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Das viktorianische Internet: Als Dampfmaschinen die Welt fast digital machten

Das Titelbild zeigt eine steampunkartige Szene mit Messingmaschinen, Zahnrädern und aufsteigendem Dampf in warmem Goldlicht. Im Vordergrund sitzt ein Mann mit Zylinder und Schutzbrille vor funkenstiebender Technik; im Hintergrund sind ein Luftschiff und ein leuchtendes Netzwerkdiagramm zu sehen. Zentral steht der Schriftzug „Das viktorianische Internet“ mit dem Untertitel „Dampfmaschinen & Telegrafen: Die vergessene Zukunft des 19. Jahrhunderts!“.


Eine Archäologie der unvollendeten Zukunft


Stell dir vor, du öffnest morgens nicht dein Smartphone, sondern eine Messingklappe. Dahinter: ein leise zischendes Netzwerk aus Kupferdrähten, Relais und Zahnrädern. Nachrichten kommen nicht als Push-Benachrichtigung, sondern als rhythmisches Klicken, während irgendwo eine Nadel ausschlägt, ein Zeiger auf „A“ springt – und in einer anderen Stadt jemand gleichzeitig dasselbe „A“ sieht. Klingt wie Steampunk-Fantasy? Blöd nur: Das war im 19. Jahrhundert technisch erstaunlich nah dran.


Denn die Technologiegeschichte ist keine schnurgerade Autobahn vom Dampf zum Silizium. Sie ist eher ein Labyrinth aus Abzweigungen, Sackgassen und „fast“-Momenten. Und einer der faszinierendsten „fast“-Momente ist das viktorianische Internet: ein Bündel aus Telegrafie, frühen Fax-Ideen, Rohrpost-Netzen und mechanischen Computern, das in Struktur und Wirkung verblüffend an unsere digitale Gegenwart erinnert. Nicht identisch – aber konzeptuell so nah, dass man sich unweigerlich fragt: Warum leben wir nicht längst in einer Informationsgesellschaft, die nach Kohle riecht und nach Öl glänzt?


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Das Nervensystem des Imperiums: Echtzeit-Kommunikation entsteht


Bevor Elektrizität zum globalen Alltag wurde, war Information ein Körper: Sie musste getragen werden. Zu Pferd, per Kutsche, per Schiff. Und damit war sie langsam – so langsam, dass Politik und Wirtschaft eher mit Wetterfronten als mit Echtzeit arbeiteten. Dann kam der erste große Trick: die Idee, Information von Körpern zu lösen und als Signal zu behandeln.


Ein frühes nationales Netzwerk war der optische Telegraf – Semaphor-Türme mit schwenkbaren Balken, die Zeichen von Station zu Station weitergaben. Das war brillant, aber auch fragil: Nacht, Nebel, Sturm – und das „Netz“ war offline. Außerdem musste jeder Turm bemannt werden. Eine Art analoges Rechenzentrum mit extrem hoher Personalkostenquote.


Die elektrische Telegrafie änderte alles. Nicht „ein bisschen schneller“, sondern kategorial: von Tagen/Wochen auf Minuten und Sekunden. Und hier wird es besonders spannend, weil ein Kernprinzip moderner Digitalisierung – binäre Logik – in den 1830ern bereits auf dem Tisch lag.


In Göttingen spannten Carl Friedrich Gauss und Wilhelm Weber 1833 zwei Kupferdrähte über Dächer, um Sternwarte und physikalisches Kabinett zu verbinden. Ihr System nutzte keinen „kurz/lang“-Rhythmus wie der später populäre Morsecode, sondern die Richtung eines Ausschlags: links oder rechts, positiv oder negativ. Das ist, im Geiste, schon erschreckend nah an 0 und 1. Man könnte sagen: Das viktorianische Internet begann als „Intranet“ zweier Genies – mit einer Idee, die groß genug war, um die Weltzeit zu synchronisieren. Nur fehlte das Kapital, um das Ganze hochzuskalieren.


Und dann tritt eine Figur auf, die jede Tech-Geschichte braucht: der Ingenieur-Unternehmer. Werner von Siemens erkannte, dass Technologie nicht nur funktionieren muss, sondern auch bedienbar sein sollte. Sein Zeigertelegraf war im Prinzip „User Experience“ des 19. Jahrhunderts: Statt abstrakten Codes ließ sich direkt auf Buchstaben zeigen. Sender und Empfänger liefen synchron, als würden zwei Cursor auf unterschiedlichen Bildschirmen gleichzeitig wandern. Fast wie „Live-Collaboration“ – nur eben in Messing.


Warum setzte sich dennoch das robustere, simplere Morse-Prinzip durch? Weil Netzwerke nicht im Labor überleben müssen, sondern im Regen, auf langen Leitungen und im Rauschen der Realität. Ein System, das nur zwischen „Strom an“ und „Strom aus“ unterscheidet, ist unromantisch – aber fehlertolerant. Und genau dieses Muster kennen wir bis heute: Häufig gewinnt nicht die eleganteste Lösung, sondern die widerstandsfähigste.


Illustration zur Geschichte der Telegrafie: links ein optischer Semaphor-Turm, in der Mitte Carl Friedrich Gauss und Wilhelm Weber beim Experiment mit elektrischen Signalen in Göttingen, rechts ein Zeigertelegraf nach Werner von Siemens mit Leitungen – Symbol für den Übergang von körpergebundener Kommunikation zu binärer Echtzeit-Information als Nervensystem moderner Netzwerke.

Das Material, das die Welt vernetzte: Gutta-Percha und Unterseekabel


Es gibt Technikmythen, in denen Fortschritt nur aus Ideen besteht. In Wirklichkeit ist Fortschritt oft eine Frage von Material. Du kannst den genialsten Plan für ein globales Netz haben – wenn deine Isolierung versagt, ist dein Ozeankabel eine teure Badewannenente.


Die Schlüsselrolle spielte ein Stoff, der klingt wie ein Zauberspruch: Gutta-Percha, ein Naturharz aus Südostasien. Es ließ sich thermoplastisch verarbeiten, isolierte hervorragend und hielt unter Wasser durch. Siemens entwickelte eine Presse, um Kupferdrähte nahtlos damit zu ummanteln. Ohne solche Innovationen wäre „Weltvernetzung“ im 19. Jahrhundert nicht mehr als eine schöne PowerPoint-Folie gewesen – nur dass damals niemand PowerPoint hatte.


Die frühen Unterseekabel waren dennoch Abenteuer mit Rückschlägen: Schäden durch mechanische Belastung, Isolationsfehler, Korrosion – und ja, auch die ganz banale Möglichkeit, dass etwas im Meer „dran hängen bleibt“. Aber mit jeder Iteration wuchs das Netz.


Ein Höhepunkt war die Indo-Europäische Telegrafenlinie (fertiggestellt 1870), die London mit Kalkutta verband. Mit Relaistechnik zur Signalverstärkung konnten Nachrichten über rund 11.000 Kilometer in Dutzenden Minuten übertragen werden. Stell dir das politisch vor: Ein Imperium, das zuvor mit Wochen Verzögerung regierte, bekommt plötzlich einen Kommunikationsmuskel, der nahezu sofort reagiert. Kolonialverwaltung wird zur zentralisierten Bürokratie – nicht nur, weil Menschen „mächtiger“ werden, sondern weil das Netz Macht neu verteilt.


Drei Gründe, warum Materialwissenschaft manchmal wichtiger ist als „die geniale Idee“


  1. Netze scheitern oft nicht an Konzepten, sondern an Leitungsverlusten, Isolation und Korrosion.

  2. Skalierung ist Materialschlacht: Tausende Kilometer Kabel bedeuten tausendfaches Versagen-Potenzial.

  3. Infrastruktur bestimmt Gesellschaft: Wer Leitungen besitzt, kontrolliert Flüsse – von Daten, Geld und Entscheidungen.


Wired Love: Als Menschen im Takt von Punkten und Strichen flirteten


Jetzt kommt die Stelle, an der Geschichte plötzlich sehr modern wird. Denn sobald Menschen vernetzt sind, passiert etwas Unvermeidliches: Sie nutzen die Technik nicht nur „zweckrational“, sondern emotional.


Telegrafisten saßen oft stundenlang am Apparat. Zwischen offiziellen Telegrammen entstanden Chats, Slang, Insiderwitze – eine frühe Netzkultur. Und daraus wuchs ein Phänomen, das man ohne Übertreibung „Online-Dating“ nennen könnte: Wired Love. Im Roman Wired Love: A Romance of Dots and Dashes (1879) verliebt sich eine Telegrafistin in einen Kollegen, den sie nur als „C“ kennt. Kommunikation läuft als Code – wie Texting, nur mit klopfenden Stiften und rhythmischen Tasten. Menschen schlossen sogar Ehen, die über Telegrafenkontakte entstanden.


Auch gesellschaftlich war das Netz ein Türöffner: Weil Telegrafie Fingerfertigkeit und Konzentration verlangte – nicht Körperkraft – wurden Frauen in großer Zahl als Operatorinnen eingestellt. In einer Zeit, in der viele Arbeitsmärkte für Frauen stark begrenzt waren, entstand hier eine neue Form respektabler, relativ gut bezahlter Erwerbsarbeit. Man könnte sagen: Die ersten „Tech-Jobs“ hatten oft weibliche Hände.


Illustration zur Telegrafie im 19. Jahrhundert: Eine Telegrafistin und ein Telegrafist sitzen sich an Morseapparaten gegenüber und kommunizieren über Punkte und Striche, während sich zwischen ihnen symbolisch eine romantische Verbindung abzeichnet – Sinnbild für „Wired Love“, frühe Netzkultur, emotionales Kommunizieren und weibliche Tech-Arbeit in der Geschichte der Telekommunikation.

Dampfbetriebene Algorithmen: Babbage, die Tyrannei der Fehler und der Traum vom Universalcomputer


Während Telegrafie Signale beschleunigte, stellte sich eine zweite Frage: Was, wenn wir nicht nur Nachrichten schneller transportieren, sondern das Denken selbst mechanisieren?


Im frühen 19. Jahrhundert war „Computer“ kein Gerät, sondern ein Beruf. Menschen rechneten Tabellen für Navigation, Astronomie, Versicherungen. Und Menschen machen Fehler. Ein falscher Eintrag in einer Logarithmentafel konnte Schiffe gefährden oder Ingenieurprojekte ruinieren. Charles Babbage war davon besessen, diese Fehlerkette zu brechen – radikal: durch eine Maschine.


Seine Differenzmaschine basierte auf einer cleveren mathematischen Idee: Bestimmte Funktionswerte lassen sich durch wiederholte Addition berechnen, ohne Multiplikation oder Division. Addition ist mechanisch leichter: Zahnräder drehen definierte Schritte, und schon „addiert“ Metall. Babbage dachte aber nicht nur an das Rechnen, sondern an den gesamten Informationsprozess: Seine Maschine sollte Ergebnisse direkt drucken, um auch Setzfehler zu vermeiden. Ein automatisierter Workflow – bevor das Wort „Workflow“ existierte.


Das Tragische: Das Projekt scheiterte zu Lebzeiten. Nicht an Physik, sondern an Fertigungsrealitäten, Kosten, Konflikten und einem Design, das ständig weiterwuchs. Präzisionsmechanik war möglich, aber die massenhafte Herstellung tausender austauschbarer Teile war enorm schwierig und teuer.

Und doch: Als das Londoner Science Museum 1991 (lange nach Babbage) eine spätere Version nachbaute, funktionierte das Prinzip – fehlerfrei und beeindruckend. Plötzlich stand da ein fünf Tonnen schwerer Beweis dafür, dass eine alternative Technikgeschichte nicht nur Fantasie ist, sondern im Metall bereits angelegt war.


Noch visionärer war die Analytische Maschine: kein Spezialrechner, sondern ein Universalcomputer – mit Speicher („Store“), Rechenwerk („Mill“), Ein- und Ausgabe und Programmierung via Lochkarten (inspiriert von Jacquard-Webstühlen). Und entscheidend: die Idee bedingter Verzweigungen – also „wenn/dann“-Logik. Damit nähert sich das Konzept dem, was wir heute als universelle Berechenbarkeit verstehen.


Hier betritt Ada Lovelace die Bühne – und damit die vielleicht modernste Stimme des gesamten 19. Jahrhunderts. Lovelace erkannte, dass eine Maschine nicht „nur Zahlen“ verarbeitet, sondern Symbole. Wenn sich Beziehungen formalisieren lassen, kann eine Maschine prinzipiell auch Musik, Texte, Muster bearbeiten. Das ist die Idee der digitalen Abstraktion in einer Epoche, die noch an dampfende Kolben glaubte. Hardware und Software als getrennte Welten – dieser mentale Schnitt ist einer der größten Sprünge der Technikgeschichte.


Fax im Kaiserreich und Pakete aus Luft: Bildnetze und Rohrpost als frühe Datenlogistik


Ein verbreiteter Irrtum ist, dass das viktorianische Internet nur Text kannte. Tatsächlich existierten bereits Ideen und sogar kommerzielle Dienste zur Bildübertragung.


Alexander Bain patentierte 1843 einen „Kopiertelegrafen“: Ein Pendel tastete ein Bild zeilenweise ab, und am Empfangsort sorgte eine chemische Reaktion auf behandeltem Papier für eine sichtbare Spur. Das klingt wie Hexerei, ist aber im Kern ein Prinzip, das wir beim Scannen wiedererkennen: Rasterung, Synchronisation, Signal → Bild.


Giovanni Caselli perfektionierte das Konzept mit dem Pantelegraphen. In Frankreich gab es in den 1860ern ein echtes Netzwerk zwischen Paris und anderen Städten. Banken nutzten es zur Verifikation von Unterschriften – eine Art analoger Vorläufer dessen, was wir heute „Signaturprüfung“ nennen würden. Und ein Komponist verschickte sogar eine Partitur über das System – ein Musik-„Download“, bevor es Downloads gab.


Parallel entstand ein anderes Netzwerk, das so wunderbar körperlich ist, dass man es lieben muss: die pneumatische Rohrpost. Unter Städten wie London, Paris oder Berlin wurden Röhrennetze gebaut, durch die Kapseln mit Druckluft oder Vakuum schossen. Das ist „Packet Switching“ – nur eben für Dinge. Mit Weichen, Markierungen und Mechanik wurde geroutet, als wäre jede Kapsel ein Paket mit Adresse.


Man sieht: Das viktorianische Internet hatte nicht nur Datenadern, sondern auch eine Logistikfantasie, die bis heute nachwirkt. Manche Ideen tauchen immer wieder auf, weil sie strukturell sinnvoll sind – egal, ob aus Messing oder Glasfaser.


Historische Illustration zur frühen Datenlogistik im 19. Jahrhundert: Links ein Kopiertelegraf nach Alexander Bain und der Pantelegraph von Giovanni Caselli, mit zeilenweise übertragenen Bildern und Unterschriften; rechts ein viktorianisches Stadtbild mit pneumatischer Rohrpost, durch die Kapseln als physische „Datenpakete“ unter Paris transportiert werden – Sinnbild für analoge Bildübertragung und Packet Switching im Kaiserreich.

Die Schattenseite: Hacking, Codes, Überwachung – alles schon da


Wo ein Netzwerk ist, ist auch Missbrauch. Das ist keine moralische Klage, sondern eine anthropologische Konstante. Und auch hier wirkt das 19. Jahrhundert erstaunlich „heutig“.


Ein frühes Beispiel für einen Netzwerkangriff ereignete sich 1834 beim optischen Telegrafen in Frankreich: Die Brüder Blanc bestachen einen Operator, um scheinbar harmlose Fehler als geheime Börsensignale zu tarnen. Das ist Steganographie und Man-in-the-Middle – im Zeitalter von Türmen und Fernrohren. Zwei Jahre lang blieb der Angriff unentdeckt. Der Kernmechanismus ist zeitlos: Wer das Netz kontrolliert oder manipuliert, kontrolliert Informationsvorsprung.


Auch Verschlüsselung und Kompression wurden schnell relevant. Telegramme kosteten oft pro Wort, und Operatoren konnten mitlesen. Also entstanden Codebücher, die ganze Sätze in ein einzelnes Kunstwort pressten: effizienter und geheimnisvoller zugleich. Die Ökonomie des Netzes formte seine Sprache – wie heute Zeichenlimits, Datenpakete oder Plattformlogiken unsere Kommunikation prägen.


Und dann ist da die Überwachung: Der Fall John Tawell (1845) zeigt, wie Telegrafie das Gefühl von Flucht und Anonymität aufsprengte. Tawell reiste per Zug – schneller als Verfolger. Doch die Polizei „reiste“ als Signal und ließ ihn am Zielort abfangen. Die Presse feierte den Telegrafen als Fesseln des Verbrechens. Klingt nach Crime-Drama? Ist aber vor allem ein Moment, in dem Gesellschaft erkennt: Vernetzung ist nicht nur Freiheit, sondern auch Sichtbarkeit.


Drei Gefühle, die jedes neue Netzwerk auslöst


  • Utopie: „Jetzt verstehen wir uns besser – vielleicht wird die Welt friedlicher.“

  • Dystopie: „Jetzt können sie uns überwachen – vielleicht verlieren wir Kontrolle.“

  • Alltag: „Okay, aber kann ich damit auch flirten, handeln, lachen, arbeiten?“


Warum das viktorianische Internet nicht „durchstartete“ – und warum es trotzdem in uns weiterlebt


Warum also kein dampfbetriebenes World Wide Web um 1880? Warum keine Serienproduktion der Analytischen Maschine, vernetzt mit Bildtelegrafie und Rohrpost-Logistik?


Es war weniger ein Mangel an Vision als ein Zusammenspiel aus Ökonomie und Physik. Drei Gründe stechen heraus:


  • Präzision war möglich, aber brutal teuer. Mechanische Rechner brauchen extrem genaue Teile, geringe Reibung, wenig Verschleiß. Tausende Zahnräder sind nicht nur romantisch, sondern auch ein Wartungsalptraum. Der elegante, schnelle Schalter – Vakuumröhre oder Transistor – fehlte.

  • Der Markt war noch nicht „bereit“, weil er die Technologie braucht, um sich selbst zu erfinden. Softwaremärkte entstehen nicht, bevor es Computer gibt. Anwendungen, die wir heute selbstverständlich finden (Medien, Unterhaltung, universelle Datenverarbeitung), mussten kulturell erst wachsen.

  • Pfadabhängigkeit entschied. Robust und billig schlägt oft elegant und komplex. Morse setzte sich durch, weil es widerstandsfähig war. Bildübertragung war möglich, aber zu teuer und zu langsam. Und was sich einmal als Standard etabliert, wird Infrastruktur – und Infrastruktur wechselt man nicht gern.


Und trotzdem: Wir leben auf Fundamenten, die damals gegossen wurden. Das Konzept binärer Logik, die Trennung von Hardware und Software, die Ambivalenz zwischen Vernetzungsutopie und Überwachungsangst – all das hat viktorianische Wurzeln. Unser digitales Zeitalter ist nicht nur ein Bruch, sondern auch eine späte Vollendung eines Traums aus Kupfer, Dampf und unverschämtem Optimismus.


Wenn dich dieser Blick in das viktorianische Internet genauso elektrisiert wie mich: Lass gern ein Like da und schreib in die Kommentare, welche „unvollendete Zukunft“ dich am meisten fasziniert – die mechanischen Computer, die Bildtelegrafie oder das Rohrpost-Packet-Switching.


Symbolische Illustration zum Scheitern und Fortwirken des viktorianischen Internets: Mechanische Zahnräder, Telegrafendrähte und dampfbetriebene Maschinen gehen in moderne digitale Symbole über und zeigen, warum frühe Netzwerke an Kosten, Präzision und Marktbedingungen scheiterten, ihre Konzepte von binärer Logik, Infrastruktur und Vernetzung jedoch bis heute das digitale Zeitalter prägen.

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Quellen:


  1. 1830s – 1860s: Telegraph | Imagining the Internet (Elon University) - https://www.elon.edu/u/imagining/time-capsule/150-years/back-1830-1860/

  2. Telegraphy and Telex (Siemens) - https://www.siemens.com/global/en/company/about/history/technology/information-and-communications-technology/telegraphy-and-telex.html

  3. Pointer telegraph (Siemens) - https://www.siemens.com/global/en/company/about/history/specials/175-years/pointer-telegraph.html

  4. Communicating Underwater (Science History Institute) - https://www.sciencehistory.org/stories/magazine/communicating-underwater/

  5. Gutta-percha (PBS American Experience) - https://www.pbs.org/wgbh/americanexperience/features/cable-gutta-percha/

  6. The telegraph: How it changed diplomacy (Diplo) - https://www.diplomacy.edu/histories/the-telegraph-how-it-changed-diplomacy/

  7. Charles Babbage's Difference Engine (Whipple Museum, Cambridge) - https://www.whipplemuseum.cam.ac.uk/explore-whipple-collections/calculating-devices/charles-babbages-difference-engine

  8. Charles Babbage's Difference Engines and the Science Museum - https://www.sciencemuseum.org.uk/objects-and-stories/charles-babbages-difference-engines-and-science-museum

  9. The Construction of Charles Babbage's Difference Engine No. 2 (Doron Swade, IEEE-Paper) - https://ed-thelen.org/bab/DoronSwadeIEEE.pdf

  10. The Engines | Babbage Engine (Computer History Museum) - https://www.computerhistory.org/babbage/engines/

  11. Ada Lovelace and the first computer programme in the world (Max-Planck-Gesellschaft) - https://www.mpg.de/female-pioneers-of-science/Ada-Lovelace

  12. PIONEERS' PAGE (ITU) - https://www.itu.int/itunews/manager/display.asp?lang=en&year=2007&issue=04&ipage=pioneers&ext=html

  13. Pantelegraph (Wikipedia) - https://en.wikipedia.org/wiki/Pantelegraph

  14. Pneumatic tube (Wikipedia) - https://en.wikipedia.org/wiki/Pneumatic_tube

  15. The Beginnings of The Pneumatic Railway (The Postal Museum) - https://www.postalmuseum.org/blog/the-beginnings-of-the-pneumatic-railway/

  16. What an 1834 hack of the French telegraph system can teach us… (Slate) - https://slate.com/technology/2018/10/what-an-1834-hack-of-the-french-telegraph-system-can-teach-us-about-modern-day-network-security.html

  17. The world's first hack: the telegraph and the invention of privacy (The Guardian) - https://www.theguardian.com/technology/2015/jul/15/first-hack-telegraph-invention-privacy-gchq-nsa

  18. The Victorian Internet (Wikipedia) - https://en.wikipedia.org/wiki/The_Victorian_Internet

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