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Wissenschaftliche Meldungen

Wenn Labormäuse „verwildern“, verschwindet Angst erstaunlich schnell

25.12.25, 18:36

Medizin, Psychologie, Biologie

Zwei weiße Labormäuse im direkten Vergleich: links eine Maus in steriler Laborumgebung, rechts eine Maus in naturnaher Umgebung mit Gras, Holz und Sonnenlicht. Pfeil zeigt den Übergang von Labor zu Natur. Großer Text im Bild: „Angst geheilt ohne Medikamente?“ und „Forscher entdecken: Natur reduziert Angst in nur 7 Tagen“.

In der Verhaltensforschung gelten Labormäuse als Standardmodell – auch für Angst. Doch ein Team der Cornell University zeigt nun: Ein zentraler Angst-Effekt, der in Labortests oft als hartnäckig gilt, lässt sich offenbar innerhalb weniger Tage deutlich abschwächen – nicht durch Medikamente, sondern durch ein Leben in einer naturnahen Umgebung.


Ein Klassiker der Angstforschung – und ein Reset nach einer Woche


Gemessen wurde die Angst der Tiere mit dem Elevated Plus Maze (EPM), einem erhöhten Kreuz-Labyrinth mit zwei geschützten (geschlossenen) und zwei ungeschützten (offenen) Armen. Üblicherweise meiden Mäuse nach der ersten Erfahrung zunehmend die offenen Bereiche; das wird als Angst-/Furchtreaktion interpretiert.


In dem neuen Experiment wurden 44 Labormäuse aus ihrer üblichen Haltung in eine große, gesicherte Outdoor-Fläche umgesetzt, wo sie erstmals „echte“ Umweltreize hatten: Gras, Erde, Gerüche, Wetter, Rückzugsorte, Klettern, Buddeln, Nahrungssuche. Bereits nach einer Woche zeigten die Tiere im EPM wieder ein Verhalten, das die Forschenden als Rückkehr zu „typischen“ bzw. weniger ängstlichen Mustern beschreiben: offene und geschlossene Bereiche wurden deutlich gleichmäßiger erkundet – als ob der Test neu wäre.


Nicht nur Vorbeugung – auch „eingelernte“ Angst ging zurück


Besonders relevant: Der Effekt trat nicht nur bei Mäusen auf, die früh „rewilded“ wurden. Auch Tiere, die mehrfach im Labor dem EPM ausgesetzt waren und somit bereits eine etablierte Vermeidungsreaktion entwickelt hatten, verloren diese Angstreaktion nach dem Outdoor-Aufenthalt zumindest deutlich.


Die Studie lief über mehrere Kohorten über zwei Jahre, was die Aussage stützt, dass es sich nicht um einen einmaligen Ausreißer handelt.


Was könnte dahinterstecken? „Agency“ statt „Hardwiring“


Die Forschenden ordnen das Ergebnis als Hinweis ein, dass das, was im Labor als „Angst“ gemessen wird, teils stark von Umweltarmut und fehlender Kontrolle über Reize geprägt sein könnte. Ihr Erklärungsansatz: Agency – also die Fähigkeit des Tiers, durch eigenes Verhalten die Situation zu verändern (ausweichen, verstecken, erkunden, Ressourcen finden). In einer abwechslungsreichen Umgebung lernen Tiere womöglich schneller, Gefahr besser zu kalibrieren, statt Neuartiges automatisch als bedrohlich einzustufen.


Warum das wichtig ist – auch für die Übertragbarkeit auf Menschen


Die Arbeit berührt eine alte Debatte: Wie gut lassen sich Ergebnisse aus standardisierten Mausmodellen auf Menschen übertragen? Wenn ein verbreiteter Angst-Assay so empfindlich auf Umweltbedingungen reagiert, könnte das bedeuten:

  • Manche „robusten“ Angstphänotypen im Labor sind weniger stabil, als angenommen.

  • Studien, die Medikamente oder Genetik testen, könnten Effekte messen, die stark vom Haltungs- und Erfahrungsprofil der Tiere abhängen.

  • Naturnähere Settings könnten helfen, Verhaltensmodelle zu entwickeln, die alltagsnäher sind – und damit potenziell besser vergleichbar.

Grenzen und offene Fragen


So eindrucksvoll der „Reset“ klingt: Aus den öffentlich zugänglichen Berichten bleiben wichtige Details teils offen, etwa zur genauen Statistik, zu möglichen Störfaktoren (z. B. individuelle Unterschiede, soziale Dynamik im Feld, saisonale Effekte) oder dazu, wie dauerhaft der Effekt ist. Die Cornell-Darstellung nennt Anschlussfragen explizit: Wie viel Zeit im Feld reicht? Spielt das Alter der Mäuse eine Rolle?

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