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Wissenschaftliche Meldungen

Unerwartetes Leben: 26 unbekannte Bakterien überleben in NASA-Reinräumen

30.12.25, 21:00

Raumfahrt, Biologie

Titelbild im Format 1:1: In einem hellen NASA-Reinraum arbeitet eine Person im Schutzanzug an Raumfahrttechnik. Daneben zeigt eine große Lupe leuchtend grüne, vergrößerte Bakterien auf einer Metalloberfläche. Im Hintergrund sind Erde und ein Satellit im All zu sehen. Auf dem Bild steht der Text „Geheime Keime entdeckt!“ sowie „Unbekanntes Leben im NASA-Reinraum!“.

Unerwartetes Leben in hochsteriler Umgebung


Reinräume der Raumfahrt gelten als Orte maximaler Kontrolle. In ihnen montiert die NASA Raumsonden und Instrumente unter Bedingungen, die eigentlich jede Form von Leben ausschließen sollen. Dennoch haben Forschende nun in mehreren dieser Anlagen 26 zuvor unbekannte Bakterienarten identifiziert. Die Mikroorganismen wurden in Reinräumen des Kennedy Space Center entdeckt, wo Raumfahrzeuge für Missionen ins All vorbereitet werden.


Die Entdeckung wirft grundlegende Fragen auf: Wie können Organismen selbst dort überleben, wo Luft gefiltert, Oberflächen regelmäßig sterilisiert und selbst kleinste Staubpartikel kontrolliert werden? Und was bedeutet das für den Schutz anderer Himmelskörper vor irdischer Kontamination?


Extrembedingungen als Selektionsfaktor


Die neu identifizierten Bakterien gehören zu Gruppen, die für ihre außergewöhnliche Widerstandsfähigkeit bekannt sind. Sie tolerieren Trockenheit, Nährstoffmangel und aggressive Reinigungsmittel – Bedingungen, die in Reinräumen dauerhaft herrschen. Genetische Analysen zeigen, dass viele dieser Mikroben über Reparaturmechanismen für DNA-Schäden verfügen und Stress besser bewältigen können als typische Umweltbakterien.


Aus Sicht der Forschenden sind Reinräume damit unbeabsichtigt zu einem Selektionsraum geworden: Nur Organismen mit besonderen Anpassungen können dort bestehen. Die 26 neuen Arten unterscheiden sich genetisch deutlich von bekannten Bakterien und erweitern das Bild davon, wie flexibel und anpassungsfähig mikrobielles Leben sein kann.


Konsequenzen für den planetaren Schutz


Besonders sensibel ist die Entdeckung im Hinblick auf den sogenannten planetaren Schutz. Raumfahrtagenturen verfolgen das Ziel, andere Himmelskörper nicht mit irdischen Mikroorganismen zu verunreinigen – etwa bei Missionen zum Mars oder zu eisigen Monden wie Europa. Die Existenz bislang unbekannter, extrem robuster Bakterien in Reinräumen zeigt, dass selbst strengste Sterilisationsverfahren Lücken haben können.


Die Forschenden betonen, dass keine unmittelbare Gefahr besteht, dass diese Mikroben bereits andere Planeten kontaminiert haben. Dennoch legen die Ergebnisse nahe, bestehende Reinigungs- und Überwachungsstrategien kritisch zu überprüfen und weiterzuentwickeln. Künftige Missionen könnten sonst unbeabsichtigt biologische Spuren von der Erde mitführen, was die Suche nach außerirdischem Leben erschweren würde.


Bedeutung über die Raumfahrt hinaus


Die Erkenntnisse sind nicht nur für die Raumfahrt relevant. Die neu entdeckten Bakterien liefern auch Hinweise darauf, wie Leben unter extremen Bedingungen auf der Erde existieren kann – etwa in Wüsten, Tiefseeumgebungen oder stark belasteten Industriearealen. Ihre besonderen Eigenschaften könnten langfristig sogar biotechnologische Anwendungen ermöglichen, etwa bei der Entwicklung robuster Enzyme.


Gleichzeitig mahnt die Studie zur Vorsicht: Sie zeigt, dass selbst als „keimfrei“ geltende Umgebungen biologisch komplexer sind als angenommen. Absolute Sterilität bleibt offenbar ein Ideal, das in der Praxis schwer zu erreichen ist.

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