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Olympus Mons: Neue Strukturen stellen Entstehung des größten Mars-Vulkans infrage
31.12.25, 12:12
Astronomie

Neue Beobachtungen am Gipfel von Olympus Mons
Der größte Vulkan des Sonnensystems, Olympus Mons, rückt erneut in den Fokus der Planetenforschung. Aktuelle Auswertungen von Orbiterdaten zeigen bislang wenig beachtete geologische Strukturen im Gipfelbereich des gewaltigen Schildvulkans auf dem Mars. Die Entdeckung deutet darauf hin, dass die Entstehungs- und Aktivitätsgeschichte von Olympus Mons komplexer ist als bisher angenommen.
Olympus Mons ist rund 22 Kilometer hoch und misst an seiner Basis etwa 600 Kilometer im Durchmesser. Aufgrund der geringen Schwerkraft und des fehlenden Plattentektonik-Systems auf dem Mars konnte der Vulkan über sehr lange Zeiträume hinweg wachsen. Lange galt seine Entwicklung als vergleichsweise gleichförmig – gespeist durch wiederholte, ausgedehnte Lavaflüsse. Die nun identifizierten Strukturen stellen dieses vereinfachte Bild infrage.
Hinweise auf dynamische Prozesse im Gipfelbereich
Im Zentrum der neuen Beobachtungen stehen ungewöhnliche Formationen innerhalb der Caldera, also der großen Einsturzmulde an der Spitze des Vulkans. Hochauflösende Aufnahmen zeigen komplexe Bruchlinien, Terrassen und möglicherweise Ablagerungen, die nicht eindeutig durch klassische Lavaüberläufe erklärbar sind. Einige Forschende halten es für möglich, dass diese Strukturen auf episodische Einstürze, veränderte Magmazusammensetzungen oder sogar zeitlich stark variierende Eruptionsphasen hindeuten.
Solche Prozesse würden bedeuten, dass Olympus Mons über seine Geschichte hinweg nicht nur kontinuierlich, sondern in deutlich wechselnden Aktivitätsmustern gewachsen ist. Das hätte Folgen für das Verständnis der inneren Dynamik des Mars, insbesondere für die Frage, wie lange der Planet geologisch aktiv geblieben ist.
Bedeutung für die Marsforschung
Die neuen Erkenntnisse sind auch deshalb relevant, weil Olympus Mons als Schlüsselobjekt für die vulkanische Geschichte des Mars gilt. Veränderungen im Magmasystem könnten Hinweise darauf liefern, wie sich Wärme im Inneren des Planeten verteilt hat und wann vulkanische Aktivität möglicherweise zum Erliegen kam. Einige Modelle gehen davon aus, dass es auf dem Mars noch vor wenigen Millionen Jahren zu Ausbrüchen gekommen sein könnte – geologisch betrachtet eine kurze Zeitspanne.
Zudem beeinflusst Vulkanismus die Atmosphäre: Ausgasungen könnten in der Vergangenheit zum Aufbau einer dichteren Marsatmosphäre beigetragen haben. Indirekt berührt die Forschung damit auch die Frage, ob der Mars einst lebensfreundlichere Bedingungen bot als heute.
Einordnung und offene Fragen
Die Beobachtungen basieren auf Fernerkundungsdaten aus dem Orbit und erlauben bislang keine eindeutigen Aussagen über Alter und Entstehungsmechanismen der Strukturen. Fachleute betonen, dass weitere Analysen nötig sind, etwa durch detaillierte Höhenmodelle und den Vergleich mit ähnlichen Formationen auf der Erde. Eine direkte Untersuchung vor Ort wäre wissenschaftlich besonders wertvoll, liegt jedoch aufgrund der extremen Größe und Höhe des Vulkans außerhalb der aktuellen Missionsplanungen.
Die Meldung wurde zuerst von DailyGalaxy veröffentlicht und stützt sich auf aktuelle Auswertungen von Mars-Orbiterdaten. Peer-reviewte Detailstudien stehen nach Angaben der Forschenden noch aus. Entsprechend bleibt die Interpretation vorläufig – zeigt aber, dass selbst an einem der bekanntesten Objekte des Sonnensystems noch grundlegende Überraschungen möglich sind.
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