Blogverzeichnis Bloggerei.de
top of page

Wissenschaftliche Meldungen

Tramadol: Beliebtes Schmerzmittel mit unterschätzten Risiken?

26.12.25, 16:00

Medizin

Ein älterer Mann hält sich schmerzverzerrt an die Brust, im Hintergrund ein Rettungswagen mit Blaulicht, ein leuchtendes Gehirn-Symbol und eine EKG-Linie. Links liegt eine geöffnete Tablettendose mit verstreuten Pillen. Große Schlagzeile: „Tramadol – gefährlicher als gedacht?“ Darunter der Hinweis „Neue Studie deckt alarmierende Risiken auf!“ sowie Icons mit Texten zu Herzproblemen, mehr Krankenhausaufenthalten und Krampfanfällen.

Der Befund


Tramadol gehört weltweit zu den am häufigsten verordneten Schmerzmitteln, insbesondere bei chronischen, nicht-tumorbedingten Schmerzen. Es gilt seit Jahrzehnten als vergleichsweise „mildes“ Opioid mit geringerem Abhängigkeitspotenzial als stärkere Vertreter dieser Wirkstoffklasse. Eine aktuelle Auswertung klinischer Daten, veröffentlicht am 25. Dezember 2025, stellt dieses Sicherheitsimage nun infrage.


Die Analyse, über die das Wissenschaftsportal ScienceDaily berichtet, wertete Ergebnisse aus mehreren großen Beobachtungs- und Vergleichsstudien aus. Im Fokus standen Patientinnen und Patienten, die Tramadol über längere Zeit einnahmen – häufig als Alternative zu nicht-steroidalen Schmerzmitteln oder stärkeren Opioiden.


Zentrale Ergebnisse


Laut den Forschenden ist die Einnahme von Tramadol mit erhöhten Risiken für schwerwiegende Nebenwirkungen verbunden. Besonders auffällig:


  • Erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Komplikationen, darunter Herzrhythmusstörungen

  • Mehr Krankenhausaufenthalte im Vergleich zu Patientengruppen, die andere gängige Schmerzmittel erhielten

  • Hinweise auf neurologische Nebenwirkungen, etwa Krampfanfälle, insbesondere bei höherer Dosierung oder Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten


Die beobachteten Risiken lagen in mehreren Analysen höher als bislang angenommen und teilweise sogar über denen einiger Alternativpräparate, die als riskanter galten.


Warum Tramadol lange als „sicher“ galt


Tramadol wirkt doppelt: Einerseits bindet es an Opioid-Rezeptoren, andererseits beeinflusst es die Wiederaufnahme von Serotonin und Noradrenalin im Nervensystem. Diese Kombination wurde lange als Vorteil gesehen, da sie starke Schmerzlinderung bei vermeintlich geringerer Atemdepression versprach.


Die neue Analyse zeigt jedoch, dass gerade dieser komplexe Wirkmechanismus unerwünschte Effekte begünstigen kann – insbesondere bei älteren Menschen, bei Vorerkrankungen oder bei gleichzeitiger Einnahme anderer Medikamente.


Einordnung und Unsicherheiten


Die Autorinnen und Autoren betonen, dass es sich überwiegend um Beobachtungsdaten handelt. Solche Studien können Zusammenhänge aufzeigen, aber keine eindeutige Ursache-Wirkungs-Beziehung beweisen. Dennoch sei die Datenlage konsistent genug, um eine kritische Neubewertung der Verschreibungspraxis zu rechtfertigen.


Unklar bleibt, welche Patientengruppen besonders gefährdet sind und ab welcher Behandlungsdauer die Risiken deutlich ansteigen. Weitere randomisierte Langzeitstudien gelten als notwendig.


Bedeutung für die Praxis


Für Ärztinnen und Ärzte bedeutet das nicht zwangsläufig ein sofortiges Aus für Tramadol, wohl aber:


  • sorgfältigere Nutzen-Risiko-Abwägungen,

  • Zurückhaltung bei Langzeitverordnungen,

  • engmaschige Kontrolle bei Menschen mit Herz- oder neurologischen Vorerkrankungen.


Patientinnen und Patienten sollten Tramadol nicht eigenständig absetzen, sondern mögliche Sorgen im ärztlichen Gespräch klären.

Weitere aktuelle Meldungen findest du hier:

  • 2
    Seite 2
Wissenschaftler untersucht einen grünen Frosch im tropischen Regenwald mit Lupe, umgeben von Insekten, Fisch und Orchidee; daneben Laborgeräte, DNA-Helix und Mikroskop. Großes Titelmotiv mit Text „16.000 neue Arten pro Jahr – Die große Entdeckungswelle der Biologie“.

Rasanter Anstieg bei Artbeschreibungen – Vielfalt des Lebens größer als gedacht

26.12.25, 14:32

Biologie

Gelber autonomer Unterwasserroboter „Ran“ fährt mit eingeschaltetem Scheinwerfer unter einer dicken antarktischen Eisschicht durch eisige Unterwasserkanäle; über dem Motiv dramatische Schlagzeilen wie „Geheimnisse unter dem Eis“ und „Tiefsee-Roboter verschollen“, die auf eine brisante wissenschaftliche Entdeckung und einen Kontaktabbruch hinweisen.

U-Boot verschwindet unter antarktischem Eis – rätselhafte Strukturen entdeckt

26.12.25, 14:18

Klima & Umwelt

Dramatische Illustration einer vermuteten Superkilonova im Weltraum: Links verschmelzen zwei Neutronensterne unter intensiven Gravitationswellen, rechts explodiert eine helle Supernova mit blau-weißer Schockfront. Leuchtende Explosionen vor Sternenhintergrund. Eingeblendeter Text: ‚Superkilonova entdeckt? Zwei Explosionen – ein mysteriöses Signal!

Superkilonova: Haben Astronomen erstmals eine doppelte Sternexplosion beobachtet?

26.12.25, 10:35

Astronomie, Kosmologie, Physik

Facebook-Titelbild im quadratischen Format: Links ein nachdenklich blickendes Kind vor dunklem, rissigem Hintergrund. Rechts mehrere Kinder in unterschiedlich farbigen Puzzleteilen, die verschiedene Verhaltensweisen zeigen. Große Schlagzeile im Bild: „Das Aus für das Autismus-Spektrum?“ Darunter: „Vier Autismus-Typen entdeckt?“ und „Alles, was wir bisher dachten, könnte falsch sein!“. Visualisiert die neue Forschung zu unterschiedlichen Autismus-Subtypen.

Warum Autismus keine einheitliche Störung ist – neue genetische Hinweise

26.12.25, 10:23

Psychologie, Neurowissenschaft

Illustration eines Quantenexperiments: Leuchtende Laser treffen auf ultrakalte Atome in einem optischen Gitter, dargestellt als stufenförmig angeordnete Energieniveaus mit schwebenden Atomen. Daneben ein wissenschaftlicher Aufbau mit Optik und Detektoren. Großzügige, kontrastreiche Typografie mit dem Text „Quantensensation! Shapiro-Stufen in ultrakalten Atomen entdeckt!“. Visueller Eindruck von Präzision, Hightech und moderner Quantenforschung.

Ultrakalte Atome erklimmen eine Quanten-„Treppe“

26.12.25, 06:24

Physik

Zwei weiße Labormäuse im direkten Vergleich: links eine Maus in steriler Laborumgebung, rechts eine Maus in naturnaher Umgebung mit Gras, Holz und Sonnenlicht. Pfeil zeigt den Übergang von Labor zu Natur. Großer Text im Bild: „Angst geheilt ohne Medikamente?“ und „Forscher entdecken: Natur reduziert Angst in nur 7 Tagen“.

Wenn Labormäuse „verwildern“, verschwindet Angst erstaunlich schnell

25.12.25, 18:36

Medizin, Psychologie, Biologie

Illustration einer unreifen menschlichen Lunge mit leuchtend roten Blutgefäßen, die aktiv wachsen und sich verzweigen. Im unscharfen Hintergrund liegt ein Frühgeborenes in einem Inkubator auf der Intensivstation. Der Bildtext lautet: „Forscher aktivieren das Wachstum der Lunge – Ein neuer Ansatz für Frühgeborene“.

Forscher aktivieren das Wachstum der Lunge

25.12.25, 18:10

Medizin

bottom of page