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Wissenschaftliche Meldungen

Gehirnzellen in Echtzeit eingefroren: Leipziger Forschende machen Synapsen sichtbar

4.1.26, 11:27

Medizin, Neurowissenschaft

Realistische Darstellung zweier Nervenzellen an einer Synapse: leuchtende Neurotransmitter werden in einem eisbedeckten Moment zwischen den Zellen freigesetzt, elektrische Impulse blitzen auf. Im Hintergrund ein Forschungslabor mit Mikroskop. Auf dem Bild steht der Text „Hirnzellen beim Signalaustausch erwischt! Ultraschnell & eingefroren sichtbar gemacht!“.

Wenn Denken im Bruchteil einer Sekunde passiert


Wie genau Nervenzellen Informationen austauschen, gehört zu den zentralen Fragen der modernen Hirnforschung. Zwar ist seit Jahrzehnten bekannt, dass Signale an sogenannten Synapsen weitergegeben werden, doch die extrem kurzen Zeitfenster dieser Prozesse entziehen sich oft der direkten Beobachtung. Forschende der Universität Leipzig haben nun eine Methode etabliert, mit der sich diese entscheidenden Momente erstmals mit bisher unerreichter zeitlicher Präzision sichtbar machen lassen.


Im Mittelpunkt steht eine Technik, die neuronale Aktivität gezielt auslöst und das Gewebe anschließend innerhalb von Millisekunden schockgefriert. So entsteht eine Art Momentaufnahme der Signalübertragung – eingefroren genau in dem Augenblick, in dem Nervenzellen miteinander kommunizieren.


Synapsen unter Hochgeschwindigkeitsbedingungen


Synapsen sind winzige Kontaktstellen zwischen Nervenzellen. Trifft ein elektrisches Signal dort ein, werden chemische Botenstoffe freigesetzt, die das Signal an die nächste Zelle weitergeben. Dieser Vorgang dauert nur wenige Tausendstel Sekunden. Bisherige Methoden konnten entweder nur statische Zustände zeigen oder lieferten zeitlich gemittelte Informationen.


Die Leipziger Forschenden kombinieren nun elektrische Stimulation mit ultraschnellem Gefrieren des Gewebes. Anschließend wird das Material mit hochauflösender Elektronenmikroskopie untersucht. Auf diese Weise lassen sich einzelne Vesikel erkennen – winzige Bläschen, die Neurotransmitter enthalten – und ihr Verhalten während der Signalübertragung präzise analysieren.


Warum diese Bilder mehr sind als technische Spielerei


Der eigentliche Durchbruch liegt nicht allein in der Bildqualität, sondern in der zeitlichen Kontrolle. Die Methode erlaubt es, exakt festzulegen, wie viele Millisekunden nach der Stimulation das Gewebe eingefroren wird. Dadurch entsteht eine Art Zeitreihe, mit der sich rekonstruieren lässt, wie sich synaptische Prozesse entwickeln, beschleunigen oder abbrechen.


Das ist besonders relevant für grundlegende Fragen des Lernens und der Gedächtnisbildung. Veränderungen an Synapsen gelten als biologische Basis dafür, dass Erfahrungen langfristig im Gehirn gespeichert werden. Die neue Technik macht es möglich, diese Veränderungen nicht nur indirekt zu vermuten, sondern strukturell nachzuweisen.


Bedeutung für Krankheitsforschung und Medizin


Auch für das Verständnis neurologischer Erkrankungen ist der Ansatz vielversprechend. Bei Krankheiten wie Epilepsie, Parkinson oder bestimmten Formen von Demenz gilt die synaptische Signalübertragung als gestört. Wenn sich genau bestimmen lässt, an welchem Punkt der Kommunikation Fehler auftreten, könnten langfristig gezieltere Therapien entwickelt werden.


Die Forschenden betonen jedoch, dass es sich um Grundlagenforschung handelt. Die Methode liefert keine unmittelbaren klinischen Anwendungen, sondern schafft zunächst ein präziseres Bild der normalen Funktionsweise des Gehirns. Gerade diese Referenz ist notwendig, um krankhafte Abweichungen zuverlässig einordnen zu können.


Ein neuer Standard für die Hirnforschung?


International stößt der Leipziger Ansatz auf großes Interesse, weil er eine Lücke zwischen funktionellen Experimenten und struktureller Bildgebung schließt. Während bildgebende Verfahren wie MRT großräumige Aktivität erfassen, zeigt die neue Technik Prozesse auf molekularer Ebene – und das zeitlich hochaufgelöst.


Ob sich die Methode breit durchsetzt, wird davon abhängen, wie gut sie sich auf andere Hirnregionen und experimentelle Fragestellungen übertragen lässt. Klar ist jedoch schon jetzt: Die Arbeit aus Leipzig liefert ein Werkzeug, mit dem sich das Innenleben von Nervenzellen so detailliert beobachten lässt wie nie zuvor.

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