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Hirschkäfer

Ein Hirschkäfer mit großen, geweihartigen Mandibeln kriecht auf einem moosbedeckten, vermoderten Baumstamm auf dem Waldboden. Der Käfer ist dunkelbraun bis schwarz mit rotbraunen Mandibeln. Die Umgebung ist ein Wald mit sattgrünem Moos und kleinen, runden Blättern von Pflanzen im Vordergrund. Der Hintergrund ist unscharf und dunkelgrün, mit Lichtstrahlen, die durch die Bäume fallen und schwebende Partikel in der Luft sichtbar machen.


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Fun-Fact
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Wusstest du schon, dass Hirschkäfermännchen mit ihren riesigen Mandibeln zwar beeindruckende Scheinkämpfe um Weibchen austragen, aber damit nicht wirklich beißen oder Verletzungen zufügen können? Sie nutzen sie eher zum 'Ringen' und Hochheben von Konkurrenten!


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Zahlen, Daten, Fakten
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Wissenschaftlicher Name:

Lucanus cervus

Hierarchische Taxonomie:

Reich: Tiere
Stamm: Gliederfüßer
Klasse: Insekten
Ordnung: Käfer
Familie: Schröter (Lucanidae)
Gattung: Lucanus
Art: Lucanus cervus

Verbreitung:

Alte Laubwälder, Parks, Gärten mit Totholz (insbesondere Eichen)

Gefährdung:

Potenziell gefährdet (Near Threatened)

Population:

Weltweit sinkende Populationen aufgrund von Lebensraumverlust und Totholzbeseitigung.

Schutzmaßnahmen:

Erhalt alter Baumbestände, Verzicht auf Totholzbeseitigung in Wäldern und Gärten, Anlage von Totholzhaufen als Brutstätten.

Größe:

Männchen 3,5-8 cm (inkl. Mandibeln), Weibchen 3-5 cm

Gewicht:

Einige Gramm


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weitere Infos
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Der Hirschkäfer, *Lucanus cervus*, ist eine der größten und imposantesten Käferarten Europas. Männliche Exemplare können inklusive ihrer markanten, geweihartigen Oberkiefer (Mandibeln) eine Länge von bis zu 8 Zentimetern erreichen, während die Weibchen mit 3 bis 5 Zentimetern deutlich kleiner sind und kleinere, kräftigere Mandibeln besitzen. Die Färbung des Chitinpanzers reicht von dunkelbraun bis schwarz, wobei die Flügeldecken oft eine rotbraune Tönung aufweisen. Ihr massiger Körper und die robusten Beine sind perfekt an ihre Lebensweise im Wald angepasst. Die großen Fühler enden in einer charakteristischen Fächerform, die dem Riechen dient.

Der Lebenszyklus des Hirschkäfers ist außergewöhnlich lang und primär auf die Larvenentwicklung ausgerichtet. Nach der Paarung legt das Weibchen seine Eier in Ritzen und Spalten von morschem Totholz oder im Boden in der Nähe von Baumstümpfen ab, wobei es eine Vorliebe für Eichenholz zeigt. Die Larven entwickeln sich über einen Zeitraum von drei bis sieben Jahren im Inneren des Holzes, wo sie sich von zersetztem Holz ernähren. Sie durchlaufen mehrere Larvenstadien, bis sie eine beachtliche Größe erreichen. Nach dieser langen Entwicklungsphase verpuppen sich die Larven in einer ovalen Erdhöhle, der sogenannten Puppenwiege, um dann im folgenden Frühjahr als ausgewachsene Käfer zu schlühen.

Adulte Hirschkäfer sind vorwiegend dämmerungs- und nachtaktiv und fliegen oft schwirrend in den Abendstunden auf der Suche nach Paarungspartnern. Die Männchen sind bekannt für ihre ritualisierten Kämpfe um die Gunst der Weibchen, bei denen sie ihre imposanten Mandibeln wie Ringer im Wettkampf einsetzen, um den Gegner vom Ast zu stoßen. Diese Kämpfe sind beeindruckend, aber selten tödlich. Die erwachsenen Käfer nehmen kaum Nahrung zu sich; sie lecken lediglich Baumsäfte oder Honigtau auf, um Energie für die Fortpflanzung zu gewinnen. Ihre kurze Lebensspanne als Imago, meist nur wenige Wochen, ist ganz der Fortpflanzung gewidmet.

Der Hirschkäfer ist hauptsächlich in den Laubwäldern Mitteleuropas und Teilen Südeuropas verbreitet. Sein Vorkommen ist stark an das Vorhandensein von ausreichend Totholz, insbesondere alter Eichen, gebunden. Aufgrund der Intensivierung der Forstwirtschaft und der Beseitigung von Altholzbeständen sind die Populationen vielerorts stark zurückgegangen. Obwohl er in einigen Regionen noch relativ häufig vorkommt, steht er in vielen Ländern unter Schutz und gilt als Indikatorart für intakte Waldökosysteme mit ausreichendem Totholzanteil.


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F.A.Q.
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Warum haben männliche Hirschkäfer so große Zangen?

Die großen, geweihartigen Mandibeln des männlichen Hirschkäfers dienen primär dem Imponiergehabe und ritualisierten Kämpfen mit anderen Männchen um Weibchen und Territorien. Sie sind ein Zeichen von Stärke und Fitness.

Obwohl sie furchteinflößend aussehen, werden sie nicht zum Beißen oder zur Verteidigung gegen Fressfeinde eingesetzt. Sie sind eher wie Werkzeuge zum Ringen und Hochheben.

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Was fressen Hirschkäfer?

Adulte Hirschkäfer ernähren sich von Baumsäften, die sie mit ihrer bürstenartigen Zunge auflecken. Sie sind nicht in der Lage, festes Holz zu fressen.

Die eigentliche Nahrungsaufnahme und das Wachstum finden im Larvenstadium statt. Die Larven leben in morschem Totholz, wo sie sich von zersetztem Holz ernähren, das reich an Cellulose ist.

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Wie lange leben Hirschkäfer?

Die Lebensdauer eines Hirschkäfers ist zweigeteilt und stark vom Entwicklungsstadium abhängig. Die Larvenphase dauert mit 3 bis 7 Jahren den weitaus größten Teil ihres Lebens an. In dieser Zeit entwickeln sie sich im Totholz.

Nachdem sie sich verpuppt und zum adulten Käfer entwickelt haben, leben die Imagines nur noch wenige Wochen, meist von Ende Mai bis Ende Juli. Ihre Hauptaufgabe in dieser kurzen Zeit ist die Fortpflanzung.


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