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TSMC startet Massenproduktion von 2-Nanometer-Chips – neuer Meilenstein der Halbleiterindustrie
1.1.26, 13:24
Technologie

Ein technologischer Schritt an der Grenze des Machbaren
Der taiwanesische Auftragsfertiger TSMC hat mit der Massenproduktion seiner neuen 2-Nanometer-Chiptechnologie begonnen. Damit erreicht die Halbleiterindustrie eine weitere Miniaturisierungsstufe, bei der sich Strukturen nur noch wenige Atome breit darstellen lassen. Die neue Fertigungstechnologie gilt als entscheidend für kommende Generationen von Hochleistungsprozessoren, etwa für Anwendungen in künstlicher Intelligenz, Hochleistungsrechnen und energieeffiziente Mobilgeräte.
Was „2 Nanometer“ in der Praxis bedeutet
Die Angabe „2 Nanometer“ beschreibt nicht mehr direkt die physische Größe einzelner Transistoren, sondern steht für eine neue Technologiegeneration. Dennoch ist der Fortschritt real: Im Vergleich zur aktuellen 3-Nanometer-Produktion sollen die neuen Chips eine deutlich höhere Transistordichte erreichen. Laut Unternehmensangaben ermöglicht die 2-nm-Technologie entweder eine Leistungssteigerung von rund zehn bis fünfzehn Prozent bei gleichem Energieverbrauch oder eine Reduktion des Strombedarfs um etwa 25 bis 30 Prozent bei vergleichbarer Rechenleistung.
Neuer Transistortyp als Schlüssel
Ein zentrales Element der neuen Fertigung ist der Wechsel zu sogenannten Gate-All-Around-Transistoren. Anders als bisherige FinFET-Strukturen wird dabei der leitende Kanal vollständig vom Gate umschlossen. Diese Architektur verbessert die elektrische Kontrolle über den Stromfluss, reduziert Leckströme und erhöht die Effizienz – ein entscheidender Faktor, da klassische Skalierungsmethoden zunehmend an physikalische Grenzen stoßen.
Bedeutung für Kunden und Märkte
Die Massenproduktion bedeutet, dass erste Großkunden ihre Chipdesigns nun in relevanten Stückzahlen fertigen lassen können. Erwartet wird, dass vor allem Hersteller von Hochleistungsprozessoren, KI-Beschleunigern und Serverchips früh auf die neue Technologie setzen. Auch für Smartphones und andere mobile Endgeräte ist die Kombination aus höherer Leistung und geringerem Energieverbrauch attraktiv, da sie längere Akkulaufzeiten ermöglicht.
Hoher Aufwand, enorme Kosten
Der Schritt zur 2-Nanometer-Fertigung ist mit enormen Investitionen verbunden. Moderne Chipfabriken dieser Generation kosten zweistellige Milliardenbeträge, hinzu kommen hochspezialisierte EUV-Lithografiesysteme und komplexe Prozesskontrollen. Die Einstiegshürden steigen damit weiter, was die ohnehin starke Konzentration der Halbleiterfertigung auf wenige globale Akteure verstärkt.
Einordnung: Fortschritt mit Unsicherheiten
Trotz des Produktionsstarts bleiben offene Fragen. In der frühen Phase einer neuen Technologie sind Ausbeute, Kosten pro Chip und langfristige Zuverlässigkeit entscheidende Faktoren. Zudem hängt der wirtschaftliche Erfolg davon ab, wie schnell Kunden ihre Designs an die neue Struktur anpassen können. Klar ist jedoch: Mit der Serienreife der 2-Nanometer-Technologie verschiebt sich die Messlatte der Halbleiterindustrie erneut – und setzt Wettbewerber unter erheblichen Innovationsdruck.
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