Wissenschaftliche Meldungen
Neue Karte zeigt erstmals die feinen Strukturen dunkler Materie
4.2.26, 14:25
Astronomie, Kosmologie

Webb zeigt das unsichtbare Gerüst aus Dunkler Materie
Am 3. Februar 2026 präsentierten internationale Astronominnen und Astronomen die bislang detailreichste Karte der dunklen Materie – jenes unsichtbaren Stoffs, der das Universum zusammenhält und seine Entwicklung maßgeblich geprägt hat. Die Ergebnisse basieren auf Beobachtungen mit dem James-Webb-Weltraumteleskop und wurden in einem begutachteten Fachjournal veröffentlicht. Die neue Analyse erlaubt erstmals einen besonders scharfen Blick auf das kosmische Gerüst, das Galaxien und Galaxienhaufen formt, ohne selbst sichtbar zu sein.
Was dunkle Materie ist – und warum sie zentral für das Universum ist
Dunkle Materie ist eine hypothetische Form von Materie, die nicht mit Licht wechselwirkt. Sie sendet keine Strahlung aus, reflektiert kein Licht und absorbiert es nicht. Dennoch geht die moderne Kosmologie davon aus, dass sie den größten Teil der Materie im Universum ausmacht. Ihre Existenz wird nicht direkt beobachtet, sondern aus ihren gravitativen Effekten erschlossen, etwa aus der ungewöhnlich hohen Rotationsgeschwindigkeit von Galaxien oder aus der Art, wie Licht entfernter Objekte auf dem Weg zur Erde abgelenkt wird.
Ohne dunkle Materie lassen sich diese Beobachtungen mit den bekannten Naturgesetzen nicht erklären. Sie gilt deshalb als eine der zentralen, aber zugleich rätselhaftesten Komponenten des Kosmos.
Wie Webb das Unsichtbare sichtbar macht
Für die neue Karte analysierte das Forschungsteam einen tiefen Himmelsausschnitt und wertete das Licht von nahezu 800.000 fernen Galaxien aus. Entscheidend ist dabei ein subtiler Effekt: Die Schwerkraft dunkler Materie verzerrt das Licht dieser Galaxien minimal. Diese sogenannte schwache Gravitationslinsenwirkung ist für das menschliche Auge unsichtbar, lässt sich aber statistisch erfassen, wenn sehr viele Galaxien präzise vermessen werden.
Dank der hohen Auflösung und Empfindlichkeit des James-Webb-Teleskops gelang es, diese Verzerrungen deutlich genauer zu messen als zuvor. Auf dieser Grundlage konnten die Forschenden die Verteilung der dunklen Materie rekonstruieren – nicht als glatte Masse, sondern als fein verzweigtes Netzwerk aus Filamenten und Verdichtungen.
Ein kosmisches Netz als Bauplan der Galaxien
Die neue Karte zeigt eindrucksvoll, dass dunkle Materie kein gleichmäßig verteilter Hintergrund ist. Stattdessen bildet sie ein kosmisches Netz, in dessen Knotenpunkten sich Galaxien und Galaxienhaufen ansammeln. Nach aktuellem Verständnis begann dieses Netz bereits kurz nach dem Urknall zu entstehen. Dunkle Materie verklumpte zuerst und zog durch ihre Gravitation gewöhnliche Materie an. Erst dadurch konnten sich Sterne und Galaxien in der heute beobachteten Vielfalt bilden.
Die jetzt erreichte Detailtiefe erlaubt es, diese Prozesse präziser zu testen als je zuvor. Die Karte ist deutlich schärfer als frühere Rekonstruktionen und zeigt Strukturen, die bislang nur in Computersimulationen vorhergesagt worden waren.
Was die Ergebnisse leisten – und was noch offen bleibt
Die neue Kartierung beantwortet nicht die grundlegende Frage, woraus dunkle Materie besteht. Sie liefert aber eine entscheidende empirische Grundlage, um theoretische Modelle zu überprüfen. Stimmen beobachtete Strukturen und berechnete Vorhersagen überein, stärkt das bestehende kosmologische Modelle. Abweichungen könnten hingegen Hinweise auf neue Physik liefern.
In den kommenden Jahren sollen weitere Weltraummissionen noch größere Himmelsbereiche erfassen und die Entwicklung der dunklen Materie über kosmische Zeiträume hinweg verfolgen. Ziel ist es, nicht nur das Gerüst des Universums immer genauer zu vermessen, sondern langfristig auch dem Wesen der dunklen Materie näherzukommen.
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