Gefahren von Handelskriegen: Eine Timeline vom Warnschild "Smoot-Hawley" bis heute
- Benjamin Metzig
- vor 2 Stunden
- 9 Min. Lesezeit

Die Gefahren von Handelskriegen in einer Timeline
Stell dir vor, Politik drückt auf einen Knopf, und plötzlich steht auf vielen Waren ein Aufpreis: Zoll. Klingt erst mal wie eine simple Strafe für „die anderen“.
Das Problem: Eine moderne Volkswirtschaft ist kein Duell, sondern ein Netzwerk. Und Handelskriege sind nicht einfach „mehr Kosten“, sondern mehr Unsicherheit – ein Gift, das Investitionen, Lieferketten und Vertrauen gleichzeitig angreift.
In dieser Timeline schauen wir auf Wendepunkte, an denen Zölle und Gegenzölle mehr wurden als Wirtschaftspolitik: nämlich ein Risiko für Wohlstand, Stabilität – und manchmal sogar für Demokratie.
1930 – Smoot-Hawley (USA) als Startsignal einer Abwärtsspirale
Was ist passiert?
In den USA verdichtete sich Ende der 1920er Jahre eine Mischung aus wirtschaftlicher Angst und politischem Druck. Landwirtschaftliche Betriebe und Teile der Industrie hatten das Gefühl, von Importen preislich unterboten zu werden – und als die Krise eskalierte, wurde „Schutz“ zur eingängigen Parole. In diesem Klima brachte der Kongress ein Zollgesetz auf den Weg, das deutlich mehr war als eine kleine Anpassung: Es erhöhte die Zölle auf eine große Zahl von Importgütern und machte Protektionismus zu offizieller Politik. Entscheidend war dabei nicht nur die Höhe einzelner Zollsätze, sondern die Signalwirkung der Breite: Viele Produktgruppen wurden erfasst, die Maßnahme wirkte wie ein „Wir drehen den Hahn zu“. Das blieb international nicht ohne Echo. Handelspartner beobachteten nicht nur steigende US-Zölle, sondern auch den politischen Kurs dahinter – und standen innenpolitisch selbst unter Druck, Stärke zu zeigen und die eigenen Produzenten zu „verteidigen“. So kam es in kurzer Zeit zu Gegenmaßnahmen, zu neuen Zollbarrieren in mehreren Ländern und zu einem Klima, in dem Handel nicht mehr als Normalfall, sondern als Konfliktfeld wahrgenommen wurde. Aus einer nationalen Schutzmaßnahme wurde so ein internationales Reiz-Reaktions-Spiel: Jede Seite konnte behaupten, sie reagiere nur – und doch verschob sich das System insgesamt in Richtung Abschottung.
Auswirkungen
Handel wird teurer und unberechenbarer: Importware kostet mehr; gleichzeitig werden Exportmärkte unsicher, weil Gegenreaktionen drohen.
Gegenzölle: Handelspartner reagieren (auch aus innenpolitischen Gründen – niemand will „nachgeben“).
Verstärkung einer ohnehin schlechten Lage: In einer Zeit, in der Nachfrage und Kredit ohnehin einbrechen, wird der internationale Austausch zusätzlich gebremst.
Risiken
Retaliationsspirale: Jede Seite kann sagen „wir reagieren nur“ – und trotzdem eskaliert es.
Politische Radikalisierung: Wenn wirtschaftlicher Schmerz national erklärt wird („die anderen sind schuld“), werden Kompromisse unpopulär.
Struktureller Vertrauensverlust: Unternehmen lernen: Regeln können abrupt kippen – das hemmt Investitionen länger als ein Zoll.
Mehrwerte/Lehren
Smoot-Hawley ist bis heute ein Negativ-Lehrstück: Breite Zölle in einer Krise sind Brandbeschleuniger.
Gleichzeitig entsteht daraus später der Impuls: Wir brauchen Regeln, sonst wiederholt sich das.
1947–1995 – GATT/WTO: Handel wird „eingezäunt“
Was ist passiert?
Nach dem Zweiten Weltkrieg war vielen Regierungen klar, wie schnell wirtschaftliche Abschottung politische Spannungen verschärfen kann. In dieser Atmosphäre setzte sich die Idee durch, Handel nicht als moralisches Projekt zu behandeln („nett sein“), sondern als etwas, das Regeln braucht, weil es sonst instabil wird. Schrittweise entstanden deshalb internationale Abkommen, die Zölle senken und Handelskonflikte in geordnete Bahnen lenken sollten. Zuerst war das ein eher pragmatisches Vertragsgefüge, das wiederholt verhandelt und erweitert wurde: Länder verpflichteten sich, Barrieren abzubauen, nicht willkürlich zu erhöhen und Streitfälle nicht sofort mit Vergeltung zu beantworten, sondern über definierte Verfahren zu klären. Mit der Zeit wurde aus diesem Regelrahmen ein institutionelleres System, das nicht nur Zollsenkungen begleitete, sondern auch Prinzipien festschrieb: Transparenz, Vorhersehbarkeit, Gleichbehandlung nach bestimmten Regeln. Das war kein „Ende der Konflikte“, aber eine Art Geländer für sie: Statt dass jede Auseinandersetzung automatisch zur Zollschlacht wurde, gab es Mechanismen, die Konflikte verlangsamen, prüfen und zumindest teilweise entpolitisieren sollten. Genau diese Verregelung machte Handel über Jahrzehnte berechenbarer – und damit wurden grenzüberschreitende Investitionen und komplexere Lieferketten überhaupt erst attraktiv.
Auswirkungen
Zölle sinken langfristig, Handel wächst, Lieferketten entstehen.
Unternehmen investieren grenzüberschreitend, weil das Umfeld berechenbarer wirkt.
Konflikte verschwinden nicht – aber sie werden langsamer, technischer, weniger eskalativ.
Risiken
Asymmetrien: Nicht alle profitieren gleich; manche Branchen/Regionen verlieren.
Politischer Backlash: Wenn Globalisierung als unfair erlebt wird, entsteht Druck auf das Regelwerk.
Überforderung durch neue Themen: Digitale Güter, Subventionen, Staatsunternehmen – alles schwerer zu „verregeln“ als klassische Zölle.
Mehrwerte/Lehren
Der Mehrwert ist riesig, aber unsichtbar: Stabilität als Standortfaktor.
Auch wichtig: Das System liefert eine Sprache für Konflikte („regelkonform/regelwidrig“) statt nur „Freund/Feind“.
2018–2020 – Handelskrieg wird Machtpolitik im Tagesgeschäft
Was ist passiert?
In den späten 2010er Jahren verschob sich die Tonlage: Handelspolitik wurde wieder sichtbar zu einem Instrument, das nicht nur ökonomische Ziele verfolgt, sondern innenpolitisch wirkt. Zölle und Importbeschränkungen wurden öffentlich als Zeichen von Stärke inszeniert – und zwar nicht nur gegenüber einzelnen Produkten, sondern als Hebel in einem breiteren Machtkonflikt. Der Streit drehte sich dadurch nicht mehr nur um klassische Fragen wie Marktöffnung oder faire Wettbewerbsbedingungen, sondern zunehmend um Technologie, strategische Abhängigkeiten und die Deutungshoheit darüber, wer „die Regeln“ setzt. Maßnahmen wurden angekündigt, verschärft, zeitweise ausgesetzt, neu begründet – oft in einer Dynamik, in der politische Kommunikation schneller war als wirtschaftliche Anpassung. Gleichzeitig reagierten die betroffenen Länder mit eigenen Gegenmaßnahmen oder Drohkulissen. Das Ergebnis war eine Phase, in der viele Unternehmen nicht mehr von einem stabilen Rahmen ausgingen, sondern damit rechnen mussten, dass Lieferketten über Nacht teurer werden, bestimmte Waren plötzlich politisch heikel sind oder einzelne Märkte durch Gegenzölle schwerer zugänglich werden. Ein Konflikt, der früher eher wie ein technisches Streitverfahren wirkte, fühlte sich nun an wie ein dauerhafter geopolitischer Ausnahmezustand im Alltag der Weltwirtschaft.
Auswirkungen
Preis- und Kostenschübe in vielen Branchen (auch durch teurere Vorprodukte).
Lieferketten-Umbau: „China+1“, neue Standorte, neue Zulieferer – oft teurer, aber risikoärmer.
Investitionen werden verschoben: Nicht weil Firmen „arm“ sind, sondern weil sie Regeln nicht mehr glauben.
Risiken
Dauerhafte Blockbildung: Handelskonflikte verfestigen sich, statt gelöst zu werden.
Technologische Entkopplung: Standards, Chips, Plattformen – Doppelwelten entstehen.
Innenpolitische Abhängigkeit: Wenn „hart sein“ Stimmen bringt, wird Deeskalation politisch schwierig.
Mehrwerte/Lehren
Ein echter Mehrwert (wenn klug gemacht): Abhängigkeiten werden sichtbar (z. B. bei kritischen Komponenten).
Unternehmen professionalisieren Risikomanagement: Resilienz wird zum strategischen Thema – aber es kostet.
2023 – Fragmentierung als „neues Normal“
Was ist passiert?
2023 wurde zunehmend nicht mehr über einzelne Zölle gesprochen, sondern über eine Verschiebung des gesamten Koordinatensystems: die Weltwirtschaft könnte sich in Blöcke aufteilen, die einander misstrauen, sich strategisch abgrenzen und eigene Regeln, Standards und Abhängigkeiten aufbauen. Diese Debatte entstand nicht aus einem einzigen Ereignis, sondern aus einer Verdichtung: geopolitische Konflikte, Technologie-Restriktionen, Sanktionen, Investitionsprüfungen und die Erfahrung, dass globale Lieferketten verwundbar sind. In Politik und Unternehmen setzte sich stärker die Frage durch, ob man nicht nur „effizient“, sondern „sicher“ handeln müsse – und was „sicher“ überhaupt heißt. Damit veränderte sich der Fokus: Statt nur Preise zu optimieren, wurden Lieferbeziehungen nach Risiko sortiert; statt globaler Offenheit trat die Suche nach „vertrauenswürdigen“ Partnern in den Vordergrund. In diesem Umfeld bekam die Idee des „Decoupling“ oder zumindest einer strategischen Entflechtung mehr Gewicht: nicht völlige Trennung, aber ein bewusstes Zurückfahren von Abhängigkeiten in sensiblen Bereichen. Diese Verschiebung ist deshalb so bedeutsam, weil sie nicht wie ein kurzer Konflikt wirkt, der vorbeigeht, sondern wie ein Umbau der Spielregeln – mit langfristigen Folgen für Investitionen, Innovation und Handel.
Auswirkungen
Doppelstrukturen: zwei Lieferketten, zwei Zertifizierungen, zwei Technologie-Stacks.
Weniger Effizienz, mehr Redundanz: Das kann stabiler sein – aber teurer.
Standortwettbewerb: Investitionen wandern dorthin, wo politisches Risiko geringer erscheint.
Risiken
Kleinerer Gesamtkuchen: Effizienzverluste drücken Wachstum langfristig.
Mitläufer-Effekte: Auch Länder, die keinen Konflikt wollen, müssen Position beziehen.
Innovation wird langsamer: Wenn Märkte fragmentieren, sinken Skaleneffekte.
Mehrwerte/Lehren
Resilienzgewinne können real sein: weniger „Single Point of Failure“.
Klarer Vorteil: politische Debatte verschiebt sich von „billig“ zu „robust“ – das kann klüger sein, wenn man es nicht übertreibt.
2024 – EU–China & E-Autos: Wenn Ziele kollidieren
Was ist passiert?
Im Jahr 2024 wurde der Konflikt zwischen der EU und China rund um Elektroautos zu einem Symbolfall dafür, wie Handelspolitik, Klimapolitik und Industriepolitik ineinander greifen. Ausgangspunkt war die Sorge, dass chinesische Hersteller – auch durch staatliche Unterstützung – Fahrzeuge zu Preisen anbieten können, die europäische Produzenten unter starken Druck setzen. Die EU bewegte sich deshalb in einem bekannten, aber politisch heiklen Instrumentenkasten: Sie leitete Verfahren ein, bewertete Wettbewerbsbedingungen und setzte zunächst Maßnahmen in einer vorläufigen Form um, bevor später verbindlichere Regelungen folgten. Die Besonderheit lag in der Kombination aus Technik und Symbolik: Es ging nicht um irgendein Produkt, sondern um eine Schlüsseltechnologie der Transformation, um Arbeitsplätze in strategischen Industrien und um das Tempo der Dekarbonisierung. Gleichzeitig war absehbar, dass China solche Schritte nicht als neutralen Verwaltungsakt, sondern als politisches Signal versteht. Damit wurde das Ganze zu einem mehrschichtigen Konflikt: formal eine Frage von Wettbewerbsbedingungen, praktisch aber auch eine Frage von geopolitischer Positionierung und industriepolitischer Selbstbehauptung. In dieser Phase wurde deutlich, wie schnell ein sektoraler Handelskonflikt in andere Bereiche ausstrahlen kann – durch Reaktionen, durch Drohkulissen oder durch die strategische Neuordnung von Investitionen und Produktionsstandorten.
Auswirkungen
Preissignale ändern sich: Importfahrzeuge werden teurer; europäische Hersteller bekommen Zeit/Luft.
Strategischer Druck: Hersteller beschleunigen Lokalisierung (Produktion in EU) oder Partnerschaften.
Klimadilemma: Kurzfristig könnten günstigere E-Autos fehlen; langfristig könnte EU-Produktion stabiler werden.
Risiken
Vergeltung in anderen Sektoren (z. B. Landwirtschaft, Luxusgüter, Maschinenbau) – Konflikt „wandert“.
Polarisierung: Klima vs. Industrie vs. Geopolitik – jede Gruppe hat gute Argumente, Konflikt wird emotional.
Fehlsteuerung: Wenn Schutz zu bequem wird, sinkt Innovationsdruck.
Mehrwerte/Lehren
Fairness kann ein legitimer Mehrwert sein, wenn Maßnahmen eng begründet und zeitlich/prüfbar sind.
Industriepolitisch kann es ein „Fenster“ öffnen: schneller Aufbau eigener Kapazitäten, Lernkurven, Zuliefernetzwerke.
Es zwingt zur ehrlichen Frage: Wollen wir Tempo (billige Importe) oder Souveränität (eigene Produktion) – und was kostet uns jede Option?
2025 – Unsicherheit wird zum Hauptschaden
Was ist passiert?
2025 war weniger durch einen einzelnen großen Zollknall geprägt als durch eine anhaltende Folge von Maßnahmen, Untersuchungen, Ausnahmen und Streitigkeiten, die zusammen ein volatil wirkendes Handelsumfeld erzeugten. Viele Akteure mussten sich darauf einstellen, dass Handelspolitik nicht mehr wie ein stabiles Regelwerk funktioniert, sondern wie ein Feld, in dem laufend neue Signale gesendet werden: hier eine Untersuchung, dort eine neue Zollkategorie, an anderer Stelle Gegenschritte oder Verhandlungen, die offen bleiben. Für Unternehmen war das besonders schwierig, weil es nicht nur um Kosten ging, sondern um die Frage, welche Regeln in sechs Monaten gelten – und ob Investitionen, Lieferverträge oder Markteintritte plötzlich neu kalkuliert werden müssen. In dieser Lage wurden Prognosen zur Entwicklung des Welthandels vorsichtiger, weil nicht die „Weltwirtschaft“ als Ganzes komplett kippt, sondern weil die Bandbreite plausibler Zukunftsszenarien größer wird. 2025 steht damit für einen Modus, in dem sich Handelspolitik wie ein permanenter Risikofaktor anfühlt: nicht als Ausnahme, sondern als Hintergrundrauschen.
Auswirkungen
Investitionsstau: Projekte werden „auf hold“ gesetzt, bis klarer ist, wie Regeln aussehen.
Mehr Bürokratie: Nachweise, Herkunftsregeln, Compliance – kostet Zeit und Geld.
Höhere Verbraucherpreise können entstehen, aber oft indirekt (Vorprodukte, Umwege, Lager).
Risiken
Schleichende Erosion: Kein großer Crash, sondern dauerhaft weniger Dynamik.
Fehlallokation: Firmen investieren nicht dort, wo es am produktivsten wäre, sondern wo es am sichersten wirkt.
Politische Ermüdung: Dauerstreit wird normal – und Normalisierung senkt die Hemmschwelle für neue Maßnahmen.
Mehrwerte/Lehren
Unternehmen und Staaten lernen, Risiko zu bepreisen statt es zu ignorieren.
Positive Nebenwirkung: mehr Transparenz über Lieferketten, mehr Diversifizierung, weniger naive Abhängigkeiten.
2025–2026 – Vergeltung in Etappen (die zähe Variante)
Was ist passiert?
In dieser Phase zeigte sich besonders deutlich, wie Handelskonflikte heute häufig funktionieren: nicht als eine große, klar benannte Eskalation, sondern als Serie juristisch und administrativ begründeter Schritte, die sich über Monate ziehen. Statt „Zoll auf alles“ dominieren Maßnahmen, die oft technisch klingen – Anti-Dumping, Anti-Subventionsverfahren, sektorale Zölle, Prüfungen, neue Nachweispflichten, gezielte Einschränkungen. Jede einzelne Maßnahme wirkt für sich betrachtet begrenzt, doch zusammen erzeugen sie ein Klima, in dem Handel kontinuierlich politisiert bleibt. Das Muster ist dabei oft ähnlich: Eine Seite setzt einen Schritt, die andere reagiert nicht zwingend spiegelbildlich im selben Sektor, sondern sucht Druckpunkte an anderer Stelle. So wird der Konflikt zäh und ausfransend: Er kann von Industrieprodukten auf Agrargüter springen, von Konsumgütern auf Investitionsgüter, von Zöllen auf Standards oder Zulassungen. Und genau weil diese Schritte etappenweise erfolgen, fehlt oft der eine Moment, an dem alle sagen: „Jetzt ist Krieg.“ Stattdessen wird die neue Normalität eingeübt – und das macht Deeskalation nicht einfacher, sondern politisch und wirtschaftlich immer teurer.
Auswirkungen
Defensive Wirtschaft: mehr Lager, mehr Absicherung, weniger „Moonshots“.
Sektorale Gewinner/Verlierer: Manche Branchen werden geschützt, andere zahlen die Zeche.
Wertschöpfung verschiebt sich: Produktion wandert, oft in Drittländer, nicht unbedingt „zurück nach Hause“.
Risiken
Pfadabhängigkeit: Wenn Firmen einmal umgebaut haben, ist Rückkehr unwahrscheinlich – selbst wenn Politik sich entspannt.
Konflikt-Export: Streit springt in andere Bereiche (Technologie, Daten, Investitionskontrollen).
Kooperationsschwäche: Globale Probleme (Klima, Pandemien, Standards) werden schwerer lösbar, weil Vertrauen fehlt.
Mehrwerte/Lehren
Realistischer Mehrwert: strategische Robustheit steigt, wenn Maßnahmen klug begrenzt sind.
Der „verborgene Mehrwert“ ist politisch: Staaten merken, dass Handel nicht nur Ökonomie ist, sondern Sicherheits- und Gesellschaftspolitik – und müssen Prioritäten offenlegen.
Was macht Handelskriege wirklich gefährlich?
Die Gefahren von Handelskriegen sind selten nur „teureres Zeug im Supermarkt“. Drei Risiken sind besonders robust:
Netzwerk-Schäden statt Punkt-TrefferZölle treffen nicht nur Endprodukte, sondern Vorprodukte. Damit bremsen sie auch Firmen, die eigentlich „auf der eigenen Seite“ stehen.
Unsicherheit als InvestitionsbremseWenn Regeln politisch werden, wird Planung zur Wette. Und Wetten sind schlecht für Fabriken, Forschung, Jobs.
Politische EskalationslogikHandelskrieg ist kommunikativ dankbar („Wir sind hart!“) – und damit innenpolitisch verführerisch. Genau das macht Deeskalation so schwer.
Und jetzt? Eine pragmatische Faustregel
Nicht jeder Eingriff ist falsch. Aber je mehr eine Maßnahme…
breit statt gezielt ist,
unklar statt regelgebunden,
symbolisch statt überprüfbar,
…desto eher wird sie vom Werkzeug zur Gefahr.
Wenn du dir aus diesem Artikel nur einen Satz merken willst:
Handelskriege sind selten ein Skalpell – meist sind sie eine Kettensäge.
Wenn du solche „Wirtschaft erklärt ohne Nebel“-Texte magst: Abonniere den Newsletter – dann verpasst du die nächsten Analysen nicht.
Und: Hinterlass ein Like und einen Kommentar – welche Branche würdest du als Erstes in einem Handelskrieg schützen (oder gerade nicht)?
Folge auch gerne hier:
#Handelskrieg #Zölle #Welthandel #Lieferketten #Geopolitik #Wirtschaft #EUChina #WTO #Industriepolitik #Inflation
Quellenliste:
WTO – Global Trade Outlook and Statistics (Apr 2024) – https://www.wto.org/english/res_e/booksp_e/trade_outlook24_e.pdf
WTO – Trade Monitoring Update (3 Jul 2025) – https://www.wto.org/english/news_e/news25_e/trdev_03jul25_e.pdf
WTO – Global Trade Outlook (Apr 2025) – https://www.wto.org/english/res_e/booksp_e/trade_outlook25_e.pdf
WTO – Annual Report 2025 – https://www.wto.org/english/res_e/booksp_e/anrep_e/ar25_e.pdf
IMF, F&D – The Costs of Geoeconomic Fragmentation (Bolhuis/Chen/Kett, 2023) – https://www.imf.org/en/publications/fandd/issues/2023/06/the-costs-of-geoeconomic-fragmentation-bolhuis-chen-kett
Encyclopaedia Britannica – Smoot-Hawley Tariff Act – https://www.britannica.com/topic/Smoot-Hawley-Tariff-Act
NBER Working Paper (Irwin, 1996) – The Smoot-Hawley Tariff: A Quantitative Assessment – https://www.nber.org/system/files/working_papers/w5509/w5509.pdf
EU-Kommission (Press Corner) – Provisional duties on BEVs from China (3 Jul 2024) – https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/en/ip_24_3630
EU Access2Markets – Definitive countervailing duties on BEVs from China (12 Dec 2024) – https://trade.ec.europa.eu/access-to-markets/en/news/eu-commission-imposes-countervailing-duties-imports-battery-electric-vehicles-bevs-china
Reuters (28 Apr 2025) – EU sets duties on Chinese construction machinery – https://www.reuters.com/world/china/eu-sets-duties-chinese-construction-machinery-2025-04-28/
Reuters (16 Dec 2025) – China cuts EU pork tariffs final ruling – https://www.reuters.com/world/asia-pacific/china-cuts-eu-pork-tariffs-final-ruling-2025-12-16/








































































































Kommentare