Verhalten sorgt dafür, dass sie mit Strömungen, Luftbewegungen und biologischen Flüssigkeiten (Blut, Darmsaft) quasi überall hingelangen können.


Dazu kommt die Unterscheidung nach Herkunft:


  • Primäres Nanoplastik wird bewusst in Nanogröße hergestellt, etwa in bestimmten Kosmetika, Farben, Beschichtungen, 3D-Druck-Materialien oder als Träger für Medikamente.

  • Sekundäres Nanoplastik entsteht, wenn größere Kunststoffteile in der Umwelt zerfallen – durch UV-Licht, Wellen, Abrieb, Mikroorganismen oder sogar den Magen von Tieren.


Gerade das sekundäre Nanoplastik ist extrem heterogen: zerfaserte Formen, Bruchstücke, unterschiedliche Additive, Pigmente und Alterungszustände. Kurzum: chemisch und physikalisch eine wilde Wundertüte.


Die entscheidende Eigenschaft aber ist das Verhältnis von Oberfläche zu Volumen. Je kleiner das Partikel, desto riesiger seine Oberfläche im Verhältnis zur Masse – und desto reaktiver wird es. Nanoplastik verhält sich damit wie ein Schwamm für andere Schadstoffe und wie ein Klettband für Biomoleküle.

An dieser Stelle wird klar: Die Frage „Was ist Nanoplastik?“ ist keine theoretische Haarspalterei, sondern Grundlage dafür, wie wir Nanoplastik und Gesundheit überhaupt wissenschaftlich fassen, messen und regulieren können.


Von Autoreifen bis Babyflasche: Wie Nanoplastik entsteht und in die Umwelt gelangt


Plastik zerfällt nicht „einfach so“ in Nanoteilchen – es wird regelrecht durch Umweltprozesse zermahlen und chemisch umgebaut.

Ein paar zentrale Wege:


1. UV-Licht und Photooxidation

Sonnenlicht, insbesondere UV-B, bricht kovalente Bindungen in den Polymerketten. Es entstehen Radikale, die mit Sauerstoff reagieren und die Oberfläche spröde, rissig und hydrophiler machen. Das Material verliert seine mechanische Stabilität und wird anfällig für weitere Fragmentierung. Hinzu kommen photothermische Effekte, bei denen das Material sich lokal erwärmt und noch schneller abbaut.


2. Mechanische Abrasion

Brandung, Sandreibung, Wellen – das Meer ist im Grunde eine gigantische Kugelmühle. Aber auch auf dem Land sind mechanische Kräfte entscheidend: Reifenabrieb auf Straßen, das Pflügen von Böden mit Mulchfolien, der Abrieb beim Waschen synthetischer Textilien. Studien zeigen: Schon ein Kunststoffteil kann durch Abrasion Tausende Mikro- und Nanoplastik-Partikel freisetzen.


3. Biologische Fragmentierung

Mikroorganismen und Tiere spielen ebenfalls mit. Bakterien und Pilze bilden Biofilme, scheiden Enzyme aus und schwächen die Oberfläche. In Experimenten hat man gesehen, dass Mikroplastik, das in mikrobiell aktiven Systemen inkubiert wird, Nanoplastik im Bereich von wenigen Dutzend bis einigen Hundert Nanometern freisetzen kann. Sogar der Verdauungstrakt von Organismen – etwa bei antarktischem Krill – kann Mikroplastik weiter in Nanoplastik „durchkauen“.


4. Direkte Freisetzung aus Produkten

Und dann gibt es den Shortcut: Nanoplastik, das direkt aus Alltagsprodukten kommt, ohne den Zwischenstopp als Mikroplastik. Beispiele sind das Waschen von Funktionskleidung, die Nutzung von Plastikverpackungen oder das Aufwärmen von Milch in Babyflaschen aus Polypropylen, die Millionen Mikro- und Nanoplastikpartikel freisetzen können.


Über Luft, Wasser, Böden und Nahrungsketten wird Nanoplastik so global verteilt: vom Nordatlantik über Hochgebirge bis ins antarktische Eis.

Wenn dich diese unsichtbaren Stoffkreisläufe faszinieren (oder auch ein bisschen beunruhigen): Lass gern ein Like da und erzähl mir in den Kommentaren, wo du Plastik in deinem Alltag am schwierigsten vermeiden kannst.


Nanoplastik und Gesundheit: Wie die Teilchen in unseren Körper gelangen


Jetzt wird es persönlich: Wie kommen die Teilchen aus Umwelt und Produkten in unseren Körper – und was hat das konkret mit Nanoplastik und Gesundheit zu tun?


Die drei wichtigsten Expositionswege:


1. Ingestion – wir essen und trinken Nanoplastik

Trinkwasser, abgefülltes Wasser, Meeresfrüchte, Salz, Zucker, Honig, Bier – in vielen dieser Lebensmittel wurden Mikro- und Nanoplastikpartikel nachgewiesen. Besonders spektakulär war eine Studie, bei der Forscher:innen mit einer neuartigen Raman-Methode abgefülltes Wasser untersucht haben: Bis zu 370.000 Plastikpartikel pro Liter, etwa 90 % davon im Nanobereich. Auch Lebensmittelverpackungen und Einwegbecher tragen zur Belastung bei, weil sie unter Hitze und mechanischem Stress Partikel abgeben.


2. Inhalation – wir atmen Nanoplastik ein

Haushaltsstaub enthält Fasern aus Kleidung, Abrieb von Teppichen, Partikel aus Verpackungen und Reifenabrieb, die durch Fenster und Lüftungssysteme in Innenräume gelangen. Die kleineren Fraktionen, insbesondere unter 2,5 µm, erreichen die tiefen Lungenbereiche. Nanoplastik kann von dort aus in den Blutkreislauf übergehen.


3. Hautkontakt und „innere Plastikwolken“

Kosmetika, Textilien, medizinische Implantate oder Prothesen können Nanoplastik direkt an die Haut oder ins Körperinnere bringen. Intakte Haut ist zwar eine recht gute Barriere, aber sehr kleine Partikel und geschädigte Hautstellen könnten durchlässiger sein. Noch klarer ist die Exposition bei Implantaten: Abrieb im Körperinneren bedeutet Nanoplastik direkt im Gewebe.

Sobald die Partikel im Körper sind, ist die zentrale Frage: Wie mobil sind sie?


Nanoplastik kann über verschiedene Formen der Endozytose in Zellen aufgenommen werden. In der Größenordnung von ungefähr 50–200 nm scheint die Aufnahme besonders effizient zu sein. Von der Darmwand oder den Alveolen in der Lunge aus gelangen die Partikel in Blut und Lymphe – und damit in praktisch jedes Organ.


Besonders alarmierend: Tier- und Zellstudien zeigen, dass Nanoplastik die Blut-Hirn-Schranke, die Plazenta und die Blut-Hoden-Schranke überwinden kann. Damit wird aus einem Umweltproblem ein potenzielles Thema für Demenz, Fruchtbarkeit und die Gesundheit zukünftiger Generationen.


Unsichtbare Angriffe im Körper: Was Nanoplastik mit Gehirn, Fruchtbarkeit und Zellen macht


Was passiert, wenn Nanoplastik einmal dort ist, wo es eigentlich nie hingehören sollte – im Gehirn, in den Hoden, in der Leber, im Fötus?

Einige Mechanismen zeichnen sich ab:


1. Oxidativer Stress und Entzündung

Viele Studien berichten, dass Nanoplastik in Zellen die Bildung von reaktiven Sauerstoffspezies (ROS) anheizt. Das führt zu:


  • Stress in den Mitochondrien (den „Kraftwerken“ der Zelle),

  • Aktivierung von Entzündungswegen, etwa des NLRP3-Inflammasoms,

  • DNA-Schäden.


Langfristig kann so Gewebe chronisch entzündet und geschädigt werden – ein Risikofaktor für Fibrosen, Stoffwechselstörungen und möglicherweise Krebs.


2. Neurotoxizität und Demenz-Risiko

Im zentralen Nervensystem gibt es Hinweise, dass Nanoplastik die Aggregation von Amyloid-Beta-Proteinen fördern kann – ein Kernprozess in der Entstehung von Alzheimer. Dazu kommen Störungen im Neurotransmitter-Haushalt, etwa bei Dopamin oder Acetylcholin, die in Tiermodellen zu Verhaltensänderungen und kognitiven Defiziten geführt haben. Wenn Nanoplastik zusätzlich neurotoxische Chemikalien transportiert (Trojanisches-Pferd-Effekt), könnte dieser Schaden noch verstärkt werden.


3. Reproduktionstoxizität – Fruchtbarkeit unter Druck

Die Fortpflanzungsorgane sind durch spezialisierte Barrieren besonders geschützt – eigentlich. Dass Nanoplastik diese Schranken überwinden kann, macht viele Forschende nervös. Beobachtete Effekte in Tierstudien:


  • Verringerte Spermienqualität, DNA-Schäden an Spermien, gestörte Blut-Hoden-Schranke,

  • verringerte Eierstockreserve, hormonelle Dysbalancen,

  • Entwicklungsstörungen bei Nachkommen, etwa verzögerte Pubertät oder reduzierte Fruchtbarkeit, wenn Mütter während Schwangerschaft oder Stillzeit exponiert waren.


Natürlich gilt: Tierstudien lassen sich nicht 1:1 auf Menschen übertragen, und die reale Belastung ist komplexer als im Labor. Aber das Muster ist konsistent genug, um Nanoplastik als ernst zu nehmenden Risikofaktor auf dem Radar der Reproduktionsmedizin zu platzieren.


4. Trojanisches Pferd aus Plastik

Nanoplastik ist nicht nur „selbst“ ein Stressor, sondern auch ein Transportvehikel. Die Partikel adsorbieren persistente organische Schadstoffe, Antibiotika und Schwermetalle aus Umwelt und Produkten. Gleichzeitig setzen sie eigene Additive frei, etwa Weichmacher wie Phthalate oder Bisphenol A. Weil Nanoplastik tiefer ins Gewebe eindringt als größere Partikel, bringt es diese komplexen Chemikaliencocktails an besonders sensible Stellen – bis hin in den Zellkern oder in einen sich entwickelnden Fötus.


Wenn du bei solchen Zusammenhängen das Gefühl hast, wir sollten viel mehr über Nanoplastik und Gesundheit sprechen: Vernetz dich gern mit der Community auf meinen Kanälen, dort vertiefen wir solche Themen regelmäßig:



Wie man das Unsichtbare sichtbar macht: Hightech-Detektive für Nanoplastik


Ein Grund, warum Nanoplastik lange unterschätzt wurde: Es ist unfassbar schwer nachzuweisen. Die klassischen Methoden für Mikroplastik – FTIR und Raman-Mikroskopie – stoßen bei etwa 1 µm an eine Beugungsgrenze des Lichts. Nanoplastik ist darunter einfach „unsichtbar“.


Deshalb brauchte es eine ganze Generation neuer Methoden:


  • Stimulierte Raman-Streuung (SRS): Zwei Laserstrahlen regen gezielt Molekülschwingungen an und erlauben chemische Bildgebung im Submikrometerbereich. Damit konnte man z.B. erstmals die Hunderttausende Plastikpartikel in abgefülltem Wasser sichtbar machen, von denen die meisten im Nanobereich liegen.

  • AFM-IR und O-PTIR: Eine Kombination aus Infrarotspektroskopie und Rasterkraftmikroskopie. Ein IR-Laser regt die Probe an, die minimale thermische Ausdehnung wird mit einer AFM-Spitze oder einem sichtbaren Laser gemessen. So erkennt man Polymerarten bis hinunter zu wenigen Dutzend Nanometern.

  • SERS (oberflächenverstärkte Raman-Spektroskopie): Metallische Nanostrukturen verstärken das Raman-Signal so stark, dass selbst extrem niedrige Konzentrationen erfassbar werden – ideal für verdünnte Umweltproben, aber technisch kompliziert.

  • Pyrolyse-GC/MS und TED-GC-MS: Statt einzelne Partikel zu zählen, wird die Gesamtprobe thermisch zersetzt, und die Bruchstücke werden massenspektrometrisch analysiert. So bekommt man die Polymermasse, auch bei komplexen Matrices wie Boden oder Klärschlamm – allerdings ohne Infos zur Partikelzahl.

  • AF4 (asymmetrische Fluss-Feldflussfraktionierung): Eine Art „Chromatographie für Partikelgrößen“. Nanoplastik wird im Flussfeld nach Diffusionskoeffizienten sortiert und anschließend z.B. per Lichtstreuung oder Massenspektrometrie analysiert.


Parallel dazu arbeiten Gruppen wie VAMAS, ISO und europäische Metrologie-Institute daran, Standards zu entwickeln: Was genau messen wir? Wie stellen wir sicher, dass Labor A und Labor B unter identischen Bedingungen zum gleichen Ergebnis kommen? Ohne solche Standards bleibt jeder Grenzwert politisch angreifbar.


Was wir gegen Nanoplastik tun können – Technik, Politik und dein Alltag


Die schlechte Nachricht: Nanoplastik ist bereits überall. Die gute Nachricht: Es gibt Hebel – technisch, politisch und individuell.


1. Kläranlagen und Trinkwasseraufbereitung aufrüsten

Konventionelle Kläranlagen halten zwar den Großteil des Mikroplastiks zurück, aber Nanoplastik ist kniffliger. Kombinationen aus biologischer Reinigung, Sandfiltern und Membranfiltration (Ultrafiltration, Umkehrosmose) können Rückhaltungsraten von über 98–99 % erreichen. Ergänzend können Elektrokoagulation, Biochar-Adsorption oder Advanced Oxidation Processes eingesetzt werden, um Partikel zu aggregieren oder chemisch zu degradieren. Herausforderung: Energiebedarf, Kosten, Schlamm-Management.


2. Politische Regulierung und UN-Plastikabkommen

Mit der EU-Verordnung 2023/2055 werden absichtlich zugesetzte Mikro- und Nanoplastikpartikel in Produkten schrittweise verboten, inklusive vieler primärer Nanoplastik-Anwendungen in Kosmetik, Düngemitteln und anderen Produkten. Übergangsfristen geben der Industrie Zeit zur Umstellung, doch der Kurs ist klar: Nanoplastik gehört nicht ins Duschgel.


Gleichzeitig wird auf UN-Ebene an einem globalen Plastikabkommen gearbeitet, das den gesamten Lebenszyklus von Kunststoffen adressieren soll – von der Produktion über Design und Nutzung bis zur Entsorgung. Hier entscheidet sich, ob wir das Problem wirklich an der Quelle angehen oder nur die Symptome verwalten.


3. Produktdesign und Kreislaufwirtschaft

Abriebärmere Reifen, besser filternde Waschmaschinen, textil- und verpackungsarme Produktdesigns, recyclingfähige und langlebige Materialien: All das reduziert sekundäres Nanoplastik, bevor es überhaupt entsteht. Jeder Schritt in Richtung Kreislaufwirtschaft ist gleichzeitig ein Schritt Richtung weniger Nanoplastik.


4. Was du konkret tun kannst

Wir werden das Problem nicht durch individuelles Verhalten allein lösen – aber es hilft, und es sendet Signale an Politik und Industrie:


  • Leitungswasser statt abgefülltem Wasser (wo die Qualität es zulässt),

  • weniger Einwegplastik, mehr Mehrweg und Glas,

  • synthetische Textilien seltener heiß waschen, Mikrofaserfilter nutzen,

  • Plastik nicht in der Umwelt „vergessen“ – auch nicht als Zigarettenkippe, Folie oder Schnipsel.


Zum Schluss: Wenn dir dieser Deep Dive geholfen hat, das unsichtbare Problem Nanoplastik besser zu verstehen, dann like den Beitrag, teil ihn mit Menschen, denen er ebenfalls weiterhelfen könnte, und schreib mir in die Kommentare, welche Aspekte du dir in Zukunft noch genauer erklärt wünschst.


Leben im Zeitalter des Plastiks – und wie wir die Story noch drehen können


Nanoplastik ist gewissermaßen die Endstufe unseres Plastikkonsums: unsichtbar, allgegenwärtig, biologisch hoch relevant. Was einmal als praktisches Wundermaterial begann, hat sich zu einem systemischen Risiko entwickelt, das Umwelt, Nanoplastik und Gesundheit untrennbar miteinander verbindet.


Die wichtigsten Punkte:


  • Nanoplastik ist nicht einfach „kleines Mikroplastik“, sondern verhält sich physikalisch und biologisch anders – inklusive der Fähigkeit, Barrieren wie die Blut-Hirn-Schranke und Plazenta zu überwinden.

  • Neue analytische Methoden haben erst kürzlich offengelegt, wie massiv die Belastung ist – zum Beispiel in Trink- und abgefülltem Wasser.

  • Die toxikologischen Hinweise aus Tier- und Zellstudien sind ernst genug, um Themen wie Demenz, Fruchtbarkeit und Krebsrisiko auf die Agenda zu setzen, auch wenn für Menschen noch viele offene Fragen bestehen.

  • Technische Lösungen, Regulierung und Kreislaufwirtschaft müssen zusammenkommen, damit wir das Problem nicht nur „managen“, sondern wirklich eindämmen.


Die gute Nachricht: Wir haben das Problem gemacht – und genau deshalb können wir es auch verändern. Die Frage ist nicht, ob Nanoplastik existiert, sondern wie viel wir davon künftig in unserem Körper und in den Körpern zukünftiger Generationen akzeptieren wollen.


Quellen:


  1. Nanoplastics (NPs): Environmental Presence, Ecological ... - https://www.mdpi.com/2673-8929/4/3/48

  2. Nanoplastics Are All Around (and Inside) Us - State of the Planet - https://news.climate.columbia.edu/2025/05/05/nanoplastics-are-all-around-and-inside-us/

  3. Uncovering layer by layer the risk of nanoplastics to the environment and human health - https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/39670667/

  4. Einzelfragen zu Mikroplastik Sachstand - Deutscher Bundestag - https://www.bundestag.de/resource/blob/645194/WD-8-023-19-pdf.pdf

  5. Microplastics vs Nanoplastics: What's the Difference? - Pollution Solutions Online - https://www.pollutionsolutions-online.com/news/waste-management/21/breaking-news/microplastics-vs-nanoplastics-whats-the-difference/57165

  6. Current opinion: What is a nanoplastic? - PubMed - https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29370948/

  7. Nanoplastics: A Complex, Polluting Terra Incognita | Environmental Science & Technology - https://pubs.acs.org/doi/10.1021/acs.est.1c04142

  8. Was ist Mikro‐ und Nanoplastik? ‐ Was wir bisher wissen und was noch nicht ‐ | BfR-Akademie - https://www.bfr-akademie.de/media/wysiwyg/2019/VBSMP/was-ist-mikro_und-nanoplastik-was-wir-bisher-wissen-und-was-noch-nicht.pdf

  9. Degradation of Microplastics and Nanoplastics: An Underexplored Pathway Contributing to Atmospheric Pollutants | ACS Earth and Space Chemistry - https://pubs.acs.org/doi/10.1021/acsearthspacechem.5c00210

  10. Environmental Degradation of Microplastics: How to Measure Fragmentation Rates to Secondary Micro- and Nanoplastic Fragments and Dissociation into Dissolved Organics - https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC9387529/

  11. Nanoplastic Generation from Secondary PE Microplastics: Microorganism-Induced Fragmentation - MDPI - https://www.mdpi.com/2673-8929/1/1/6

  12. Chromatographic Strategies for Nanoplastic Analysis: Bridging the Gaps Beyond FT-IR and Raman - https://www.chromatographyonline.com/view/chromatographic-strategies-for-nanoplastic-analysis-bridging-the-gaps-beyond-ft-ir-and-raman

  13. Advanced Raman Techniques for Micro- and Nanoplastics Detection - https://www.spectroscopyonline.com/view/advanced-raman-techniques-for-micro-and-nanoplastics-detection

  14. Combining Submicron Spectroscopy Techniques (AFM-IR and O-PTIR) To Detect and Quantify Microplastics and Nanoplastics in Snow - https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC12243121/

  15. Physicochemical characterization and quantification of nanoplastics: applicability, limitations and complementarity of batch and fractionation methods - https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC10284950/

  16. Micro- and Nanoplastics in the Environment: Current State of Research, Sources of Origin, Health Risks, and Regulations—A Comprehensive Review - https://www.mdpi.com/2305-6304/13/7/564

  17. Nanoplastik im Nordatlantik - Science Media Center Germany - https://www.sciencemediacenter.de/angebote/nanoplastik-im-nordatlantik-25118

  18. Fate and removal efficiency of polystyrene nanoplastics in a pilot drinking water treatment plant - https://www.researchgate.net/publication/357330016_Fate_and_removal_efficiency_of_polystyrene_nanoplastics_in_a_pilot_drinking_water_treatment_plant

  19. Micro(nano)plastics: an Emerging Burden for Human Health - https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC11528458/

  20. Micro- and nanoplastic toxicity in humans: Exposure pathways ... - https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC12142344/

  21. The Impact of Maternal Nanoplastic and Microplastic Particle Exposure on Mammal's Offspring - https://www.mdpi.com/2073-4409/13/16/1380

  22. Neurotoxicity of Micro- and Nanoplastics: A Comprehensive Review of Central Nervous System Impacts - https://pubs.acs.org/doi/10.1021/envhealth.5c00087

  23. Impact of nanoplastics on Alzheimer’s disease: Enhanced amyloid-β peptide aggregation and augmented neurotoxicity - https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/38228001/

  24. Application of advanced oxidation processes for the removal of micro/nanoplastics from water: A review - https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37949189/

  25. The Removal and Mitigation Effects of Biochar on Microplastics in Water and Soils - https://www.mdpi.com/2071-1050/16/22/9749

  26. Separation of nanoplastics from synthetic and industrial wastewater using electrolysis-assisted flotation - https://doi.org/10.1016/j.cherd.2023.08.038

  27. Removal Effectiveness of Nanoplastics (<400 nm) with Separation Processes Used for Water and Wastewater Treatment - https://www.mdpi.com/2073-4441/12/3/635

  28. Commission Regulation (EU) 2023/2055 - Restriction of microplastics intentionally added to products - https://single-market-economy.ec.europa.eu/sectors/chemicals/reach/restrictions/commission-regulation-eu-20232055-restriction-microplastics-intentionally-added-products_en

  29. Aktionsplan Mikroplastik 2022-2025 - Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz - https://www.bmluk.gv.at/dam/jcr:0bb5cfec-e07b-4c24-9802-cf13f410902b/Aktionsplan-Mikroplastik_2022-2025.pdf

  30. Weniger Plastikmüll, mehr Recycling: Deutschland macht sich stark für globales Plastikabkommen - https://www.bundesumweltministerium.de/meldung/weniger-plastikmuell-mehr-recycling-deutschland-macht-sich-stark-fuer-globales-plastikabkommen-in-genf

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