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Wissenschaftliche Meldungen

Wie sehr formt die frühe Umwelt das Risiko für ADHS? Neue Langzeitbefunde aus einer 17-jährigen Studie

9.1.26, 21:23

Soziologie, Psychologie

Facebook-Titelbild zum Thema ADHS: Geteiltes Bild mit einem überforderten, schreienden Kind auf der linken Seite und einer entspannten Mutter mit spielendem Kleinkind auf der rechten Seite. Darüber eine DNA-Helix als Symbol für genetische Einflüsse und eine Familiensilhouette. Text im Bild: „ADHS-Risiko: Mehr als nur Genetik! Kindertemperament & Erziehung entscheidend!“ Unten der Hinweis „Wissenschaftswelle.de“.

Studie zeigt: ADHS-Risiko entsteht nicht allein im Genetischen, sondern durch das Zusammenspiel von Kindertemperament und häuslicher Umgebung


Eine aktuelle Langzeitstudie aus Israel liefert neue Einblicke in die Entstehung von Aufmerksamkeits- und Hyperaktivitätsstörungen (ADHS). Die Untersuchung begleitete rund 125 Kinder über einen Zeitraum von 17 Jahren – von der Geburt bis ins Jugendalter – und kommt zu einem klaren Ergebnis: Das Risiko für ADHS ist nicht ausschließlich genetisch festgelegt. Vielmehr entsteht es aus einer komplexen Wechselwirkung zwischen individuellen Eigenschaften des Kindes und der Qualität seiner frühen Umwelt.


Im Mittelpunkt der Forschung standen neben einer familiären ADHS-Belastung vor allem zwei Faktoren: das früh erkennbare Temperament von Säuglingen, insbesondere ihre motorische Aktivität, sowie die Beschaffenheit der häuslichen Umgebung in den ersten Lebensjahren. Untersucht wurde unter anderem, wie stark Kinder in ihrem Alltag kognitiv, emotional und sozial angeregt wurden und wie stabil die elterliche Unterstützung ausfiel.


Temperament als Verstärker: Umwelt wirkt nicht bei allen Kindern gleich


Ein zentrales Ergebnis der Studie ist, dass Kinder sehr unterschiedlich auf ihre Umwelt reagieren. Besonders motorisch aktive Säuglinge erwiesen sich als ausgesprochen sensibel gegenüber den Bedingungen, unter denen sie aufwuchsen. Wuchsen diese Kinder in einer anregenden, unterstützenden Umgebung auf, zeigten sie im Grundschulalter deutlich bessere exekutive Funktionen. Dazu zählen Fähigkeiten wie Selbstkontrolle, Aufmerksamkeitssteuerung und planvolles Handeln.


Diese verbesserten exekutiven Funktionen gingen wiederum mit einer geringeren Ausprägung von ADHS-typischen Symptomen im späteren Kindes- und Jugendalter einher. In weniger unterstützenden oder wenig strukturierten Umgebungen zeigte sich hingegen das gegenteilige Muster: Gerade bei den besonders aktiven Kindern traten Aufmerksamkeitsprobleme und Impulsivität häufiger und stärker auf.


Die Forschenden betonen, dass es sich dabei nicht um eine starre Einteilung in „anfällige“ und „unauffällige“ Kinder handelt. Vielmehr existiert ein Kontinuum individueller Sensitivität. Temperament, familiäre Vorbelastung und Umweltbedingungen greifen ineinander und bestimmen gemeinsam, wie sich das Risiko für ADHS im Verlauf der Entwicklung verändert.


Abkehr vom rein genetischen Erklärungsmodell


Die Ergebnisse fügen sich in einen wachsenden Forschungsstand ein, der ADHS nicht mehr ausschließlich als genetisch determinierte Störung betrachtet. Zwar gilt die genetische Veranlagung weiterhin als wichtiger Risikofaktor, doch zeigen immer mehr Studien, dass psychosoziale Einflüsse, Erziehungsbedingungen und frühe Fördermöglichkeiten einen erheblichen Beitrag leisten können.


Besonders relevant ist dabei, dass Umweltfaktoren grundsätzlich veränderbar sind. Anders als genetische Dispositionen lassen sich Qualität und Stabilität der frühen Lebensumgebung durch gezielte Unterstützung, Beratung und Förderung verbessern. Die Studie liefert damit empirische Argumente gegen ein rein biologisches Verständnis von ADHS und für einen breiteren sozial- und entwicklungspsychologischen Ansatz.


Bedeutung für Prävention und frühe Förderung


Für Praxisfelder wie Pädagogik, Entwicklungspsychologie und Familienberatung ergeben sich aus den Befunden wichtige Konsequenzen. Frühzeitige Unterstützung und eine reichhaltige, verlässliche Umgebung können gerade bei Kindern mit erhöhter Sensitivität einen entscheidenden Unterschied machen. Dies gilt insbesondere in Familien, in denen bereits ADHS-Symptome bei einem Elternteil vorhanden sind und sich Risiken somit bündeln.


Die Autorinnen der Studie plädieren daher für Präventions- und Interventionsansätze, die nicht erst im Schulalter ansetzen, sondern bereits in den ersten Lebensjahren greifen. Entscheidend sei es, die Wechselwirkungen zwischen individueller Entwicklung und sozialem Umfeld ernst zu nehmen und ADHS nicht allein als medizinisches Problem, sondern auch als entwicklungs- und umweltabhängiges Phänomen zu verstehen.

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