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Wissenschaftliche Meldungen

Kosmische Licht-Echos: 30 Jahre altes Rätsel der Sternentstehung gelöst

28.12.25, 19:02

Astronomie, Kosmologie

Illustration eines hell leuchtenden jungen Sterns im Zentrum, umgeben von zahlreichen konzentrischen Ringen aus Staub und Gas vor dunklem Sternenhimmel. Die Ringe wirken wie Licht-Echos und bilden ein kosmisches Muster. Im Vordergrund sind ein Weltraumteleskop und ein großes Observatorium zu sehen. Großflächiger Text im Bild: „GEHEIME STERNEN-RINGE ENTDECKT!“ und „Sind DAS die ZEITRAFFER der STERNENTSTEHUNG?“.

Ein kosmisches Muster mit langer Vorgeschichte


Astronomen haben in einer sogenannten Reflexionsnebelregion eine außergewöhnliche Struktur entdeckt: mehr als 400 konzentrische, nahezu perfekt geformte Ringe aus Staub und Gas, die einen jungen Stern umgeben. Die Beobachtung liefert eine überzeugende Erklärung für ein seit rund drei Jahrzehnten diskutiertes Problem der Sternentstehungsforschung – nämlich die Frage, wie episodische Helligkeitsausbrüche junger Sterne ihre Umgebung prägen.


Reflexionsnebel bestehen aus interstellarem Staub, der das Licht benachbarter Sterne nicht selbst erzeugt, sondern reflektiert. In dem nun untersuchten Objekt wirkt diese Eigenschaft wie ein kosmisches Archiv: Jeder der Ringe markiert einen vergangenen Ausbruch des Zentralsterns.


Licht-Echos statt Schockwellen


Die entscheidende Erkenntnis: Die Ringe sind keine physisch expandierenden Schalen aus Materie, sondern sogenannte Licht-Echos. Entsteht ein plötzlicher Helligkeitsausbruch, breitet sich das Licht kugelförmig aus und beleuchtet zeitversetzt unterschiedliche Staubschichten in der Umgebung. Für Beobachter entsteht dadurch der Eindruck wachsender, konzentrischer Ringe.


Dieses Modell war bereits Anfang der 1990er-Jahre theoretisch vorgeschlagen worden, ließ sich jedoch bislang nie so eindeutig belegen. Die nun beobachtete Vielzahl an Ringen spricht dafür, dass der junge Stern über Jahrtausende hinweg immer wieder Ausbrüche erlebte – in relativ regelmäßigen Abständen.


Die Rolle moderner Teleskope


Möglich wurde die Entdeckung durch hochauflösende Infrarotbeobachtungen, unter anderem mit dem James Webb Space Telescope. Dessen Sensitivität erlaubt es, selbst feine Staubstrukturen in sternnahen Regionen sichtbar zu machen, die zuvor im Rauschen untergingen.


Die enorme Anzahl von Ringen – etwa 400 – deutet darauf hin, dass solche Ausbruchsphasen kein Ausnahmephänomen, sondern ein grundlegender Bestandteil der frühen Sternentwicklung sind. Die Abstände der Ringe lassen Rückschlüsse auf die zeitlichen Intervalle der Ausbrüche zu, die je nach Modell mehrere Jahrzehnte bis Jahrhunderte betragen könnten.


Bedeutung für Modelle der Sternentstehung


In der klassischen Vorstellung wachsen junge Sterne gleichmäßig, indem sie kontinuierlich Materie aus einer umgebenden Scheibe akkretieren. Neuere Modelle gehen jedoch von einem „ruckartigen“ Wachstum aus: Materie sammelt sich zunächst an und stürzt dann schlagartig auf den Stern, was zu plötzlichen Helligkeitsausbrüchen führt.


Die beobachteten Ringstrukturen liefern nun einen seltenen direkten Beleg für dieses episodische Akkretionsmodell. Damit lassen sich auch andere Phänomene besser erklären, etwa starke Helligkeitsschwankungen junger Sterne oder chemische Veränderungen in protoplanetaren Scheiben.


Offene Fragen und Einordnung


Trotz der beeindruckenden Beobachtung bleiben Unsicherheiten. Noch ist unklar, ob alle jungen Sterne solche regelmäßigen Ausbrüche zeigen oder ob es sich um einen Sonderfall handelt. Ebenso ist die genaue physikalische Ursache der Ausbrüche – etwa Instabilitäten in der Akkretionsscheibe oder magnetische Prozesse – Gegenstand aktueller Forschung.


Fest steht jedoch: Die 400 Ringe wirken wie ein Zeitraffer der Sternentstehung über viele Jahrtausende hinweg und liefern einen seltenen Blick auf Prozesse, die normalerweise weit jenseits menschlicher Beobachtungszeiträume liegen.

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