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Wissenschaftliche Meldungen

Afrikanische Pinguine: Studie zeigt dramatisches Massenverhungern

26.12.25, 21:37

Klima & Umwelt, Zoologie

Abgemagerte afrikanische Pinguine liegen reglos an einer felsigen Küste, ein geschwächter Pinguin steht daneben. Im Hintergrund ein Fischereischiff auf dunklem Meer, darüber die Schlagzeile „Massensterben der Pinguine – Hunger-Katastrophe in Afrika“.

Massensterben bedroht Afrikanische Pinguine – dramatischer Rückgang durch Nahrungsmangel


Kapstadt, Dezember 2025 – Eine aktuelle wissenschaftliche Auswertung zeigt, dass der Bestand der Afrikanischen Pinguine in den vergangenen Jahrzehnten deutlich stärker eingebrochen ist als bislang angenommen. Besonders alarmierend: In einzelnen Phasen kam es offenbar zu einem Massenverhungern ganzer Brutkolonien, ausgelöst durch den langfristigen Zusammenbruch zentraler Fischbestände vor der südafrikanischen Küste.


Fast vollständiger Zusammenbruch zentraler Brutkolonien


Im Fokus der Untersuchung stehen die beiden traditionsreichsten Brutplätze der Art: Dassen Island und Robben Island. Beide Kolonien galten über Jahrzehnte als Rückgrat der Population. Zwischen 2004 und 2011 jedoch brach die Zahl der brütenden Tiere dort um bis zu 95 Prozent ein. Hochrechnungen legen nahe, dass in diesem Zeitraum rund 60.000 Pinguine ums Leben kamen – überwiegend durch Hunger.


Die Größenordnung dieses Verlusts gilt unter Fachleuten als außergewöhnlich, selbst im Kontext global rückläufiger Seevogelpopulationen. Sie macht deutlich, wie abrupt ökologische Kipppunkte erreicht werden können.


Die Schlüsselrolle der Sardine


Als Hauptursache identifizieren die Forschenden den drastischen Rückgang der Sardinops sagax, einer Sardinenart, die für Afrikanische Pinguine eine zentrale Energiequelle darstellt. Über Jahre hinweg fielen die Bestände dieser Fische vor der Westküste Südafrikas auf weniger als ein Viertel ihrer historischen Biomasse.


Besonders kritisch ist dies während der jährlichen Mauser. In dieser etwa dreiwöchigen Phase verlieren die Pinguine ihr wasserabweisendes Gefieder und können nicht jagen. Sie sind darauf angewiesen, zuvor ausreichend Fettreserven anzulegen. Bleibt diese Energiezufuhr aus, überleben viele Tiere die Mauser nicht.


Klimawandel und Fischerei als doppelte Belastung


Die Analyse macht deutlich, dass der Nahrungsmangel nicht auf einen einzelnen Faktor zurückzuführen ist. Einerseits verändern steigende Wassertemperaturen und verschobene Meeresströmungen die Verteilung der Fischschwärme. Andererseits spielte auch die intensive kommerzielle Fischerei in den frühen 2000er-Jahren eine entscheidende Rolle, indem sie Sardinenbestände zusätzlich unter Druck setzte.


Diese Kombination aus klimatischen Veränderungen und menschlicher Nutzung traf die Pinguine besonders hart, da sie vergleichsweise kurze Jagdradien haben und Nahrungsengpässen kaum ausweichen können.


Vom Allerweltsvogel zur vom Aussterben bedrohten Art


Heute gilt der Afrikanische Pinguin offiziell als vom Aussterben bedroht. Weltweit existieren nur noch weniger als 10.000 Brutpaare. Zum Vergleich: Anfang des 20. Jahrhunderts lebten noch mehrere Millionen Tiere entlang der Küsten des südlichen Afrikas. Der nun dokumentierte historische Massenverlust erklärt, warum sich die Bestände trotz jüngerer Schutzmaßnahmen kaum erholen.


Die Forschenden betonen, dass ohne ein konsequentes Fischereimanagement, das die Bedürfnisse der Meeresökosysteme berücksichtigt, sowie ohne langfristige Klimaschutzmaßnahmen das Überleben der Art in freier Wildbahn ernsthaft gefährdet bleibt.


Einordnung


Die Studie liefert erstmals eine belastbare Erklärung für den extrem schnellen Rückgang der Afrikanischen Pinguine in den 2000er-Jahren. Sie zeigt zugleich, wie eng das Schicksal einzelner Tierarten mit der Stabilität mariner Nahrungsketten verknüpft ist – und wie schwerwiegend die Folgen sind, wenn diese Ketten reißen.

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