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Schlafen weniger als 7 Stunden: Neue Studie verknüpft Schlafdefizit mit geringerer Lebenserwartung
11.1.26, 10:06
Medizin

Schlafdauer als starker Lebenszeit-Prädiktor
Eine neue groß angelegte Analyse von Gesundheitsdaten deutet darauf hin, dass chronischer Schlafmangel eng mit einer verkürzten Lebenserwartung verbunden ist. Forschende der Oregon Health & Science University zeigen, dass Menschen, die im Durchschnitt weniger als sieben Stunden pro Nacht schlafen, statistisch gesehen früher sterben als Personen mit einer Schlafdauer von sieben bis neun Stunden. Der Zusammenhang war in der Untersuchung stärker ausgeprägt als bei anderen Lebensstil-Faktoren wie Ernährung, körperlicher Aktivität oder sozialer Einbindung.
Datengrundlage aus mehreren Jahren
Für ihre Analyse kombinierten die Wissenschaftler bevölkerungsweite Angaben zur Lebenserwartung mit umfangreichen Gesundheits- und Verhaltensdaten aus den Vereinigten Staaten aus den Jahren 2019 bis 2025. Untersucht wurden Unterschiede zwischen Bundesstaaten und Landkreisen. Dabei zeigte sich ein konsistentes Muster: Regionen mit einem höheren Anteil ausreichend schlafender Menschen wiesen im Durchschnitt eine höhere Lebenserwartung auf. In den statistischen Modellen erwies sich Schlafdauer als ein besonders starker Prädiktor – stärker als Ernährung oder Bewegung.
Schlaf wichtiger als viele andere Lebensstil-Faktoren
Nach Einschätzung der Forschenden war das Ausmaß dieses Effekts überraschend. In der Gesamtauswertung wurde nur Rauchen als noch schädlicherer Faktor für die Lebenserwartung identifiziert. Schlafmangel rangierte damit vor zahlreichen anderen bekannten Gesundheitsrisiken. Die Ergebnisse unterstreichen, dass Schlaf nicht lediglich ein passiver Erholungszustand ist, sondern eine zentrale Voraussetzung für langfristige körperliche und geistige Gesundheit.
Biologische Erklärungen bleiben offen
Die Studie selbst liefert keine direkten Hinweise auf die biologischen Mechanismen hinter dem Zusammenhang. Aus früherer Forschung ist jedoch bekannt, dass Schlaf eine Schlüsselrolle für das Herz-Kreislauf-System, den Stoffwechsel, das Immunsystem und die Gehirnfunktion spielt. Chronischer Schlafmangel wurde bereits mit erhöhten Risiken für Bluthochdruck, Diabetes, Depressionen und neurodegenerative Erkrankungen in Verbindung gebracht. Die aktuelle Analyse ergänzt dieses Wissen um eine bevölkerungsweite Perspektive.
Vorsicht bei der Interpretation
Trotz der klaren statistischen Zusammenhänge handelt es sich um eine Beobachtungsstudie. Sie kann nicht eindeutig klären, ob Schlafmangel direkt die Lebenserwartung verkürzt oder ob er teilweise ein Symptom anderer gesundheitlicher oder sozialer Belastungen ist. Faktoren wie Stress, Schichtarbeit, chronische Erkrankungen oder sozioökonomische Unterschiede könnten sowohl Schlafdauer als auch Sterblichkeit beeinflussen. Die Forschenden betonen daher, dass Schlaf im Zusammenspiel mit Bewegung, Ernährung und sozialer Stabilität betrachtet werden sollte.
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