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Artemis 2 rückt näher: Warum der bevorstehende Rollout so entscheidend ist
14.1.26, 10:31
Raumfahrt

Artemis 2: Der nächste große Schritt zurück zum Mond
In diesen Tagen erreicht das Artemis-Programm der NASA einen entscheidenden Punkt. Der sogenannte Rollout der Artemis-2-Rakete, also der Transport des kompletten Startsystems von der Montagehalle zur Startrampe, steht unmittelbar bevor. Damit beginnt die letzte intensive Vorbereitungsphase für die erste bemannte Mission des neuen Mondprogramms – mehr als fünfzig Jahre nach Apollo 17.
Artemis 2 soll erstmals wieder Astronautinnen und Astronauten in den Raum jenseits der niedrigen Erdumlaufbahn bringen. Anders als die unbemannte Artemis-1-Mission wird diese Mission mit einer vierköpfigen Crew starten und einen mehrtägigen Flug um den Mond absolvieren, ohne dort zu landen. Ziel ist es, alle Systeme unter realen Bedingungen mit Menschen an Bord zu testen – eine zwingende Voraussetzung für spätere Mondlandungen.
Der Rollout als kritischer Meilenstein
Der Rollout markiert einen symbolisch wie technisch wichtigen Moment. Die gewaltige Space-Launch-System-Rakete, gekoppelt mit dem Orion-Raumschiff, wird dabei langsam aus dem Vehicle Assembly Building des Kennedy Space Center zur Startrampe transportiert. Dieser Vorgang dauert viele Stunden und erfolgt mit äußerster Vorsicht, da selbst kleine Vibrationen oder Windbedingungen Risiken darstellen können.
Nach dem Eintreffen auf der Startrampe beginnt eine Serie weiterer Tests. Besonders wichtig ist die sogenannte „Generalprobe“, bei der die Rakete vollständig betankt wird. Dabei werden nicht nur die Tanks und Leitungen geprüft, sondern auch die Abläufe am Boden, die Kommunikation und die Sicherheitsprotokolle. Erst wenn diese Tests erfolgreich abgeschlossen sind, kann ein konkreter Starttermin festgelegt werden.
Eine historisch zusammengesetzte Crew
Für Artemis 2 wurden vier erfahrene Raumfahrende ausgewählt. Der Kommandant Reid Wiseman und Pilot Victor Glover werden gemeinsam mit Christina Koch und dem kanadischen Astronauten Jeremy Hansen an Bord von Orion fliegen. Die Mission ist auch aus gesellschaftlicher Perspektive bemerkenswert: Erstmals wird eine Frau sowie erstmals ein nicht-amerikanischer Astronaut an einem bemannten Flug um den Mond teilnehmen. Zudem wird Victor Glover der erste schwarze Astronaut sein, der die Erdumlaufbahn verlässt.
Während des etwa zehn Tage dauernden Fluges wird die Crew zentrale Systeme testen, darunter Lebenserhaltung, Navigation, Strahlenschutz und Kommunikation über große Distanzen. Anders als bei Flügen zur Internationalen Raumstation ist eine schnelle Rückkehr zur Erde nicht jederzeit möglich – umso wichtiger ist es, die Autonomie der Systeme zu überprüfen.
Zeitplan mit vielen Unbekannten
Offiziell peilt die NASA derzeit einen Start im ersten Quartal 2026 an. Interne Planungen sehen ein mögliches Startfenster Anfang Februar vor. Ob dieser Termin gehalten werden kann, hängt jedoch von vielen Faktoren ab: vom erfolgreichen Abschluss der Bodentests über das Wetter bis hin zu detaillierten Sicherheitsbewertungen.
Die Raumfahrtagentur betont regelmäßig, dass Zeitdruck keine Rolle spielen dürfe. Nach den Erfahrungen früherer Programme und insbesondere nach den Verzögerungen bei Artemis 1 steht die Sicherheit der Crew klar über politischen oder symbolischen Terminen.
Bedeutung für die Zukunft der Mondforschung
Artemis 2 ist mehr als nur ein Testflug. Die Mission gilt als Schlüssel für alle weiteren Schritte des Programms, einschließlich einer erneuten Landung von Menschen auf dem Mond und langfristig dem Aufbau einer dauerhaften Präsenz. Der Mond soll dabei nicht nur Ziel, sondern auch Testfeld für Technologien werden, die später bei bemannten Missionen zum Mars zum Einsatz kommen könnten.
Ob Artemis langfristig ähnlich prägend wird wie das Apollo-Programm, lässt sich heute noch nicht sagen. Klar ist jedoch: Mit Artemis 2 beginnt die Phase, in der das neue Mondprogramm beweisen muss, dass es technisch, organisatorisch und sicherheitstechnisch den hohen eigenen Ansprüchen gerecht wird.
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