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Wissenschaftliche Meldungen

Astronomy’s Platypus: Webb entdeckt neue Klasse von Galaxien im frühen Universum

7.1.26, 19:36

Astronomie, Kosmologie

Facebook-Titelbild im quadratischen Format: Das James-Webb-Weltraumteleskop blickt in ein farbenprächtiges Sternenfeld mit leuchtenden, punktförmigen Galaxien aus dem frühen Universum. Im Vordergrund symbolisiert ein Schnabeltier die rätselhaften „Platypus“-Galaxien. Große Schlagzeile im Bild: „Rätselhafte Objekte im frühen Universum – Die ‚Platypus‘-Galaxien entdeckt!“. Unten der Hinweis „Wissenschaftswelle.de“.

Ungewöhnliche Galaxien im frühen Universum: Astronomie trifft Naturgeschichte


Astronominnen und Astronomen haben mit dem Weltraumteleskop James Webb eine bislang unbekannte Art von kosmischen Objekten entdeckt, die alle bisherigen Klassifikationen sprengt. Bei der Analyse von Webb-Daten aus mehreren tiefen extragalaktischen Himmelsdurchmusterungen identifizierte ein internationales Forscherteam eine kleine Gruppe extrem weit entfernter Lichtquellen, die gleichzeitig Eigenschaften verschiedener bekannter Objekttypen zeigen und doch in keine bestehende Kategorie passen. Die Entdeckung wurde Anfang Januar 2026 vorgestellt und von beteiligten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern als „Astronomy’s Platypus“ bezeichnet – in Anlehnung an das Schnabeltier, das auch in der Biologie lange Zeit schwer einzuordnen war.


Punktförmig, fern und rätselhaft


Die neu identifizierte Gruppe umfasst neun Objekte, deren Licht aus einer Zeit stammt, als das Universum erst etwa 1,2 bis 1,6 Milliarden Jahre alt war. Sie sind damit rund 12 bis 12,6 Milliarden Lichtjahre von der Erde entfernt. In den hochauflösenden Bildern des Webb-Teleskops erscheinen sie als punktförmige Lichtquellen, ähnlich wie einzelne Sterne. Doch ihre enorme Entfernung schließt diese Erklärung aus.


Üblicherweise lassen sich solche punktförmigen Objekte entweder als Sterne in unserer eigenen Milchstraße oder als Quasare identifizieren. Quasare sind extrem helle galaktische Kerne, in deren Zentrum ein supermassereiches Schwarzes Loch große Mengen Materie verschlingt. Dabei entsteht intensive Strahlung mit charakteristischen, stark verbreiterten Spektrallinien. Genau diese Signaturen fehlen jedoch bei den nun entdeckten Objekten.


Spektren ohne klares Zuhause


Die entscheidenden Hinweise liefern die Spektren des infraroten Lichts. Sie zeigen schmale Emissionslinien, die weder zu typischen Sternen noch zu klassischen Quasaren passen. Insbesondere fehlen Anzeichen für schnell rotierende Gasmassen, wie sie in der Umgebung aktiver Schwarzer Löcher erwartet werden. Gleichzeitig sind die Objekte zu kompakt und zu lichtschwach, um als gewöhnliche Galaxien mit ausgedehnten Sternpopulationen interpretiert zu werden.


Damit vereinen sie Eigenschaften mehrerer bekannter Klassen, ohne eindeutig zu einer von ihnen zu gehören. Genau diese Mischung macht sie für die Forschung so interessant – und zugleich so rätselhaft.


Mögliche Spur einer frühen Entwicklungsphase


Eine mögliche Erklärung ist, dass es sich um eine bislang unbeobachtete Phase der Galaxienentwicklung handelt. Die Objekte könnten frühe Vorläufer heutiger Galaxien sein, in denen bereits erste energiereiche Prozesse ablaufen, ohne dass sich ein dominanter galaktischer Kern oder eine große Sternpopulation gebildet hat. Ebenso denkbar ist, dass sie eine kurzlebige Übergangsphase markieren, die mit bisherigen Instrumenten schlicht nicht sichtbar war.


Noch handelt es sich dabei um Hypothesen. Die geringe Zahl der bekannten Objekte erlaubt keine endgültigen Schlüsse, und alternative Deutungen sind ausdrücklich nicht ausgeschlossen. Weitere Beobachtungen, insbesondere mit hoher spektraler Auflösung, sollen klären, welche physikalischen Prozesse hier tatsächlich ablaufen.


Warum Webb den Unterschied macht


Entscheidend für die Entdeckung ist die Fähigkeit des James-Webb-Teleskops, im Infrarotbereich zu beobachten. Das Licht aus dem frühen Universum wird durch die Expansion des Kosmos stark in längere Wellenlängen verschoben. Erst Webb kann diese Signale empfindlich genug erfassen und gleichzeitig spektral aufschlüsseln. Die ungewöhnlichen Objekte wurden in mehreren unabhängigen Himmelsdurchmusterungen identifiziert, was ihre Existenz zusätzlich absichert.


Ein Hinweis auf verborgene Vielfalt im Kosmos


Die „Platypus“-Galaxien zeigen eindrucksvoll, dass selbst grundlegende Kategorien der Astronomie noch unvollständig sind. Wie einst das Schnabeltier die biologische Systematik herausforderte, könnten diese Objekte etablierte Modelle der Galaxienentstehung erweitern oder korrigieren. Sie erinnern daran, dass das frühe Universum komplexer und vielfältiger gewesen sein könnte, als bisher angenommen.


Ob es sich um eine neue Objektklasse oder um eine bislang übersehene Entwicklungsstufe handelt, ist offen. Sicher ist jedoch: Mit jeder neuen Beobachtung öffnet das Webb-Teleskop ein weiteres Fenster in eine kosmische Vergangenheit, die noch viele Überraschungen bereithält.

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